Rezension: Mark Douglas-Home: Sea Detecvie: Der Sog der Tiefe

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Mark Douglas-Home – Sea Detective: Der Sog der Tiefe

Kriminalroman

411 Seiten

Preis: € 9,99 [D] / 10,30 [A]

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:

Cal McGill ermittelt

Durch die schmutzige Windschutzscheibe seines Wagens sieht er die junge Frau. Ganz reglos schaut sie aufs Meer, eine gefühlte Ewigkeit lang. Cal McGill packt die Neugierde – was hat sie an den entlegenen Strand getrieben, was sucht sie dort? Seine Neugier mündet in einen neuen Fall, als er herausfindet, dass 26 Jahre zuvor eine andere junge Frau am selben Strand stand, bevor sie ins Meer ging. Laut Angaben der Polizei tötete sie sich selbst und ihr ungeborenes Kind. Cal kommen Zweifel an dieser Version, doch bei seinen Nachforschungen gerät er an eine Küstengemeinde, die beharrlich schweigt. Zu beharrlich.
Band 2 der schottischen Krimireihe um den «Sea Detective».


Mein Eindruck:

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Cal McGill ist Meeresbiologe, Umweltaktivist und er hilft im Meer verschollene oder vermisste Menschen aufzuspüren. Da ihm seine Arbeit mitunter sehr belastet, vor allem wenn er für verzweifelte Eltern Kinder sucht und findet, verschlägt es ihn an die raue Küste Schottlands, um dort Abstand und Ruhe zu finden. In Poltown begegnen ihm recht eigenbrötlerische Menschen, vor allem Fremden gegenüber sind sie nicht sehr offen. Das bekommt nicht nur Cal zu spüren. Violet, die in den Ort gekommen ist, um mehr über ihre Mutter herauszufinden, ergeht es ebenso. Cal ist vom ersten Moment an fasziniert von ihr und beschließt ihr zu helfen herauszufinden welches Drama sich mehr als 20 Jahre zuvor in dem Küstendorf zugetragen hat……

Auf diesen zweiten Band mit Cal McGill war ich echt gespannt. Band 1 hat mir sehr gut gefallen. Die Arbeit, die Suche nach Vermissten hat mich sehr überrascht. Mir bot sich mal etwas ganz Neues im Krimisektor. Es war interessant zu erfahren, wie der Meeresbiologe mit Hilfe von moderner Technik, aber auch mit einfachen Hilfsmitteln seine Recherchen macht und festigt und so zu einem Ergebnis kommt. Daher hab ich mir auch in “Der Sog der Tiefe” wieder eine fesselnde und spannende Story erwartet. Leider bedarf es in der Handlung nicht so seiner Fähigkeiten, wie es in Band 1 der Fall war. Die Handlung konzentrierte sich mehr auf die Personen, die unmittelbar mit Violet und ihrer Mutter zu tun hatten. Die Story selber ist nicht schlecht aufgezogen. Man erfährt nach und nach was sich zugetragen hat und welche Rolle gewisse Nebencharaktere darin gespielt haben. Auch der Umweltschutzgedanke floss mit in die Handlung und die damit verbundenen Gegner ebenso. Das Für und Wider gut in Szene gesetzt. McGils Know-how bekommt leider nur wenig Raum geboten.

McGill selber ist ein Charakter, den ich eigentlich ganz gut finde, ist aber noch ausbaufähig. Durch Band 1 weiß ich ja schon einiges über ihn, über sein Privatleben und über seine Kindheit. Violet war anfangs schwer einzuschätzen, einerseits Mutig andererseits zutiefst verängstigt. Mary Anderson, eine zentrale Figur in der Handlung, nette alte Dame oder doch eher schlaue Spielleiterin? Duncan, menschenscheuer Sonderling aber doch irgendwie liebenswert. Der Roman ist mir recht vielen Charakteren gespickt, die man sich aber gut merken kann und die sich gut in die Geschichte einfügen.

Mein Fazit:

Persönlich kamen mir Cal McGills Potenzial in der Handlung zu kurz. Die Haupthandlung und die gut eingefügte Nebenhandlung war aber gut umgesetzt. Die Spannung war aber doch recht niedrig angesiedelt und kam erhöhte sich erst zum Ende hin etwas. Das lag vor allem daran, dass die Handlung recht vorhersehbar war und es nicht wirklich überraschende Wendungen gab. Ablenkungsmanöver ja, für die Polizei, aber nicht für den Leser.

Band 1 bekam von mir damals drei Red roseRed roseRed rose. Mittlerweile würde ich ihm vier Red roseRed roseRed roseRed roseergeben. Denn er war weitaus spannender und hatte mehr von einem SEA DETECTIVE in sich als Band 2. Hier ist ist die Rezension dazu.


Ich vergeben aufgrund meiner Gedanken oben im Fazit Red roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für dieses persönliche Leseexemplar!


