Vanessa Lafaye–Summertime: Die Farbe des Sturms

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Vanessa Lafaye – Summertime: Die Farbe des Sturms

Roman

416 Seiten

Preis: € 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90

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Verlagstext:

Ein Sturm zieht auf, der alle Geheimnisse ans Tageslicht bringen wird …

Florida, 1935. In Heron Key sind die Beziehungen zwischen den Einwohnern so verworren wie die Wurzeln der Mangrovenbäume. Fast zwanzig Jahre sind vergangen, seit Henry die Stadt verlassen hat, um in Europa zu kämpfen. Die ganze Zeit hat Missy auf ihn gewartet. Als gutes Dienstmädchen kümmert sie sich um das Baby und das Haus der Familie Kincaid und zählt bis zu seiner Rückkehr die Sterne. Nun ist er zurück, doch in dem Veteranen erkennt sie kaum noch den einst stolzen Mann. Als eine weiße Frau in der Nacht vom 4. Juli halbtot am Strand gefunden wird, gerät Henry in Verdacht. Während die Anspannung in der kleinen Stadt weiter ansteigt, fällt das Barometer – der verheerendste Tornado aller Zeiten zieht auf. Im Auge des Sturms offenbaren sich Tragödien, lüften sich Jahrzehnte alte Geheimnisse – und Missys und Henrys Liebe wird auf die Probe gestellt …


Mein Eindruck:

So, jetzt hab ich es auch mal endlich gelesen. Das Buch war so ein klassischer “Mir gefällt das Cover, das nehm’ ich”-Kauf. Diese Anwandlungen habe ich von Zeit zu Zeit. Bin ich da die einzige? Wohl kaum! Rezensionen über das Buch gibt es ja schon reichlich. Die meisten schreiben mit viel Begeisterung über die Geschichte. Jetzt gebe ich gerne noch meinen Senf dazu Smile.

Grundsätzlich hat mir die Geschichte gut gefallen, doch finde ich, wird man durch den Klappentext doch in die Irre geführt! Es dreht sich zwar auch ein bisschen um die Liebe, aber, und so schreibt es die Autorin auch am Ende, dass sie mit ihrer Geschichte auf die schwierige Situation der WW1-Veteranen aufmerksam machen wollte. Diese Info ganz am Schluss fand ich persönlich total interessant. Sie verweist darin auf eine Internetseite der Florida Keys. Darauf ist alles detailliert beschrieben, sowohl über die Veteranen, als auch über den verheerenden Hurrikan von 1935. Dies ist der zweite Schwerpunkt der Handlung. Der Hurrikan hat in jenem Jahr tatsächlich schlimm gewütet und viele hundert Menschen das Leben gekostet. Natürlich kommt auch die Rassentrennung und all die damit verbundenen Extreme in der Handlung vor, werden aber eher nur angeschnitten.

Mein Fazit:

Zu lesen ist der Roman wirklich gut, ab und zu war ich in einem regelrechten Sog, besonders als der Hurrikan los brach. Persönlich fand ich es gut, dass es weniger um die Liebe, denn um die Geschehnisse in dem Südstaaten-Städtchen ging. Etwas zu einfach löste die Autorin für meinen Geschmack gewisse Schlüsselstellen (die “Bösen” sterben, die “Guten” kommen fast alle davon). Klar, Leser wünschen sich ein Happy End, doch hier hätte die Autorin durchaus mehr Mut zur Realität beweisen können! Trotzdem hatte ich ein nettes Leseerlebnis.

Von mir bekommt das Buch Red roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.



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Rezension: Jérémy Fel-Die Wölfe kommen

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Jérémy Fel – Die Wölfe kommen

Thriller

397 Seiten

Preis: € 16,90 [D] / 17,40 [A]

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Verlagstext:

Das Virus des Bösen

Was verbindet einen Jugendlichen, der in den 70er Jahren in Kansas das Haus seiner schlafenden Eltern anzündet, einen New Yorker Stricher, der Jahrzehnte später den dreijährigen Sohn einer Kundin entführt, die Kellnerin in Indiana, die von einem grauenhaften Ereignis aus ihrer Vergangenheit eingeholt wird, und den Ehemann, der auf der anderen Seite des Atlantiks rasend vor Eifersucht seine Frau umbringt? Kapitel für Kapitel, Geschichte für Geschichte führt J. Fel den Leser hinein in ein beängstigendes Labyrinth: Im Epizentrum des von den USA bis nach Europa wabernden Bösen steht der Psychopath, eiskalte Mörder und Gangsterboss Walter Kendrick.


