Rezension: Karen Winter-Wenn du mich tötest


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Karen Winter – Wenn du mich tötest

Psychothriller

316 Seiten

Preis: € 9,99

Buchinfo Verlagsseite

Verlagstext:

Nach Kinlochbervie, einem Küstenort in den schottischen Highlands, verirrt sich niemand zufällig. Deswegen sorgt der deutsche Tourist Julian im einzigen Hotel der Gegend durchaus für Aufsehen. Verdreckt, durchnässt und völlig verstört bittet der Backpacker um Hilfe. Seine Frau Laura, mit der er einige Tage am Strand der einsamen Sandwood Bay verbracht hat, ist verschwunden. Die Polizei steht vor einem Rätsel, und bald gerät Julian selbst unter Verdacht. Dann wird südlich der Bay die Leiche einer Frau angespült; nackt und kaum mehr zu identifizieren …

Mein Eindruck:

Was ist da draußen in der Bay passiert zwischen Julian und seiner Frau Laura? Was hat der Mann zu verbergen? Dies sind nur zwei Fragen, die ich mir als Leser gleich zu Beginn im Geiste stellte als der Deutsche durchnässt, verschmutzt und verwirrt in dem kleinen Hotel in den Highlands auftauchte. Die Gedanken des Mannes lassen erst mal auf einen Unfall oder ein Verbrechen schließen. Sicher ist nur, dass Julia verschwunden ist. Auch Polizist John Gills geht von einem Vermisstenfall aus. Erst als er in der Bay auf eine Spur der Frau stößt, scheint die Angelegenheit in eine ganz andere Richtung zu gehen. Er nimmt Julian zu Befragungen mit.

Diese Befragungen sind wirklich klasse gemacht. Julians Charakter ist wechselhaft wie die eines Psychopathen. Man weiß wirklich nicht, wie er einzuschätzen ist. Einmal am Boden zerstört, dann wieder äußerst aggressiv. Wechselhaft wie ein Fähnchen im Wind. Und John Gills ist oft selbst überrascht, was er über den Mann zu Tage führt. Als Leser war ich gefesselt, kam von einer Emotion zur anderen, hatte aber keinen Lösungsansatz.

Bildlich kann man sich die karge unwirtliche Gegend in ihrer ganzen Wildheit wunderbar vorstellen. Am Liebsten würde ich meinen Rucksack packen und selber durch diese Landschaft reisen. Auch die Bewohner mit ihren  für jedes Land typischen Charakterzügen konnte ich mir gut vorstellen und fühlte mich sehr wohl mit ihnen.

Die Auflösung der Geschichte brachte so manche Überraschung. Ich fand sie zwar gut, doch genau in diesen Überraschungen lagen für mich die Schwächen der Erzählung verborgen. John Gills, der Polizist, der Spuren verfolgt und nicht aus den Augen verliert, hinterfragte mir währen dieser neuen Wendungen zu wenig bei den Beteiligten. Ich hatte irgendwie das Gefühl die Handlung wird abgewürgt und die Autorin möchte so schnell als möglich zu einem Ende kommen. Auch das Ende hinterlässt mich als Leser nicht wirklich zufrieden. Irgendwie hatte ich mir eine Aussprache zwischen Gills und seiner Ex-Freundin erwartet, zumindest deutete alles darauf hin. Doch dann überraschte Gills mit einer Erinnerung aus seiner Kindheit. Ich gehe jetzt auch nicht näher darauf ein, wer das Buch liest oder gelesen hat, wird wissen was ich meine.

Das Cover ist einfach gehalten. Die düstere Atmosphäre mit dem zerklüfteten Küstenabschnitt, den Nebelschwaden und der menschlichen Silhouette passt gut zu diesem Psychothriller. Auf der Titelinnenseite ist eine Karte dargestellt. Das ist recht nett. So hat man als Leser die Möglichkeit der Route zu folgen in der sich die Protagonisten bewegen.

Karen Winter war mir als Autorin unbekannt. Sie schreibt seit vielen Jahren erfolgreich Spannungsromane und Thriller. Sie lebt in Hamburg und bereist, zusammen mit ihrem Mann, gerne die Welt. Beruflich wie Privat.

Mein Fazit:

Mir hat das Ende am wenigsten gefallen. Punktet der Roman erst mal durch seine starken Charaktere, Düsternis und Wildheit, verspielt er doch viel durch die flache Aufarbeitung am Schluss durch die Polizei. Schade eigentlich, denn das nimmt der Geschichte viel weg.

Von mir bekommt der Psychothriller Rote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Herzlichen Dank an Droemer-Knaur und Vorablesen, dass ich den Roman vorab lesen durfte!

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