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Hörbuchrezension: Karine Lambert-Das Haus ohne Männer

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Karine Lambert – Das Haus ohne Männer

Gelesen von Karin Fröhlich

Ungekürzte Lesung

4 CDs ; Laufzeit ca. 4 h 40 min

Preis: € 14,99 [D] | € 16,90 [A] | CHF 21,90

Buchinfo Verlagsseite

Leseprobe


Verlagstext:
Der Bestseller aus Frankreich

Keine Männer – das ist die Regel. Die Bewohnerinnen eines verwunschenen Hauses mitten in Paris haben der Liebe abgeschworen. Kater Jean-Pierre ist das einzige männliche Wesen, dem sie Zutritt zu ihrer Welt gestatten. Als die junge Juliette einzieht, stellt sie das Leben der unterschiedlichen Frauen auf die Probe. Denn sie hat die Männer noch nicht aus ihrem Herzen verbannt …
Mit viel Gefühl gelesen von Katrin Fröhlich, Synchronstimme u. a. von Cameron Diaz, Gwyneth Paltrow und Charlize Theron


Mein Eindruck:

Dank der Frankfurter Buchmesse, die Frankreich dieses Jahr als Gastland bot, entdeckte ich so manche Autorenneuheit und Buchschätze. Karine Lambert ist für mich so eine Neuentdeckung. Bereits “Und jetzt lass uns tanzen”, besprochen von Iris Berben,  hat mir gut gefallen. “Das Haus ohne Männer” ist das Erstlingswerk der belgischen Autorin. In Frankreich erhielt sie für den Roman den Prix Saga Cafè für das beste belgische Debüt. Nun ist der Titel auch auf deutsch erhältlich und ich hab mich sehr gefreut, dass ich das Hörbuch über das Bloggerportal zur Verfügung gestellt bekommen habe!

Von was handelt die Geschichte? Von 5 Frauen in einem Pariser Wohnhaus, die den Männern abgeschworen haben. Die Regeln in dem Haus sind streng: keine Männer! Als die junge Juliette einzieht kann sie es nicht glauben. Keine Männer? Wie in Gottes Namen soll sie dann die Liebe ihres Lebens finden? Denn sie hat trotz der ein oder anderen Enttäuschung der Liebe nicht abgeschworen. Im Gegenteil. Sie ist fest entschlossen die Liebe ihres Lebens zu finden. Wenn es sein muss auch Online. Doch die große Liebe zu finden entpuppt sich als gar nicht so leicht……

IMG_20171111_193359»Sagen Sie mal, Juliette, hat Carla Ihnen die Hausregeln
erklärt?«
»Im Großen und Ganzen.«
»Hier herrschen strenge Sitten! Keine Ehemänner,
keine Liebhaber,
keine Klempner, keine Elektriker.«
»Keine Pizzalieferanten.«
»Keine Männer!«
»Keine Männer?«, stammelt Juliette.
»So lautet die Regel.«

(Hörbuch Innenklappe)

»Jean-Pierre ist der einzige Mann im Haus.«
»Ein Kater hat noch nie einen Mann ersetzt!«

(Leseprobe Seite 16)

Mit viel Witz erzählt Katrin Fröhlich mit ihrer sympathischen Stimme diese unterhaltsame Geschichte über ein Haus voller Frauen, in der jede auf die ein oder andere Art von der Liebe bzw. von den Männern enttäuscht wurden. Außer Juliette fügen sich die Frauen auch den Regeln des Hauses. Nur sie die Neue, will der Liebe nicht abschwören. Zum Totlachen fast ihre Suche im Internet. Welche Gedanken ihr da durch den Kopf gingen bei all den Bewerbern. Aber auch die anderen Damen bieten den ein oder anderen kuriosen Beitrag in Sachen Männerreinfall. Über allen steht “die Königin”. Ihr gehört das Haus und sie bestimmt die Regeln. Das Ende kam mir dann fast wieder etwas zu schnell. Denn plötzlich überschlagen sich die Ereignisse, ein Hauch Drama fließt in die Geschichte ein und das Ende ist da.

Mein Fazit:

Eine Geschichte die man nicht all zu ernst nehmen sollte. Ich fand sie total unterhaltsam und hab mich, dank Katrin Fröhlichs wunderbarere Interpretation und Darstellung der unterschiedlichen Charaktere, sehr gut amüsiert. Am Ende ging mir dann, wie bereits in “Und nun lass uns tanzen”,  einiges zu schnell, fügte sich aber dann doch zu einem recht stimmigen Schluss.


Von mir bekommt das Hörbuch Red roseRed roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an Random House Audio für dieses persönliche Hörexemplar!


Rezension: Lilli Beck-Wie der Wind und das Meer

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Lilli Beck – Wie der Wind und das Meer

Roman

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag

512 Seiten

Preis: € 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:
»Halt dein Gesicht in den Regen, jeder Tropfen ist ein Kuss von mir …«

München, April 1945. Nach einem verheerenden Fliegerangriff irrt der elfjährige Paul mit einem Koffer durch die Trümmerlandschaft. Auf der Suche nach einem Versteck trifft er auf ein kleines Mädchen. Sie heißt Sarah, hat wie er ihre Familie verloren – und sieht Pauls Schwester verblüffend ähnlich. Um in der verwüsteten Stadt nicht allein zu sein und von den Behörden nicht getrennt zu werden, schließen Paul und Sarah einen Pakt: Von nun an werden sie sich als Geschwister ausgeben. Ihr Plan geht auf. Doch wie hätten sie ahnen können, dass Jahre später ihre Notlüge ihr Verhängnis werden würde – und dass sie sich würden verstecken müssen, um sich lieben zu dürfen …


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Mein Eindruck:

Romane in denen der Krieg und die Nachkriegszeit eine Rolle spielen gab es in diesem Jahr einige. Selber las ich auch schon ein paar. Gefallen haben sie mir alle auf ihre eigene Art, wenn man es denn so ausdrücken darf. Gefallen am Krieg, an all den Toten und Verzweifelten, an die schwierigen Jahre danach kann man ja nicht wirklich empfinden. Trotzdem lese ich gerne Bücher über diese schlimme Zeit, denn abgesehen von den bekannten Gräueltaten, sind es vor allem die Menschen, die diese grauenvollen Jahre durchlebten, die mich interessieren. Ihre Geschichte interessiert mich, wie sie damit umgingen, wie sich die Zeit danach entwickelte. Also war ich ganz gespannt auf das neue Buch von Lilli Beck.