Mein Eindruck:

Noch nie, wirklich noch nie, hab ich einen solchen Thriller gelesen. Ein Thriller, der aus zwölf scheinbar unabhängigen Kurzgeschichten besteht, welche aber doch miteinander verwoben sind. Geschickt ist dieses Labyrinth aufgebaut, führt den Leser einmal in die Richtung, einmal in die andere. Nicht immer ist klar, ob die Hauptperson Täter oder Opfer oder gar beides gleichzeitig ist. Mit seinen düsteren Einblicken in das Abartigste zu dem Menschen möglich sind, ist dieser Thriller definitiv nichts für schwache Nerven. In den Kapiteln ist das ganze Spektrum an Bosheit vertreten, das es im Reich der Homo Sapiens zu bieten gibt. Mord aus Eifersucht ist dabei das Harmloseste. Wer mit gewissen Themen in Thrillern, wenn es z. B. Kinder betrifft, nicht zurecht kommt, sollte sich wirklich gut überlegen, ob  er dem gewachsen ist, was er in diesem Thriller geboten bekommt. Auch wenn die Geschichten kurz sind, heftig, nervenaufreibend und grausam ist jede Einzelne!

Gleich mit der ersten Geschichte geht Jérémy Fel mächtig zur Sache, zeigt das Gesicht des reinen Bösen. Man fragt sich, wie ein junger Mensch zu so etwas fähig ist. Erst glaubt man noch es ist eine Tat aus Verzweiflung, aber man merkt dann doch schnell, dass es eine Tat aus reiner Boshaftigkeit ist. Wie schwarz diese junge Seele ist, eröffnet sich erst später, welcher Psychopath sich hinter dem Gesicht verbirgt. Auch welche Auswirkungen die Person Daryl Grear auf die Menschen in seinem Umfeld und welchen Einfluss er auf jene hat, die weit, weit vom Ursprung der Geschichte entfernt wohnen, klärt sich erst allmählich, ohne dass die Person Daryl Grear in den jeweiligen Abschnitten präsent ist. Diese böse geisterhafte Macht, sorgt für zusätzlichen Nervenkitzel.

Jérémy Fel ist für diesen Debütroman 2016 in Lyon mit dem “Prix Polar en Série” – Europas größtem Krimifestival – ausgezeichnet worden. Zu recht, wie ich für mich behaupten, denn auch mich konnte er, mit seiner spannungsgeladenen Erzählkunst der etwas andere Art, überzeugen!

Das Cover finde ich gut gewählt.  Dieses allesumfassende Schwarz, welches nur durch einen hellen Blitz durchbrochen wird, passt zur düsteren Atmosphäre, die die Kurzgeschichten auf einem Großteil der Lesestrecke vermitteln.

Mein Fazit:

Ein Thriller mit kaum zu übertreffender Bösartigkeit, der vor nichts zurückschreckt was an menschlichen Abgründen vorhanden ist. Schockierend, brutal, grausam, nichts für schwache Nerven, aber genial konstruiert und genial umgesetzt!


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Herzlichen Dank an den dtv Verlag für dieses persönliche Leseexemplar!


Rezension: Wulf Dorn-Die Kinder

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Wulf Dorn – Die Kinder

Thriller

320 Seiten

Preis: € € 16,99 [D] | € 17,50 [A] | 22,90 [sFr]

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Verlagstext:

Auf einer abgelegenen Bergstraße wird die völlig verstörte Laura Schrader aus den Trümmern eines Wagens geborgen. Im Kofferraum entdecken die Retter eine grausam entstellte Leiche. Als die Polizei den Psychologen Robert Winter hinzuzieht, wird dieser mit dem rätselhaftesten Fall seiner Karriere konfrontiert: Die Geschichte, die Laura Schrader ihm erzählt, klingt unglaublich. Doch irgendwo innerhalb dieses Wahnkonstrukts muss die Wahrheit verborgen sein. Je weiter Robert vordringt, desto mehr muss er erkennen, dass die Gefahr, vor der Laura Schrader warnt, weitaus erschreckender ist als jeder Wahn.


