Rezension: Jan Kilman-Heldenflucht


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Jan Kilman – Heldenflucht

Roman

507 Seiten

Preis: € 9,99 [D] / 10,30 [A] / 13,90 [sFr]

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:

1918 – Deutschland nach dem großen Krieg … Das Land wird von Hungersnöten geplagt, die Daheimgebliebenen warten sehnsüchtig auf die Kriegsrückkehrer. In dieser düsteren Zeit begibt sich die Kriegsberichterstatterin Agnes Papen in die Eifel, in ihr Heimatdorf, das von den Wunden des Krieges heimgesucht wird, wie sich bald zeigt. Als die Bewohner einen stummen französischen Soldaten stellen, kommt eine Spirale der Gewalt in Gang. Menschen verschwinden spurlos, und in den Wäldern wird eine Leiche gefunden. Agnes beschließt, sich auf die Suche nach der Wahrheit zu machen …


Mein Eindruck:

Der erste Weltkrieg – die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts – kostete fast 17 Millionen Menschenleben. Unfassbar! Und tragisch auch die Einzelschicksale, der Soldaten als auch der Zivilbevölkerung und der Daheimgebliebenen. In Heldenflucht  bekommen diese Schicksale Namen und Gesichter.

Eigentlich sollte der Roman ein Krimi sein. Auch beginnt er wie ein Krimi, spannend und beängstigend. Doch die Handlung ist viel komplexer. Sie umfasst zahlreiche Charaktere, die alle gut dargestellt sind und die man auch gut auseinanderhalten kann. Die Psyche und die physische Auswirkung des Krieges auf alle Beteiligte ist sehr glaubhaft dargestellt und gut nachzuvollziehen. Jede einzelne Person wirkt sehr realistisch. Jeder Charakter ist in irgendeiner Form Opfer durch die Auswirkungen des Krieges. Da sind die Männer, die in den Krieg zogen freiwillig und aus Überzeugung und als Häufchen Elend, mit den unterschiedlichsten psychischen Problemen zurück kamen oder den Tod fanden. Da sind die Frauen, die ihre gefallen Männer und Söhne betrauern. So manche entwickelt in ihrer Trauer und Not einen Hass der sich nicht an den Feind richtet. Da ist der Hunger und die Verzweiflung, die so manchen in den Wahnsinn oder zu verzweifelten Taten antreibt. Die Situationen sind düster und bedrückend. Nur wenige Momente gaukeln ein normales Leben vor.

Ein weiterer bedrückender Aspekt der Geschichte sind die Feldpostbriefe der Soldaten an ihre Lieben zu Hause. Alle so voller Hoffnung und dem Glauben, dass sie sich bald wieder sehen werden. Am Ende jedes Briefes eine Fußnote mit der bitteren Wahrheit. Die Brief sind alle echten Feldpostbriefen nachempfunden und für die Geschichte entsprechend umgearbeitet, richten sie sich doch alle an Bewohner des kleinen Eifelortes.

Welche Auswirkungen der Krieg, insbesondere die Erlebnisse der Soldaten, hatte, erschließt sich nach und nach. Man hat als Leser zwar irgendwann eine Ahnung, die Erkenntnis ist aber erschütternd.

Mein Fazit:

Ein sehr bedrückender Roman mit sehr lebensechten Personen. Die Stimmung ist düster, der Jahreszeit und der Schreckenszeit angepasst. Eine Erzählung, die einen nicht so einfach loslässt.


Von mir bekommt der Roman Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an Heyne für dieses persönliche Leseexemplar!

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