Wie auch in ihrem vorangegangen Buch “Glück und Glas” beginnt auch “Wie der Wind und das Meer” in den letzten Kriegsmonaten. Über München fallen die letzten Bomben um noch zu zerstören, was noch nicht zerstört wurde. Paul, seine Mutter und seine kleine Halbschwester harren im Schutzkeller ihrer Unterkunft aus, in der Hoffnung, dass das Haus auch diesem Bombenangriff stand hält. Doch es wird zerstört. Nur Paul entkommt den Inferno.  Nur ein Koffer ist ihm geblieben. In ihm die Dokumente über seine Herkunft und die seiner Familie. Auch Sarah hat ihre Eltern bei diesem Bombenangriff verloren. Das Mädchen ist Jüdin und hat sich bisher zusammen mit ihren Eltern vor den Nazis verstecken können. Als Paul auf sie findet, erzählen sie sich ihre Geschichten. Da Sarah seiner kleinen Schwester sehr ähnlich sieht, beschließen die beiden sich als Geschwister auszugeben und sich gegenseitig zu beschützen. Das Leben ist schwer, Überleben in den Bombentrümmern ist alles. Irgendwann begegnen sie der Blumen Oma, sie wird ihre Retterin. Doch die Behörden schlafen nicht. Auch nicht in den wirren Zeiten nach der Kapitulation. Paul und Sarah kommen in ein Kinderheim und werden später adoptiert. Alles könnte so schön sein, wären da nicht die Gefühle und die Liebe, die in den beiden Menschen erblüht. Doch niemand darf von die Liebe wissen, denn offiziell sind sie Geschwister …..

“Der Wind und das Meer” hörte sich vom ersten Moment nach einer netten Geschichte an. Und das ist es im Endeffekt auch gewesen. Auch wenn der Krieg und die harten Zeiten danach in die Handlung mit eingeflossen sind, konnte sie mich emotional nicht wirklich packen. Ich weiß aus Erzählungen meiner Großmutter und meiner Mutter wie schwer es war, welche Zerstörung herrschte und welche Entbehrungen die Menschen durchleben mussten. Das weiß ich alles und das hat mich mental immer betroffen gemacht. Leider kam dieses Gefühl beim Lesen dieser Geschichte so gar nicht durch. Natürlich, es war interessant zu lesen, wie sich die Menschen veränderten, der Wideraufbau, all die Dinge, die in den Jahren nach dem Krieg Deutschland und die Welt geprägt haben. Der Kalte Krieg, der Mauerbau, Contergan, die Hausbesetzer Szene und vieles mehr. All das war interessant zu lesen und hätten durchaus mehr ausgeschmückt werden können. Doch hauptsächlich ging es natürlich um Paul und Sarah, dessen erste Jahre sich zäh dahinzogen ohne mich wirklich zu berühren. Die Jahre bei den Adoptiveltern waren dann wiederum sehr ausgeschmückt und Paul und Sarah entdeckten in dieser Zeit ihre Liebe. Paul und Sarahs Liebe bot leider keine Überraschungen, alles war ziemlich vorhersehbar.

Mein Fazit:

Wären die zeitlichen Entwicklungen – wirtschaftlich, politisch und wissenschaftlich – nicht gewesen, wäre es für mich nur ein seichte Genre-typische Geschichte gewesen. Sprachlich ganz nett gemacht, mit den Dialekten, die für Lockerheit und das ein oder andere Schmunzeln sorgen. Die Charaktere fand ich als Kinder überzeugender als im erwachsenen Stadium. Da waren sie mir eher unsympathisch. Vor allem Sarah verwirrte mich etwas. Offiziell war sie Rosalie, dann wieder Sarah.


Von mir bekommt der Roman gutgemeinte Red roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an Blanvalet für dieses persönliche Leseexemplar!


Rezension: Yrsa Sigurdardóttir-SOG

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Yrsa Sigurdardóttir – SOG

Thriller

448 Seiten

Preis: € 20,00 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90

Buchinfo Verlagstext


Verlagstext:

Zwölf Jahre nach dem Tod und der Vergewaltigung eines Mädchens wird eine Zeitkapsel in Reykjavik gehoben. Darin enthalten: 10 Jahre alte Briefe von Schülern, die beschreiben, wie sie sich Island im Jahre 2016 vorstellen. Darunter findet sich noch etwas anderes: eine unheimliche Botschaft, die akribisch genau die Initialen von zukünftigen Mordopfern auflistet. Kurz danach werden zwei abgetrennte Hände in einem Hot Tub in der Stadt treibend gefunden. Doch noch hat keiner eine Vermisstenanzeige bei der Polizei gestellt. Schon bald taucht die erste verstümmelte Leiche auf, dicht gefolgt von einer zweiten, und es ist klar, dass die Botschaft aus der Zeitkapsel ernst zu nehmen ist.
Ein Fall für Kommissar Huldar, der sich beweisen muss: von seinen Leitungsaufgaben entbunden, wird er von den meisten seiner früheren Untergegebenen gemieden, die Beziehung zur Kinderpsychologin Freyja ist ebenfalls ruiniert, was er zu reparieren hofft, indem er sie in die jetzigen Ermittlungen mit einbezieht …


Mein Eindruck:

Düster und kalt, so präsentiert sich dieser Thriller. Genau was ich von nordländischen Autoren kenne. Yrsa Sigurdardóttir schließt sich dieser typischen Erzähl- und Schreibstil an. Jahreszeitlich passt der Thriller auch gerade gut, auch wenn der Winter erst bevorsteht.

