Hörbuchrezension: Estelle Laure-Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance


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Estelle Laure – Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance

Gesprochen von Julia Meier

3 CDs; Laufzeit 4 h 5 min

Preis: € 16,99

Buchinfo Verlagsseite

Verlagstext:

Lucille sollte sich eigentlich auf ihr Abschlussjahr freuen: Sie versteht sich gut mit ihrer kleinen Schwester Wren, ihre beste Freundin Eden ist immer für sie da und sie ist heimlich verliebt. Doch am ersten Schultag nach den Sommerferien kommt Lucilles Mutter nicht aus dem Urlaub zurück und die beiden Schwestern müssen allein zurechtkommen. Aber Lucille gibt nicht auf und versucht, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Sie verdient Geld, bezahlt Rechnungen und kümmert sich um Wren. Da bleibt nicht viel Zeit, vor allem nicht für große Gefühle. Aber wer kann sich schon wehren, wenn die wahre Liebe vor der Tür steht?

 

Gefühlvoll und fesselnd interpretiert Julia Meier diese Geschichte über das Schicksal, auf sich allein gestellt zu sein und die Hoffnung nicht zu verlieren.

Das Hörbuch basiert auf dem gleichnamigen Buch bei FISCHER KJB, das von Sophie Zeitz aus dem amerikanischen Englisch übersetzt wurde.

 

 

Mein Eindruck:

Manchmal trifft es Kinder aus heiterem Himmel: sie müssen von heute auf morgen erwachsen werden. So passiert es in dieser Geschichte Lucille. Nachdem ihr Vater einen Nervenzusammenbruch hatte, kam ihre Mutter mit der Situation nicht mehr klar. Sie nahm sich Urlaub von ihren Töchtern Lucille und Wren. Nach zwei Wochen wollte sie wieder zurück sein. Doch alles was kam war ein Brief. Anfangs kann die 17-jährige es einfach nicht fassen. Ehrlich jetzt? Ihre Mutter haut ab und lässt sie einfach mit ihrer kleinen Schwester zurück. Schnell ist Lucille klar, dass sie niemandem davon erzählen darf. Denn sonst kommt das Jugendamt und trennt die beiden Mädchen. Das darf nicht geschehen, denn Wren ist die einzige Familie, die sie noch hat.

Julia Meiers stimme ist passend für diesen Jugendroman. Mit gekonnt gesetzten Emotionen schildert sie wie sich Lucille für ihre Schwester durch so manches Hindernis kämpft. Verwunderlich ist aber doch, das scheinbar niemandem auffällt, dass die Mutter schon seit längerer Zeit nicht mehr da ist. Lucille baut ein Lügenmärchen auf. Nur ihre beste Freundin und deren Zwillingsbruder werden nach und nach eingeweiht, weil Lucille abends arbeiten gehen muss und sie sonst niemanden fragen kann, der sich um ihre kleine Schwester kümmern kann. Sehr mutig, wie ich finde, doch auch etwas unglaubwürdig. Da die Handlung in einer US-Kleinstadt spielt und anscheinend jeder über jeden bescheid weiß. Erst als im Haus in Abwesenheit der beiden Mädchen seltsame Dinge geschehen, merkt man, dass da doch jemand ein Auge auf die Beiden hat.

Neben diesem Kampf um das tägliche „Überleben“, das Nicht-Entdeckt-Werden, spielt sich in Lucille noch ein anderer Kampf ab. Sie ist verliebt in Digby, den Zwillingsbruder ihrer besten Freundin. Doch er ist seit Jahren mit einer anderen zusammen. Natürlich sollte er tabu sein, keine Frage. Aber es wäre kein Jugendroman wenn da nicht die Hormone zweier junger Menschen durcheinander gewirbelt werden würden. Wie das auf und ab der Gefühlswelt der beiden ausgeht, verrate ich an dieser Stelle nicht.

Nach einem tragischen Unfall wird Lucille auch noch zur Lebensretterin. Genau dieser Umstand hat bei mir für viel Skepsis in der Geschichte gesorgt. Da kam nie die Polizei ins Spiel oder andere Behörden. Die Autorin ist hat das einfach übergangen, obwohl das Unfallopfer im Krankenhaus liegt und die Lebensretterin in der Zeitung steht. Das ist sehr unglaubwürdig. Trotzdem finde ich die Geschichte ganz gut gelungen. Manchmal sind Menschen nicht dazu geeignet Eltern zu sein. Bei Lucille und Wrens Vater und Mutter ist das scheinbar der Fall. Da ich selber ähnliches in meinem Umfeld erlebt habe, ist dieser Ansatz für die Geschichte gut. Tragisch natürlich, dass die Mädchen scheinbar niemanden in ihrem Umfeld haben, der sich um sie kümmert.

Lucille ist als Charakter gut dargestellt. Sie bemüht sich stark zu sein und das Richtige zu tun, besonders für ihre Schwester. Mit ihr habe ich sehr stark mitgefühlt, gebangt und gehofft, dass alles gut gehen wird. Beide Mädchen taten mir richtig leid. Seine Kinder so im Stich zu lassen, ist für mich als Mutter nicht nachvollziehbar. Aber ich weiß natürlich, dass es das gibt.

Das Cover selber ist sehr farbenfroh. Wie ein durcheinander geratener Regenbogen. Ich interpretiere das mal so, dass das Leben bunt ist, auch wenn man meint nur schwarz zu sehen. Der Titel verspricht eine schicksalhafte Liebesgeschichte. Das ist in gewisser weise auch treffend. In erster Linie geht es aber darum, wie Lucille versucht das Leben mit Wren, aber ohne ihre Eltern zu meistern.

Estelle Laure ist eine junge aufstrebende Autorin, der mit diesem Werk ein besonderer Jugendroman gelungen ist. Julia Meiers hat die Erzählung ganz toll eingesprochen. Ihre Stimmlagen sind schön unterschiedlich und bringen die Geschichte zum Leben.

Mein Fazit:

Ein sehr schöner, emotionaler Jugendroman mit einer starken Protagonistin und abwechslungsreichen Charakteren. Auch das Thema, welches in der Geschichte bearbeitet wird, finde ich gut. Es muss sich nicht immer alles um Liebe oder Krankheit drehen, um eine gute Geschichte zu werden. Auch der Aufbau der Handlung in zeitlicher Abfolge ist gut gemacht. Eine schöne Geschichte.

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Das Hörbuch wurde mir von ele für logo_frontpagezur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür!

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