Rezension: Carl Nixon-Settlers Creek


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Carl Nixon – Stellers Creek

Roman

348 Seiten

Preis: € 9,99 [D] / 10,30 [A] / 13,90 [SFr]

Buchinfo Verlagsseite

Verlagstext:

Mein Land, mein Haus, mein Kind, meine Leiche.

Die Finanzkrise reißt dem erfolgreichen Unternehmer Box Saxton aus Christchurch den Boden unter den Füßen weg: Seine Familie muss umziehen, die Kinder können nicht mehr auf die teure Privatschule gehen. In dieser Situation erhängt sich der 19jährige Sohn Mark. Bei der Beisetzung am Familiengrab taucht plötzlich Marks leiblicher Vater, Tipene, auf. Tipene ist Maori und hat Marks Mutter kurz nach der Geburt verlassen. Doch nun beansprucht er den Leichnam seines Sohnes, den er nie kennengelernt hat, um ihn nach Maori-Tradition zu bestatten. Als die Familie sich weigert, stiehlt Tipene die Leiche des Jungen. In seinem alten Pickup macht sich Box getrieben von Wut und Trauer auf, seinen Sohn zurückzuholen.

Mein Eindruck:

Box Saxton ereilt das größte Unglück, das einer Familie passieren kann: ein Kind ist tot. Der Sohn hat sich das Leben genommen. Eine unfassbare traurige Tragödie, die einem schon zu denken gibt. Trauer und Hilflosigkeit ob dieser Tat zieht sich durch die Geschichte. Hinzu kommt noch die Wut und der aufkeimende Hass über den Raub des Leichnams durch die Maori-Sippe. Die Polizei kann nicht helfen, denn ein Konflikt zwischen weißen und den Ureinwohnern wäre das letzte, was das Land gebrauchen könnte. So nimmt Box Saxton kurzerhand das Gesetz in die eigenen Hände und holt sich seinen Sohn zurück.

Die Geschichte dreht sich eigentlich mehr um Box Saxton, denn um den Selbstmord des Sohnes und den Verlust der Familie. Saxton ist ein Getriebener. Durch den Niedergang seiner Firma fühlt er sich gegenüber seiner Familie als Verlierer. Er wollte immer nur das Beste für alle. Dann musste er alles aufgeben und nun wird ihm auch noch der Sohn – denn auch wenn er nicht der leibliche Vater war, fühlte er sich als solcher – gestohlen und von den Maori beansprucht. Dieses Ringen zwischen zweier Kulturen ist noch viel tragischer als die Tragödie um den Selbstmord. Die Maori fühlen sich im Recht und nehmen sich was nach ihrer Ansicht zu ihnen gehört. Als weißer muss man das Gesetz befolgen. Nur mit gerichtlicher Hilfe ist eine Herausgabe zu erzwingen. Dies kann Monate oder gar Jahre in Anspruch nehmen. Als Leser bekommt man da vor allem die Sicht vom weißen Mann zu spüren. Zwar geht der Autor auch etwas auf die Maori Kultur ein, doch eher nur am Rande und mit einigen Erläuterungen wie z. B. das Haka oder das Tangi, doch vor allem geht es um Box Saxton und sein Handeln. Im Glossar am Ende der Geschichte werden alle angeführten Maori-Ausdrücke erklärt.

Der Roman selber ist sehr atmosphärisch. Die Menschen aber vor allem die Landschaft wird wunderbar dargestellt. Wer schon einmal in Neuseeland war oder es von Bildern her kennt, kann sich dieses wunderschöne Land ganz klar und deutlich vorstellen.  Mir ging es zumindest so. Am Ende fühlte ich mich vor allem den Landschaften wieder ganz nah. Dass in Neuseeland nicht alles nur beschaulich ist, spürt man auch. Nicht nur die Konflikte zwischen den Kulturen, auch dieser große Unterschied zwischen Arm und Reich. Dort die unfassbar teuren und luxuriösen Häuser und da die Bruchbuden. Der Verfall der Farmen, weil die Nachkommen ihr Glück lieber in der Stadt suchen.

Carl Nixon ist ein neuseeländischer Autor. Mir war er noch nicht bekannt. Das Cover ist recht düster, lässt aber viel von dieser mystischen Landschaft, für die Neuseeland so bekannt ist, erahnen. Settlers Creek ist der zweite Roman, der im btb-Verlag erschienen ist.

Mein Fazit:

Das Einzige, das mich persönlich gestört hat ist, dass das “dass”  immer mit ß geschrieben wird. Ansonsten ein wirklich gelungener und lesenswerter Roman über Wut, Trauer, Liebe, Schuldgefühle und Hilflosigkeit über eine Situation, die man nicht beeinflussen kann.

Von mir gibt es für Settlers Creek Rote RoseRote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Herzlichen Dank an den btb-Verlag!

 

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