Der Klappentext verrät eigentlich schon recht viel über den Plot. Man kann sich natürlich erst mal gar nicht vorstellen, warum ein Teenager eine Todesliste schreibt. Handelt es sich tatsächlich um einen Mörder, oder war er einfach nur so voller Hass auf diese Leute und suchte ein Ventil für seine Gefühle? Kommissar Huldar geht dieser Frage nach und bittet Kinderpsychologin Freya um ihre Mithilfe. Leser von Band 1 DNA kennen ihre private und berufliche Geschichte. Mir war sie unbekannt, störte mich aber nicht um den aktuellen Fall zu verstehen. Ihr beider Gefühle füreinander sind mir aber doch rätselhaft. Denn diese Sympathie des einen für sie und der Ich-weiss-nicht-was-ich-für-ihn-empfinden-soll von ihr für ihn kratzt doch extrem nur an der Oberfläche und ist mitunter auch recht kindisch. Im Privat- und Berufsleben der  Hauptcharaktere herrscht ein einziges Tohuwabohu. Es war mir manchmal schleierhaft wie dieser Fall gelöst werden kann, denn mitunter wirkten die Figuren sehr unreif.

Trotz dieser Diskrepanzen ist SOG ein packender Thriller. Man findet sich in einem regelrechten Sog aus Hass, Verzweiflung  und Angst. Rätselhaft und undurchschaubar erst, bis man langsam die erschütternde Wahrheit vor Augen hat. Mord, Verstümmelung und Folter sind der Autorin aber offenbar nicht genug an Grausamkeit. Nein, sie lässt ihre Leser auch noch einen detaillierten Blick auf ein Tatortfoto werfen. Offenbar reicht es nicht, das Kinder Opfer von Gewalt sind, man muss das auch noch bildhaft dargestellt bekommen. Das hat mich mehr schockiert als die Grausamkeit der Morde und fand ich ehrlich gesagt „to much“. Aber die Autorin hat ein gutes Geflecht konstruiert, dessen Ende zeigt, welche Auswirkungen es haben kann, wenn Menschen sich für Geld und Macht entscheiden anstelle von Recht und Gerechtigkeit.

Mit den Charakteren konnte ich mich nicht wirklich. anfreunden. Jeder einzelne hat so seine Probleme zu tragen, das ist ja ok. Aber keiner der beteiligten Charaktere konnte mich emotional fesseln, alle wirkten recht oberflächlich und kalt. Am meisten störten mich die weiblichen Charakter. Zickereien  und schlechte Laune ziehen sich quer durch die Seiten. Der Umgangston recht derb auch im Ermittlungsbüro. Ich wunderte mich tatsächlich, dass dieses Team überhaupt funktioniert!

Mein Fazit:

Eigentlich recht spannender düsterer Thriller mit einem guten Stil. Wenn da die unsympathischen unverständlichen Charaktere nicht wären. Sind Isländer wirklich so oberflächlich, zickig, kindisch? Können sie emotional nicht mehr Tiefgang bieten? Außer einen Hang zu recht makabren Humor, den ich aber nicht negativ werden möchte. Damit komme ich gut klar. Ja, schade eigentlich, denn von der Handlung, Spannung und Umsetzung hat mir der Thriller gut gefallen. Wären die Charakter jetzt noch stärker und als kompetente Ermittler mehr zu erkennen, wäre ich von SOG tatsächlich begeistert! Vielleicht versteht man die Charaktere aber besser, wenn man auch Band 1 der Reihe kennt. Ich kenne ihn nicht, werde das aber nachholen.


Von mir bekommt der Thriller Red roseRed roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an den btb Verlag für dieses persönliche Leseexemplar!





Mein Oktober 2017–ein Monatsrückblick

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Früher, in den Anfangsmonaten, –jahren war dieser Blog buntgemischt mit Blogeinträgen zu diversen Themen, die mich beschäftigen, die ich mag, die zu meinen Hobbys zählen. Das hat sich in den letzten Monaten, Jahren irgendwie verändert. Hauptsächlich poste ich nur noch Rezensionen. Klar, das Lesen und meine Eindrücke zu den verschiedenen Büchern und Hörbüchern zu schreiben, mach ich sehr gerne. Doch eigentlich war dieser Blog nie als reiner Literaturblog gedacht. Ausflüge, Reisen, Rezepte, Handarbeiten und und und. Das sollte auch hier zu finden sein. Hauptsächlich für mich, wenn es jemanden da draußen gibt den ich damit anspreche, dann freut mich das natürlich auch! Da es aber oft zeitlich recht eng ist, hab ich mir überlegt einfach mal mit einem Monatsrückblick zu beginnen. Nicht wieviel Bücher ich gelesen, wieviel Seiten ich dabei durchgeblättert habe, einfach mal eine Art Tagebuchrückblick, was so alles außer Arbeit und Lesen meinen letzten Monat bereichert hat Smile.