Mein Eindruck:

Der Horror ist schon auf den ersten Seiten zu spüren und sorgt für ordentlich Gänsehaut. Nachdem Laura Schrader aus dem Unfallwagen geborgen wird, erzählt sie dem Psychologe Robert Winter die Geschehnisse der vergangenen Tage. Als Leser ist man ebenso gefangen in ihrer Erzählung wie der Psychologe. Ist das alles nur dem Hirngespinst einer Verrückten entsprungen, oder liegt doch ein Quäntchen Wahrheit darin? Fragen über Fragen, deren Antwort nicht greifbar ist. Die Geschichte wird fortlaufend immer mehr zum Horrortrip, denn die Vorkommnisse entbehren jeglicher Realität.

Durch das Einbinden von echten Geschehnissen, die sich tagtäglich Weltweit abspielen, über die man auch so oder so ähnlich immer wieder hört, liest oder sieht, bekommt der Thriller noch zusätzlich eine schockierende Extreme. Hier dreht sich alles um Kinder. Wie sie von Erwachsenen ausgebeutet, zu Handlungen gezwungen werden und Dinge zu sehen bekommen, dem kein Kind gewachsen ist. Diese Nebenhandlungen sind das schrecklichste und grausamste an dem ganzen Thriller. Denn sie sind Realität, jeder hat schon mal davon gehört, keiner kann sie abstreiten, doch will man sie auch nicht wahrhaben!

Wulf Dorn hat lange Zeit in einer psychiatrischen Klinik gearbeitet. Er kennt die Psyche des Menschen wohl sehr gut, welche Abgründe und Grausamkeiten sich da auftun..

Mein Fazit:

Unfassbar mit welchem Tempo ich durch diese Geschichte geflogen bin. Einmal angefangen, ließ sie mich auch nicht mehr los. Die Realität sieht aber wohl noch um einiges Grausamer aus als in diesem Horrorthriller dargestellt. Beängstigend!


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Herzlichen Dank an den Heyne Verlag für dieses persönliche Leseexemplar!

Rezension: Elisabeth Heathcote-In der Tiefe

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Elizabeth Heathcote – In der Tiefe

Psychothriller

383 Seiten

Preis: € 14,99 [D] / 15,50 [A] / 20,50 [sFr]

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Verlagstext:

Ihr Name war Zena. Tom macht kein Geheimnis aus seiner großen Liebe zu dieser Frau und hat Carmen alles erzählt. Wie er sich Hals über Kopf in Zena verliebte, wie er mit ihr das Ferienhaus am Strand kaufte. Und wie sie eines Nachmittags im Meer schwimmen ging und nie mehr zurückkehrte. Doch Zena ist Toms Vergangenheit, Carmen seine Zukunft. Davon ist Carmen überzeugt. Bis sie erfährt, dass er ihr ein entscheidendes Detail verschwiegen hat: Die Polizei hielt Zenas Tod für einen Mord – und verdächtigte Tom. Ist ihr Mann ein Mörder?


Mein Eindruck:

Ist Tom ein Mörder? Dies ist die Frage aller Fragen, die Carmen (und der Leser) in der Geschichte auf den Grund geht. Mit allen Mitteln die ihr zur Verfügung stehen. Geheimniskrämereien, Lügen und Misstrauen, das sind die Grundpfeiler dieses Psychothrillers. Die Grundidee zur Story ist zwar nicht neu, vermittelte aber im ersten Kapitel schon eine gute Portion an Spannung. Leider holte mich die Umsetzung dann doch recht bald auf den Boden meines Nervenkitzellevels. Seite um Seite empfand ich die Story folglich als zäh und langwierig. Ewige Dialoge wechselten sich mit Momente, in denen auch nicht wirklich aufregendes passierte, ab. Carmens Suche nach der Wahrheit entwickelte sich zu einer Obsession, die durchaus Potenzial für einen Spannungskick hätte. Leider konnte ich davon nichts spüren. Im Ganzen empfand ich sie, Tom und die anderen Charaktere Klischee entsprechend dargestellt. Sie, die neue Frau an seiner Seite, er der erfolgreiche Anwalt, die Kinder mit ihrem a-typischen Verhalten, die Exfrau und natürlich Zena, die alles überstrahlt. Auch die eingebauten Wendungen konnten mich nicht recht überzeugen.

Mein Fazit:

Lügen und Eifersucht machen in meinen Augen noch keinen Roman zu einen Psychothriller. Wieder einmal ein Beispielroman dafür, dass die reißerische Aufmachung an der Klappenbroschur nicht immer hält, was sie verspricht! Der Handlung ist leicht zu folgen, die Dialoge waren mir manchmal zu einfallslos und banal. Schade, leider konnte mich die Geschichte am Ende nicht für sich gewinnen!


