Rezension: Edney Silvestre-Der stumme Zeuge


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Edney Silvestre – Der stumme Zeuge

Kriminalroman

223 Seiten

Preis: € 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90

Buchinfo Verlagsseite

Verlagstext:

Wo Geld alles ist, zählt das Leben eines Kindes nichts …

São Paulo, Brasilien: Ein kleiner blonder Junge wird mit einer Luxuslimousine von der Schule abgeholt. Minuten später ist der Fahrer des Wagens tot, das Kind in der Gewalt einer Söldnertruppe. Mit der Entführung soll der Vater des Kindes, der mächtige Medienmogul Olavo Bettencourt, zur Aufdeckung eines Korruptionsskandals der brasilianischen Politikelite gezwungen werden. Doch Bettencourt reagiert nicht auf die Forderungen und den Entführern läuft die Zeit davon. Sie bekommen Zweifel: Haben sie den richtigen Jungen in ihrer Gewalt?

Mein Eindruck:

Endney Silvestres Kriminalroman ist nicht wie herkömmliche Krimis. Das macht ihn aber zu etwas Besonderem. Es gibt keinen Ermittler, der das Verbrechen aufdecken will. Die Stimmung in dem Buch ist ganz eigen, durch die Perspektivwechsel und auch durch die Gedankengänge der einzelnen Personen. Als Leser bekommt man so ein gutes Gefühl für die Charaktere – nicht immer in positiven Sinne.

Die Handlung spielt in Brasilien Anfang der 90er Jahre. Das Land ist geprägt von Korruption. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer armer. Erspartes war Wertlos, denn den Menschen wurde der Zugang zu ihrem Geld verboten. Olavo Bettencourt verdankt seinen Reichtum dem Umgang mit hochrangigen Politikern. Gefallen werden eingelöst. Eine Hand wäscht die andere.  Eine Gruppe von Verbrechern sieht in Bettencourt die Chance ans große Geld zu kommen. Da sie an den Medienmogul selber nicht heran kommen, fällt ihr Fokus auf dessen Sohn. Doch etwas geht schief, die Entführer schnappen sich das falsche Kind. Der kleine taubstumme blonde Junge, der Sohn des Haushälterehepaars. Als die Entführer ihren Irrtum merken ist es zu spät. Bettencourt hat seine  Kontakte genutzt. Die Polizei ermittelt in eine andere Richtung, Lösegeld wird keines fließen ….

Der Junge ein Kollateralschaden? Alles läuft auf dieses Szenario hin. Sehr bedrückend und sehr real dargestellt. Wie wenig ein Leben für skrupellose Menschen – sowohl unter den Reichen, wie auch unter den Politikern, der Polizei und den Verbrechern – wert ist. Die Kapitel sind kurz, stellen die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und Milieus, in denen sich die Handlung abspielt, aber gut dar. Die Machenschaften der Oberschicht machen wütend, die Hilflosigkeit der Unterschicht ist bedrückend und traurig.

Mein Fazit:

Vielleicht nicht der spannendste Krimi, aber doch einer der interessantesten. Auch wenn er recht kurz ist, konnte ich mich nicht so schnell von der Handlung losreißen. Sie beschäftigte mich noch längere Zeit. Diese Machenschaften der Höhergestellten. Ihr skrupelloser Umgang mit allem, besonders mit jenen, die ihnen – auf welche Art auch immer – im Weg stehen. Sehr real und eindringlich.

Von mir bekommt der Kriminalroman Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Herzlichen Dank an den Limes Verlag!

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