Beste Aussichten: Ein Streifzug durch die aktuelle Kinder- und Jugendliteratur

IMG_20171103_123443Ich habe ja die Ausbildung zur Nebenberuflichen und Ehrenamtlichen Bibliothekarin gemacht. Wer meinen Blog schon länger verfolgt, hat dies vielleicht noch in Erinnerung. Habe über diese Ausbildung mal berichtet. In Folge gibt es immer wieder interessante Fortbildungen. Das ist zum Beispiel die Leseakademie. Diese findet Bundesweit statt. Wenn dann in Innsbruck etwas passendes stattfindet bin ich gerne dabei. So etwa die alljährliche Kinder- und Jugendliteraturvermittlung von Franz Lettner & Klaus Novak. Ihre Buchauswahl finde ich immer spitze, ihre Begeisterung für die gelesenen Bücher sowieso und wie sie die Leseerlebnisse und –eindrücke dem Publikum vermitteln ist unterhaltsam. Es macht Lust die empfohlenen Titel auch weiterzuvermitteln. Neugierig geworden? Hier die Buch-Liste als PDF.

Auf der Frankfurter Buchmesse

IMG_20171103_123527Mein zweites Mal auf der FFB zusammen mit zwei lieben Kolleginnen aus der Mediathek. Diesmal nicht am Wochenende, sondern als Fachbesucherinnen. Viel entspannter kann ich nur sagen! Kein Gedränge und Geschiebe, man kann in ruhe schauen und flanieren ohne von hinten geschubst und gestoßen zu werden. Bei der ein oder anderen Veranstaltung kann es dann doch mal eng werden, so etwa bei der Kochshow von Christian Henze. Ein wirklich sympathischer Meister seines Fachs. Lachs im Ganzen gegart, einen Couscoussalat und einen Kaiserschmarren hat er zubereitet. Um die Kostproben wurde dann doch regelrecht gefightet. Den Fisch hab ich inzwischen auch zu Hause schon mal nachgemacht. Wirklich ganz schnell und einfach, in nur 20 min auf dem Tisch! Meine Interpretation reiche ich hoffentlich bald mal nach Smile. Auch Wein durften wir verkosten und am Abend zur Afterparty bevor die Tore sich schlossen. War echt ein tolles Erlebnis für alle drei von uns.

Körperzusammensetzungsanalyse

IMG_20171103_123327Seit März 2017 gehe ich nun mehrmals wöchentlich, sofern es mir möglich ist, zu Mrs. Sporty. Angefangen hat das alles nachdem mich ein Wechselschub aus der Bahn warf und ich mich unheimlich deprimiert fühlte. Die Hosen wurden alle zu eng, nachdem ich 20 Jahre immer die gleiche Kleidergröße tragen konnte. Da musste was geschehen. Ein Tag der Offenen Tür hat mich dann dazu bewogen mich bei dem Sportclub einzutragen. Ich bekam mein eigenes Programm. Bereits nach dem ersten Tag fühlte ich mich extrem gut, obwohl es schon auch anstrengend war. Inzwischen hab ich die Übungen bereits zweimal geändert, damit es nicht langweilig wird. Die letzte Körperanalyse zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin! Im März war mein Gewicht bei 73 kg, jetzt sind es 69, zwischendurch waren es schon mal 67. Das liegt aber an den Muskeln, denn Muskeln sind ja bekanntlich schwerer als Fett Smile. Meine Skelettmuskelmasse lag zu beginn bei 23,4, jetzt bei 26,4. Das ist schon ein ordentlicher Zuwachs! Meine Körperfettmasse war bei 24,4, also schon grenzwertig. Jetzt nähere ich mich dem Normalbereich, bin bei 21,3 Smile. Meine Hosen, Kleider und Röcke passen mir wieder wie vor 20 Jahren Open-mouthed smile.

Einmal am Brennermarkt

Der Brennermarkt ist legendär. Früher, als A noch nicht bei der EU war und der Brenner die Grenze nach Italien war (ja ist er heute noch, wird aber nicht mehr kontrolliert), da ist wohl die halbe Tiroler Bevölkerung auch mal zum Brennermarkt gefahren um günstig italienische Ware zu erwerben. 3 Pullover, 4 Jacken, Socken, Handschuhe, Wurst, Käse, Öl und was weis ich, wurde auf recht einfallsreiche Art an den Zöllnern vorbei ins Heilige Land Tirol geschmuggelt. Das braucht’s heute natürlich nicht mehr! Für mich war es das erste Mal, dass ich den Markt besuchte. Wurst- und Käsestände gibt es nicht sehr viele, doch die Qualität ist top. Preis-Leistung stimmen. Wer sich mit Textilien im italienischen Stil eindecken will, wird hier sicher fündig, besonders für die Damen unter uns ist reichlich vorhanden. Ich hab mich mit einer kuscheligen Mütze begnügt, denn am Brenner war es ordentlich kalt so früh morgens als die Sonne den Aufstieg über die hohen Gipfel noch nicht geschafft hatte. Echtes Italienisches Olivenöl in diversen Qualitäten bekam ich dann im Dorf und einen Abstecher ins Outlet war dann auch noch drin.#