Von mir bekommt der “Psychothriller” Red roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an den Diana Verlag für dieses persönliche Leseexemplar!

Rezension: Andreas Gruber-Todesreigen

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Andreas Gruber – Todesreigen

Thriller

571 Seiten

Preis: € 9,99 [D] / 10,30 [A] / 13,90 [sFr]

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Verlagstext:

Nachdem eine Reihe von Kollegen auf brutale Art Selbstmord begangen haben, wird Sabine Nemez – Kommissarin und Ausbilderin beim BKA – misstrauisch. Vieles weist auf eine jahrzehntealte Verschwörung und deren von Rache getriebenes Opfer hin. Sabine bittet ihren ehemaligen Kollegen, den vom Dienst suspendierten Profiler Maarten S. Sneijder, um Hilfe. Doch der verweigert die Zusammenarbeit, mit der dringenden Warnung, die Finger von dem Fall zu lassen. Dann verschwindet Sabine spurlos, und Sneijder greift selbst ein. Womit er nicht nur einem hasserfüllten Mörder in die Quere kommt, sondern auch seinen einstigen Freunden und Kollegen, die alles tun würden, um die Sünden ihrer Vergangenheit endgültig auzulöschen …


Mein Eindruck:

Juhuhuu, er ist wieder daaaah – also nicht der mit dem Schnauzbart, sondern Maarten S. Sneijder. Der niederländische Profiler mit den Clusterkopfschmerzen, die er mit Hilfe von Akkupunkturnadeln und Marihuana in den Griff bekommt, und dessen trocken bissige Art bei seinen Kollegen und Schülern für wenig Sympathiepunkte sorgen. Aber ich mag den Typen, der ist so herrlich unkonventionell und ehrlich. Ich hab mich auf diesen neuen Fall mit ihm und Sabine Nemez gefreut. 

Sabine Nemez beißt sich diesmal fast die Zähne aus und gerät an ihre körperlichen Grenzen. Denn nicht jeder in der Polizeitruppe ist daran interessiert, dass sie diesen Fall löst. Von Sneijder kann sie sich keine Unterstützung erhoffen, er ist vom Dienst suspendiert. Trotzdem scheint er mehr über die Opfer und die Hintergründe zu wissen und legt der Kommissarin inständig nahe, die Finger von dieser Causa zu lassen. Natürlich hält diese davon nichts und so gräbt sie immer tiefer und tiefer im Morast und deckt Ungeheuerlichkeiten auf, die für Köpfe rollen sorgen könnten. Und begibt sich damit in tödliche Gefahr ….

Andreas Gruber hat mich auch diesmal nicht endtäuscht. Der Fall spielt direkt im Umfeld der BKA und ist sehr spannend beschrieben, menschlich wie auch bildlich. Die Gier nach Geld und Ruhm, die gesetzestreue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu korrupten Drecksäcken macht und die vor nichts zurückschrecken, sorgt schon für einen dicken Hals. In der Zeit driftet die Geschichte hin und her. Durch die datumszeitlichen Angaben treibt man zwischen den Ermittlungen und den Geschehnissen in der jüngeren Vergangenheit hin und her, bis sich diese zwei Handlungsstränge schließlich zusammenfinden. Über weiter zurückliegende Ereignisse bekommt man ein klares Bild sich damals zugetragen hat und warum nun passiert, was passiert.

Mein Fazit:

Ich bin ja nicht so der Fan davon, aus einer taffen Ermittlerin Superwoman zu machen, Sabine Nemez ist am Ende diesen Falls für meinen Geschmack zu sehr geworden. Trotzdem war “Todesreigen” sehr spannend geschrieben und die Handlung in sich schlüssig.  Bin gespannt was der Autor weiter ausheckt, denn “Todesreigen” ist der Auftakt der zweiten Trilogie rund um das Ermittlerduo. Es deutet einiges “auf etwas Neues” hin. Ich freu mich jedenfalls schon auf den nächsten Fall mit Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez!


Von mir bekommt der Thriller Red roseRed roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an den Goldmann Verlag für dieses persönliche Leseexemplar!




Rezension: B.C. Schiller – Targa

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B.C. Schiller – Targa: Der Moment, bevor du stirbst

Thriller

395 Seiten

Preis: € 10,00 [D] / 10,30 [A] / 13,90 [sFr]

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Verlagstext:
Niemand kommt dem Bösen so nahe wie sie.

