James Baldwin – Giovannis Zimmer [Rezension]


Zur Verfügung gestellt von Random House Audio.

Autorin: James Baldwin

Titel:  Giovannis Zimmer   Originaltitel: Giovannis Room

Genre: Drama, Soziologie                                                 

Umfang: 6 CDs; Laufzeit ca. 6 h 1 min

ISBN:  978-3-8371-5078-0                                     

Preis: € 20,00 [D] /€ 20,60 [A] / 28,90 [sFr]

Buchinfo Verlagsseite

Der Titel ist auch als Hörbuchdownload erhältlich, als Buch über einen anderen Verlag.

AutorIn:

James Baldwin, 1924 in New York geboren, war und ist vieles: ein verehrter, vielfach ausgezeichneter Schriftsteller und eine Ikone der Gleichberechtigung aller Menschen, ungeachtet ihrer Hautfarbe, ihrer sexuellen Orientierung oder ihres Herkunftsmilieus. Er war der erste schwarze Künstler auf einem Cover des Time Magazine. Baldwin starb 1987 in Südfrankreich, aber sein Bann ist bis heute ungebrochen.

SprecherIn:

Thomas Lettow gehört seit 2014 zum Ensemble des Münchener Residenztheaters. Er wirkte zuletzt u. a. in Schillers „Die Räuber”, Sophokles‘ „König Ödipus” und Dostojewskijs „Der Spieler” mit. Außerdem liest er regelmäßig für das Literaturhaus München, so z. B. aus Werken von Hanya Yanagihara und James Baldwin. 2016 wurde Lettow mit dem Bayerischen Kunstförderpreis und 2017 mit dem Förderpreis der Freunde des Residenztheaters ausgezeichnet.

Verlagstext:

Zärtlich und zupackend erzählt Baldwin von Liebe, Begehren und Verletzlichkeit

Im Paris der Fünfziger lernt David den reizend überheblichen, löwenhaften Giovanni kennen. Die beiden beginnen eine Affäre – Verlangen und auch Scham brechen in David los wie ein Sturm. Als plötzlich seine Verlobte zurückkehrt, bringt David nicht den Mut auf, sich zu outen. Im Glauben, sich durch Verleugnung selbst retten zu können, stürzt er Giovanni in ein Unglück, das tödlich endet.

Mit „Giovannis Zimmer” brach Baldwin gleich zwei Tabus: Als schwarzer Schriftsteller schrieb er über die Liebe zwischen zwei weißen Männern. Sein amerikanischer Verlag trennte sich daraufhin von ihm, seine Agentin riet ihm, er solle das Manuskript verbrennen. Heute gilt „Giovannis Zimmer” als Baldwins berühmtester Roman.

Mein Eindruck:

Auf James Baldwin bin ich leider erst im vergangenen Jahr gestoßen und das nur, weil der Film „Beale Street Blues“ in die Kinos kam. Den Film habe ich nicht gesehen, das Buch bisher auch nicht gelesen, dafür aber ein „Nach der Flut das Feuer„. Ein, wie ich finde, wunderbares Essay des Autors, über sein Leben, seine Weltanschauung, seine Gedanken und vieles mehr.

Nun aber zu „Giovannis Zimmer„: David, ein junger Amerikaner, verbringt einige Monate mit seiner Verlobten in Europa. Als diese beschließt für einige Zeit nach Spanien zu gehen, bleibt David allein in Paris zurück. Dort lernt er den charismatischen Giovanni kennen. Die Gefühle, die sich zwischen den beiden Männern entwickeln gehen weit über eine „normale“ Freundschaft hinaus. Für David, aufgewachsen in einer konservativen Familie, in einer Zeit und in einem Land wo Homosexualität noch mit Strafe geahndet wurde, beängstigende neue Gefühle, denen er sich nur zögerlich stellt. Hin- und hergerissen von seiner Hingezogenheit zu Giovanni und seinem Willen diesem zu widerstehen, entbrennt eine leidenschaftliche Beziehung zwischen ihnen. Als Davids Verlobte wieder nach Paris kommt, muss er sich entscheiden, für die Liebe zu Giovanni oder ein von der Gesellschaft gefordertes konservatives Familienleben…..

Giovannis Zimmer ist ein Drama über die Liebe und deren tragische Auswirkungen es auf Menschen hat, die nicht zu ihren Gefühlen stehen können, wollen oder dürfen. Ein mutiger Roman über ein Thema, das noch heute viel Unverständnis und Hass bei konservativen Menschen aufkommen lässt. Daniels Zerrissenheit, seine Angst zu den Gefühlen, denen er sich nur langsam stellt, ist so stark zu spüren, das es fast schmerzhaft ist.

Thomas Lettow ist es gut gelungen, den gedruckten Worten Ausdruck zu verleihen. Durch ihn bekommt Giovannis und Davids Geschichte die richtige Leidenschaft, Traurigkeit, und Tragödie.

Mein Fazit:

Ein mutiger Roman, geschrieben zu einer Zeit in einem Land in dem Homosexualität noch strafbar war, von einem Mann, der durch seine Herkunft und Hautfarbe selber mit Hass und Rassismus täglich konfrontiert war. Sehr beeindruckend und über 60 Jahre später leider immer noch trauriger Alltag für viele Menschen!

Ich gebe dem Hörbuch 4 von 5 !

Herzlichen Dank an den Verlag und das Bloggerportal!

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