Vom Hintersteiner See zur Walleralm

mit Tochter Nr 1. In knapp einer Stunde erreicht man über einen mehr oder weniger steilen Waldweg/Steig das Almgebiet. Besonders zu empfehlen jetzt im Herbst. Wenn sich die Wälder in ihren schönsten Farben präsentieren, die Luft klar ist und die Touristenmassen sich wieder in ihre Heimat vertschüsst haben, dann ist die Walleralm ein schönes Ziel für die ganze Familie. Für den Mittleren IMG_20171021_150309Höhenweg sollte man trittsicher und auch mal schwindelfrei sein, denn besonders das letzte Drittel durch den Wald hat es in sich. Vor allem aber sollte es trocken sein, denn man steigt auch auf abgefallenes Laub und Felsen, da kann man leicht mal ins Rutschen kommen! Sonst empfiehlt sich der leichtere Weg, dessen Ausgangspunkt am Ende des Sees liegt. Über den breiten Forstweg kommt man sicher zur Walleralm. Oben angekommen stärkten wir uns mit einem köstlichen fluffigen Kaiserschmarren, bei dem mit Eiern nicht gespart wurde. Dazu noch ein Radler, ein herrlicher Ausblick und unsere Wanderherzen waren glücklich Smile.

Robert Prosser – eine Performance

Robert Prosser stand mit seinem Roman Phantome ja auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2017. Gelesen hab ich das Buch bisher nicht, aber hineingelesen, weil der Titel auch für die Bibliothek eingekauft wurde. Ich finde die Thematik interessant, hatte auch mal einen netten Kollegen aus Bosnien Herzegowina und bekam dadurch natürlich auch mit, wie es ihm und seiner Familie erging. Robert Prosser ist ein Tiroler Autor, stammt ursprünglich aus der Graffitiszene und veranstaltet zusammen mit drei anderen Künstlern die Innsbrucker Lesebühne. Er hat nicht aus Phantome vorgelesen, sondern eine Performance abgeliefert, was ich so noch nie erlebt habe. Den Text auswendig vorgetragen, mal in schnellem, mal in langsamen Tempo. Dann noch Musik dazu und ein Video mit bedrückenden Bildern aus Srebrenica und Umgebung. Soweit so gut. Dem Dargebotenen zu folgen, viel mir nicht immer leicht, muss ich zugeben, doch war es höchst interessant zu erleben. Ein Grund mehr, das Buch endlich zu lesen, um das zu verstehen, was Robert Prosser in der Alten Gerberei da inszeniert hat!

Die Krankheiten des Autos

Eine regelrechte Schockstarre hat der Mechaniker bei mir ausgelöst, als er mir das Blatt zeigte, auf dem all die Wehwehchen meines Autos aufgelistet waren. Obwohl von Wehwehchen kann da keine Rede mehr sein. Dass waren schon schwere Krankheiten, fast wie Tumore, die gestreut hatten. Da war guter Rat erst mal teuer. Zum Glück kennt Tocherkind Nr. 2 jemanden, der jemanden kennt, der Mechaniker ist und in der eigenen Garage eine private Werkstatt führt. Jetzt ist alles verarztet und ich brauch nur noch den Fleck auf der Windschutzscheibe, dann kann das Autor noch ein Jahr weiterfahren Open-mouthed smile.

Frühstück am Berg mit den Mädels

Diesmal auf der Rübezahlalm. Ein wunderschön gelegenes Alpengasthaus am Hartkaiser in Ellmau. In den Sommermonaten und im Winter wenn die Schifahrer den Berg stürmen, nicht unbedingt ein Ziel meiner Wahl. Aber jetzt im Herbst, wenn die Massen abgezogen sind und bevor der Schnee kommt und die Alm für ein paar Wochen zusperrt durchaus! In gemütlichen 50 min erreicht man die Wirtschaft von der Talstation der Hartkaiserbahn. Natürlich kann man auch die Bahn bis zur Mittelstation nutzen. Doch wir wollten uns das Frühstück ja verdienen und außerdem sind wir gut zu Fuß. Auf den Berg führt erst ein breiter Weg bevor wir auf einen schmaleren Pfad durch den Wald abbiegen. Dann noch mal steil neben der Piste bergan und schließlich ab der Mittelstation in gemütlichen 5 Minuten zum Ziel. Nach einem köstlichen Frühstück in Buffetform mit Wurst, Käse, Eierspeis, Weißwürstl und Brezen, Tee und Cappuccino, und einem herrlichen Panoramablick auf den Wilden Kaiser, die Steinberge und das Kitzbüheler Horn zurück ins Tal. Der Weg war noch steiler als der Hinweg, war aufgewühlt und gatisch. Schön kühl war’s auch durch den Wald, denn die Sonne wärmt den schattigen Waldboden nicht mehr. Trotzdem eine nette Runde, zu empfehlen wenn man gut zu Fuß ist!

Kochen in der Küchenschmiede

Kurdisch-Türkisch ist der Kochkurs zu dem ich mich bei der VHS angemeldet habe. Eine kleine feine Runde von nur 5 Leuten hat sich eingefunden. In entspannter Atmosphäre tauscht man sich aus und kocht nebenbei noch einfache aber köstliche Gerichte. Rezan, in der Türkei geboren mit kurdischen Wurzeln, lebt schon lange in Tirol, hat ihr Kochhandwerk von der Oma und Mama gelernt und zeigt uns traditionelle Gerichte die sie für ihre Familie zubereitet. Einfach, mit Zutaten die leicht zu bekommen sind, keine lange Kochzeit erfordern und jedem schmecken.  Nach getaner Schnippel-, Koch- und Abwascharbeit konnten wir Linsensuppe und Dolmar (gefüllte Melanzanie, Paprika und Zucchini) genießen! War richtig richtig köstlich!