Targa Hendricks hat keine Freunde, keine Liebe, nichts zu verlieren. Doch vor allem hat sie keine Angst – und genau das macht sie so verdammt gut in ihrem Job. Denn als Undercover-Ermittlerin einer Sondereinheit des BKA ist es ihre Aufgabe, Serienkiller auf frischer Tat zu überführen, und dazu gibt es nur zwei Wege: Targa muss sich einem Mörder ausliefern – oder ihn glauben lassen, sie sei wie er.
Falk Sandman ist Hochschuldozent, charismatisch, clever und besessen von den letzten Worten Sterbender – seiner Opfer. Eines Tages trifft er eine junge Frau, die sich für seine dunkle Seite interessiert. Sie will von ihm lernen, und Sandman fasziniert ihr gefühlloses Verhalten. Zunächst ist er skeptisch, doch allmählich vertraut er ihr.
Ein tödliches Spiel beginnt. Wer wird gewinnen?


Mein Eindruck:

Targa Hendricks ist nach außen hin eine gefühlskalte, emotionslose junge Frau. Beste Voraussetzungen für ihren Job. Denn Gefühle und Emotionen bedeuten Verletzbarkeit. Und das kann sich Targa nicht leisten. Als ein junges Mädchen in der Öffentlichkeit Selbstmord begeht setzt ihr Chef  sie auf Falk Sandman an. Denn alle Indizien deuten darauf hin, dass er der Grund für diese Tat war. Der Hochschuldozent strahlt etwas aus, das Frauen und Mädchen offenbar anzieht und er nützt dies um sich sie zu Willen zu machen und zu manipulieren. Ihm werden zahlreiche Morde nachgesagt, doch nachgewiesen werden konnte ihm bisher nichts. Durch Targa erhoffen sich die Ermittler dem gutaussehenden, charismatischen und intelligenten Sandman endlich überführen zu können. Doch auch Targa begibt sich in Gefahr, denn Sandman schafft es, das ans Licht zu führen, was sie eigentlich glaubt nicht zu haben – Emotionen und Gefühle zu anderen Menschen….

Die Handlung ist recht spannend und gut erzählt. Sie ist aber auch sehr weitläufig und bezieht sich nicht immer um das eigentliche Geschehen rund um Sandman und Targa. Das ist erstmal verwirrend, klärt sich aber allmählich und ist wichtig um gewisse Dinge aus der Vergangenheit zu erfahren. Leider sorgt diese Nebenhandlung aber auch dafür, dass gewisse Vorkommnisse in der Haupthandlung zu wenig hinterfragt werden. Es passiert so viel und nie scheint rechte Polizeiarbeit getan zu werden, auch nicht im Hintergrund. Targa ist auch keine Einzelkämpferin, sie hat durchaus ein Team um sich, mit dem sie sich immer mal wieder abspricht. Spannungsmomente gibt es durchaus gute. Als Leser kennt man den Täter natürlich schon, seine abartigen Vorlieben sind aber so dargestellt, das man doch Gänsehaut bekommt. Das er aber immer wieder davonkommt erscheint mir zu einfach gestrickt und nicht ganz nachvollziehbar. Auch fand ich zu viel um Sandmans Person verarbeitet. Über Targa selber erfährt man recht viel. Sie ist jetzt aber auch keine Ermittlerin, die man so oder so ähnlich nicht schon mal irgendwo gehabt hätte. Einiges an der Handlung wirkte doch zu konstruiert und verlief für den Täter zu einfach. Übertrieben Action geladen war dann auch noch der Schluss. Wobei ich Action durchaus mag, ich kann nur nicht verstehen, dass da aus einer taffen Ermittlerin dann noch Superwoman werden muss.

Mein Fazit:

Ein ganz guter Thriller mit einem guten Plot, der aber auch einige Schwächen aufweist, was die Charaktere und den Ablauf der Handlung anbelangt. Mir gefällt aber der Schreibstil und das Tempo. Die Ermittlungen sind in sich abgeschlossen, doch das Ende ist offen, also heißt es warten auf den nächsten Teil, den würde ich auf jeden Fall lesen wollen!


Von mir bekommt der Thriller Red roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an den Penguin Verlag für dieses persönliche Leseexemplar!


