Rezension: Kate Riordan–Im Spiegel ferner Tage


9783453417991_Cover

Kate Riordan – Im Spiegel ferner Tage

Roman

544 Seiten

Preis: € 9,99  [D] / 10,33 [A] /  13,90 [sFr]

Buchinfo Verlagsseite

Verlagstext:

London, 1932. Als die 21-jährige Alice ungewollt schwanger wird, schickt ihre Mutter sie auf ein Gut im malerischen Gloucestershire, um den Namen der Familie zu schützen. Fasziniert von dem verwunschenen Anwesen erwacht Alices Neugierde, und sie erfährt von dem tragischen Los der einstigen Gutsherrin Elizabeth. Das Geheimnis um die schöne Frau berührt sie auf eigentümliche Weise, und Alice begibt sich auf Spurensuche. Sie entdeckt eine große Liebesgeschichte – und einen schlimmen Verrat …

Mein Eindruck:

Romane in denen Geheimnisse aus vergangen Zeiten eine Rolle spielen und die dann später aufgedeckt werden sind schon was besonderes. Gerne lasse ich mich auf solche Geschichten ein, in der Hoffnung ein besonderes Leseerlebnis zu bekommen. So auch in diesem Roman von Kate Riordan. Die Autorin war mir bis dato unbekannt, der Klappentext sprach mich aber durchaus an und so freute ich mich dieses Buch vom Verlag zur Verfügung gestellt bekommen zu haben.

Alice ist eine junge moderne Frau. In einer Zeit, als die Aufgabe der Frau noch hauptsächlich darin bestand sobald als möglich zu heiraten und Kinder zu bekommen, verdient sie ihr eigenes Geld und hat auch nicht vor diesen Umstand bald zu ändern. Doch ist sie für ein Stadtmädchen sehr naiv. Sie lässt sich auf einen verheirateten Mann ein, glaubt seinen Liebesbeteuerungen und wird dann auch probt schwanger. Als ihre Mutter vom Fehltritt ihrer Tochter erfährt ist diese mehr auf den guten Ruf, denn auf das Wohl des Mädchens bedacht und schickt Alice aufs Land. Weit weg von der Stadt, soll sie ihr Baby zur Welt bringen und erst wieder zurück kehren, wenn dem Ansehen der Familie kein Schaden droht. In Fiercombe Manor, einem düsteren alten Landhaus, kommt Alice auf die Spur von Elizabeth, einer früheren Bewohnerin des Anwesens. Die Angestellten des Hauses hüllen sich in Schweigen, niemand will wissen was aus der Frau geworden ist, dessen Aufzeichnungen Alice immer mehr in den Bann ziehen ….

Elizabeth ist gefangen in einer Ehe in der sie wenig Zuneigung von ihrem Mann erfährt. Was als große Liebe begonnen hat, wird mit dem Jahren immer mehr zu Gleichgültigkeit und innerer Leere. Dass sie ihm, dem Perfektionisten, nur ein Mädchen geboren hat, macht die Situation nicht leichter. Seine Stimmungsschwankungen sind prekär. Ganz besonders schlimm wird es für Elizabeth, als sie nach einer Fehlgeburt in eine tiefe Trauer verfällt und ihr Mann sie in eine Anstalt einweisen lässt. Als sie wieder “genesen” ist und nach Hause zurückkommen darf, wird sie erneut schwanger. Ihr ist klar, dass sie dieses Kind auf keinen Fall verlieren darf und es unbedingt ein Junge werden muss …..

Alice’s Geschichte erfährt man aus der ich-Perspektive der Protagonistin. Die Sprache ist klar und einfach. Die Kapitel sind mir persönlich manchmal etwas zu langatmig und die zeitlichen Absätze nicht immer deutliche auszumachen. Ist man vorher an einem Ort des Geschehens, findet man sich im nächsten Moment plötzlich ganz woanders wieder. Das störte meinen Lesefluss doch sehr. Auch fiel es mir schwer zu Alice eine Bindung einzugehen. Ich wurde einfach nicht warm mit ihr. Mysteriöse oder unheimliche Momente wurden zwar in die Erzählung eingebaut, konnte mich aber nicht wirklich überzeugen. Ich fand sie mehr langweilig als aufregend.

Elizabeth’s Part gefiel mir schon mehr. Man erfuhr zwar nur einen kleinen Teil aus ihrem Leben, doch fesselten mich diese Abschnitte deutlich mehr als jene von Alice. Mit ihr fühlte ich mit, lebte sie doch in einer Zeit, als Ehefrauen den Launen und der Willkür der Ehemänner ausgeliefert waren. Eine große Liebesgeschichte wie im Klappentext angekündigt, konnte ich aber auch in ihren Textabschnitten nicht wirklich erkennen. Und der schlimme Verrat war auch nicht wirklich überraschend.

Das Cover gefällt mir sehr gut. Der Setzkasten mit den einzelnen Segmenten und den hübschen Gegenständen passen ganz gut zur Geschichte. Außer den Muscheln, denn am Meer spielt die Geschichte überhaupt nicht. Im englischen Original lautet der Titel “The Girl in the Photograph”, der eher die Erzählung spiegelt als der deutsche Titel.

Mein Fazit:

Persönlich konnte mich die Erzählung nur bedingt mitreißen. Schade eigentlich, denn die Geschichte der zwei Frauen, so unterschiedlich sie auch sein mögen, hatte durchaus Potenzial. Alles in allem eine leichte Lektüre für kurzweilige Erinnerungen.

Von mir gibt es für den Roman gutgemeinte Rote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Herzlichen Dank an Heyne!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s