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Mal wieder die ganze Familie um den Sonntagstisch versammelt

Privat gab es bei mir dieses Jahr einige Veränderungen, die ich hier aber nicht näher erläutern möchte. Ein sonntägliches gemeinsames Mittagessen war in den letzten Monaten nicht mehr drin. Um so schöner, dass es jetzt wieder langsam klappt und wir alle fünf uns ab und zu gemeinsam an den Tisch setzen können und Gespräche führen wie in alten Zeiten. Ich hoffe das wird es nun wieder regelmäßig geben, ohne dass es Routine wird. Denn Routine weiß man ja, kann auch ein Killer denn ein Helfer sein Smile.

  David

Judit W. Taschler, eine der besten Autorinnen des Landes, hat einen neuen Roman herausgebracht. Bereits im Vorfeld war ich gespannt auf diese Lektüre. Besonders neugierig hat sie mich dann durch ihr Interview auf der Buchmesse gemacht. Das hab ich zwar nicht live erlebt, doch die Aufzeichnung hab ich mir gegönnt. Jetzt war sie zu Gast in der neuen Tyrolia Filiale in St. Johann. Eine wirklich sympathische Autorin mit einer äußerst angenehmen Stimme. Sie hat nicht nur einige Passagen aus David vorgelesen, sondern auch aus dem Nähkästchen geplaudert. Sie mag es, wenn das Publikum ihr Fragen stellt, über ihre Bücher, ihre Herangehensweise und was weis ich noch. Eigentlich gibt es keine Frage die sie nicht beantwortet. Ihre Familie ist ihr auch sehr wichtig, das lässt sie immer wieder durchblicken. Ein sehr schönes Zuhören. Kann ich jedem nur empfehlen!






Thomas Brezinas Knickerbockerbande ist erwachsen geworden

Kennt ihr sie noch, die Knickerbockerbande? In vielen Kindern und Jugendlichen haben die vier mutigen Helden die Lust am Lesen geweckt. Noch immer wird die Knickerbockerbande gerne von Eltern an ihre Kinder weitergegeben. Erstere schwelgen meistens selber in nostalgischen Erinnerungen. Ich ja auch! Nun lässt Thomas Brezina die Kinderbuchhelden von einst als Erwachsene wieder in Erscheinung treten.

Zum Buch:

Nach einem Streit hatte sich die Knickerbockerbande damals getrennt. 20 Jahre sind vergangen, Poppy, Dominik, Alex und Lilo sind längst erwachsen geworden. Bis sie nun zu einem Treffen geladen werden, das keiner von ihnen absagen kann.

image002Thomas Brezina
Die Knickerbockerbande 4 immer

Alte Geister ruhen unsanft
Ecowin Verlag
400 Seiten
ISBN: 978-3-7110-0161-0
Preis: € 18,00
Erscheint am 9. November 2017

Durch einen Vorwand hat ein Strippenzieher im Hintergrund die ehemaligen Knickerbocker auf eine einsame Insel gelockt, wo vor vielen Jahren unter mysteriösen Umständen vier Freunde umkamen. Und nun sitzen Poppy, Dominik, Alex und Lilo selbst dort fest – zerstritten und frustriert. Doch um zu überleben (denn sie sind offensichtlich nicht allein auf der Insel), müssen sie wieder zueinander und zu alter Stärke zurückfinden und gemeinsam kriminalistischen Spürsinn beweisen – ganz so wie sie es einst als Teenager geschafft haben. Doch diese Detektiv-Nummer wird schnell um einiges schlimmer als alles, was sie in frühen Jahren zusammen erlebt haben.

Der Jugendbuch-Autor Thomas Brezina schafft etwas, was vorher keiner gewagt hat: Kinderhelden erwachsen werden zu lassen und in einen modernen Thriller voller Gänsehaut-Spannung, Mystik und brutaler Gewalt zu stecken, in dem sie nur ihre alte Stärke retten kann.

Thomas Brezina wurde 1963 in Wien geboren. Er ist Kinder- und Jugendbuchautor, Drehbuchautor, Fernsehmoderator und Produzent. Mit seinen Buchreihen wie „Die Knickerbockerbande“, „Ein Fall für dich und das Tiger-Team“ und „Tom Turbo“ gilt er als einer der weltweit erfolgreichsten Autoren: viele seiner Bücher werden in Millionenhöhe in mehr als 40 Ländern verkauft.