Hörbuchrezension: Nikola Scott-Zeit der Schwalben

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Nikola Scott – Zeit der Schwalben

Gelesen von Simone Kabst und Eva Gosciejewicz

Autorisierte Lesefassung

6 CDs ; Laufzeit: 7 h 51 min

Preis: € 19,95 [D] / 19,99 [A]

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Verlagstext:

Die 16-jährige Elizabeth ist begeistert von den jungen Leuten, die sie auf dem Anwesen der Freunde ihrer Eltern in Sussex kennenlernt. Die erwachsenen Kinder der Shaws nehmen sie mit zu Ausflügen, Picknicks, Gartenpartys, und sie erlebt in jenem Sommer Ende der 50er Jahre ihre erste Liebe. Doch dann schlägt das Schicksal zu.
Vierzig Jahre später besucht Addie Harington ihren Vater und ihre Geschwister, um den ersten Jahrestag des Todes ihrer Mutter Elizabeth zu begehen. Als sie sich kurz in das ehemalige Arbeitszimmer ihrer Mutter zurückzieht, klingelt das Telefon. Ein Unbekannter, der Addie offenbar für ihre Mutter hält, spricht von »neuen Spuren« und erwähnt immer wieder ein Datum – Addies Geburtstag. Kurz darauf steht eine Frau vor der Tür der Haringtons. Sie behauptet, sie sei Addies Schwester…
Simone Kabst leiht ihre weiche, volle Stimme den Erzählpassagen um Addie im modernen London. Eva Gosciejewicz entführt die Hörer als Elizabeth mit zarter Nostalgie in das England der späten 50er Jahre.


Mein Eindruck:

Wenn da plötzlich eine Schwester – eine Zwillingsschwester – auftaucht, wie reagiert man da. Vor allem, da diese Frau just an dem Tag auftaucht, der für die ganze Familie der Schmerzhafteste vom ganzen Jahr ist. Elizabeth Harington ist ein Jahr zuvor bei einem Unfall gestorben. Und jetzt taucht diese Frau auf und behauptet die Zwillingsschwester von Addie zu sein. Addie ist geschockt, skeptisch, aber auch neugierig, denn irgendwie glaubt sie die Geschichte der Fremden. Als sie ihren Vater zur Rede stellt, erleidet er einen Herzanfall und Addie ist  klar, dass während ihrer Geburt etwas schreckliches passiert sein muss. Sie kann nicht fassen, dass ihre Mutter einfach ein Baby weggeben hat. Zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Phoebe macht sie sich auf, um die Wahrheit herauszufinden. Ein Tagebuch ihrer Mutter führt sie schließlich nach Sussex, wo sie auf eine Jugendfreundin treffen. Durch sie erfahren sie schließlich schreckliche Details und welche Tragödie sich in Elizabeths Jugend zugetragen hat!

Schade, dass diese tragische aber wunderbare Geschichte so gekürzt wurde. Gefühlsmäßig wurde da doch Stellen ausgelassen, die mir am Ende irgendwie abgingen. Die Zeit von Elizabeth in Sussex viel sehr kurz aus. Da war nichts zu spüren von dieser geheimnisvollen Atmosphäre die in dem Herrenhaus offenbar herrschte. Der offenbar wunderschöne englische Garten mit seinen Rosensträuchern kam erst im Epilog vor. Die Härte des Vaters und Elizabeths innerer Kampf um ein eigenständiges Leben. Auch Addie kam mir irgendwie zu kurz. Offensichtlich hatte sie zeitlebens das Gefühl, ihrer Mutter nicht gerecht zu werden, den Grund dahinter vermutet man dann natürlich ist die verlorene Tochter. Ich liebe solche Details in solchen Romanen, leider wurden die zu sehr gestrichen.

Die Geschichte selber ist, wie bereits erwähnt, wirklich schön. Eine Familiengeschichte, die auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Durch die beiden Sprecherinnen, kann man sich gut in die unterschiedlichen Erzählstränge einfinden. Simone Kabst und Eva Gosciejewicz haben beide eine wundervolle Art, die Handlung zu erzählen und das Geschehen sichtbar zu machen. Ich mag es, wenn den Protagonisten unterschiedliche Tonfarben gegeben werden.

Mein Fazit:

Ein wunderschöner Gesellschaftsroman, dessen Geschehnisse in der Vergangenheit liegen und aufzeigen welche Stärke Frauen immer wieder beweisen müssen. Egal ob früher oder jetzt.  Schade aber, dass diese Geschichte für das Hörbuch so eingekürzt wurde!


Von mir bekommt das Hörbuch Red roseRed roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an den Argon Verlag für dieses persönliche Hörexemplar!