Zum Verkaufsstart ab 9. November gibt es österreichweit eine Reihe an Veranstaltungen:

  • Mittwoch, 8.11.2017 Buchhandlung Kuppitsch, Schottengasse 4, 1. Stock, 1010 Wien
    23:30 Uhr: Thomas Brezina im Gespräch mit Michael Kratochvil (BH. Kuppitsch), kurze Lesung
    24:00 Uhr: Buchverkauf und Signierstunde bei Wein und Brot
  • Dienstag, 14.11.2017, 19:00 Uhr Stadt Bibliothek Salzburg, TriBühne Lehen, Tulpenstraße 1, 5020 Salzburg
  • Mittwoch, 15.11.2017, 19:00 Uhr Buchhandlung Thalia W3, Landstraßer Hauptstraße 2a/2b, 1030 Wien
  • Donnerstag, 16.11.2017, 19:00 Uhr Buchhandlung Brunner, Am Leutbühel, Rathausstraße 2, 6900 Bregenz
  • Freitag, 17.11.2017, 19:30 Uhr (in Kooperation mit der Tiroler Tageszeitung) Wagnersche Buchhandlung, Museumsstraße 4, 6020 Innsbruck
  • Dienstag, 21.11.2017, 19:00 Uhr Buchhandlung Thalia, Landstraße 41, 4020 Linz
  • Mittwoch, 22.11.2017, 19:00 Uhr Buchhandlung Heyn, Kramergasse 2, 9020 Klagenfurt
  • Donnerstag, 23.11.2017, 18:30 Uhr (in Kooperation mit der Kleinen Zeitung) Styria-Media Center, Gadollaplatz 1, 8010 Graz

Rezension: Sarah Hilary-Seelenkinder

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Sarah Hilary – Seelenkinder

Thriller

476 Seiten

Preis: € 9,99 [D] / 10,30 [A] / 13,90 [sFr]

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Verlagstext:

Ein grauenvoller Fund: Im Garten seines Hauses in einer Londoner Neubausiedlung entdeckt Familienvater Terry Doyle einen alten Bunker – und darin, dreieinhalb Meter tief in der Dunkelheit, zwei Kinderleichen. Für das Team um Detective Marnie Rome türmen sich die Fragen auf: Wer waren die Kinder? Warum wurden sie nie als vermisst gemeldet? Welche Rolle spielt Clancy, der verhaltensauffällige Ziehsohn von Terry? Die Begegnung mit Clancy ist für Marnie wie eine Falltür in die Vergangenheit – er erinnert sie an ihren Adoptivbruder Stephen, den Mörder ihrer Eltern. Und als Clancy plötzlich mit Terrys leiblichen Kindern verschwunden ist, ahnt Marnie: Jetzt zählt jede Sekunde.


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Mein Eindruck:

Über tote Kinder zu lesen ist ja so eine Sache. Man weiß nie was einen erwartet. Oft schreckt einen schon allein ab, dass Kinder in einen Thriller involviert sind. Der Klappentext ist zwar recht kurz, enthält aber schon eine recht gute Zusammenfassung über die Story.

Hinter der Geschichte verbirgt sich aber viel mehr als ein grausamer Thriller. Es ist eine Tragödie, was sich da abgespielt hat. Die Kinder, tragische Opfer. All das, wie es zu dieser Tat kommen konnte, wer dieser Tat fähig ist und wieso offenbar niemand etwas unternommen hat, dem kommen Detective Marnie Rome und ihr Team auf die Spur. Anfangs führen die Ermittlungen in eine ganz andere Richtung. Sogenannte “Prepper”, Menschen, welche jederzeit auf jegliche Art von Katastrophe vorbereitet sind, rücken in den Fokus der Ermittlungen. Auch Clancys leibliche Eltern scheinen dieser Gruppierung anzugehören. Der Junge ist diesem Wahnsinn mit seinen einzigen jugendlichen Möglichkeit entflohen: indem er sich quer gestellt hat und aufsässig wurde. So landete er auch bei den Doyles. Durch seine sture, teils aggressive Art, fällt er natürlich auch in seiner Umgebung auf und die Ermittler auch auf ihn aufmerksam.

Zu Beginn der Geschichte hatte ich einen dicken Kloß im Hals. Man erlebt die letzten Stunden der Kinder. Das war schon richtig bedrückend. Die eigentliche Geschichte entwickelt sich aber dann in eine Richtung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hätte. Durch abweichende Erzählstränge führt einen die Handlung von den Ermittlungen in eine Psychiatrische Anstalt. Dort erzählt Alice über Esther und die Jungs. Anfangs verwirrend, doch allmählich lichtet sich auch dieser Vorhang. Dadurch ist man den Ermittlern dann auch voraus, gibt der Geschichte aber keinen Dämpfer. Im Gegenteil! Plötzlich ergeben sich neue Erkenntnisse und die ganze Tragödie, welche fünf Jahre vorher seinen unfassbaren Höhepunkt im Leben einer Familie erreichte, tut sich auf.

Mein Fazit:

Ein wirklich gut durchdachter Thriller, in denen es hauptsächlich Opfer gibt. Ja, sowas gibt es tatsächlich, auch Täter können Opfer sein. Was ich damit meine und was dahinter steckt? Postnatale Depression und ihre Auswirkungen, mehr kann ich an dieser Stelle nicht verraten, dafür muss man den Thriller schon selber gelesen haben.

Die Autorin ist mir noch unbekannt, auch wenn es sich bei Seelenkinder bereits um das zweite Buch um Detective Marnie Rome handelt. Es werden zwar einige Dinge aus dem ersten Band angesprochen, doch lässt sich die Geschichte auch ohne Vorkenntnisse zu Rome und den anderen Charakteren lesen. Diese fand ich auch ganz gut gewählt und ausgearbeitet. Ein Team das zusammenarbeitet, deren Ermittlungsarbeit man sich gut vorstellen kann und dessen Mitglieder sich wunderbar ergänzen.


Von mir bekommt der Thriller Red roseRed roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an den btb Verlag für dieses persönliche Leseexemplar!