Rezension: Andreas Gruber–Racheherbst


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Andreas Gruber – Racheherbst

Thriller

512 Seiten

Preis: € 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90

Buchinfo Verlagsseite

Verlagstext:

Unter einer Leipziger Brücke wird die verstümmelte Leiche einer jungen Frau angespült. Walter Pulaski, zynischer Ermittler bei der Polizei, merkt schnell, dass der Mord an der Prostituierten Natalie bei seinen Kollegen nicht die höchste Priorität genießt. Er recherchiert auf eigene Faust – an seiner Seite Natalies Mutter Mikaela, die um jeden Preis den Tod ihrer Tochter rächen will. Gemeinsam stoßen sie auf die blutige Fährte eines Serienmörders, die sich über Prag und Passau bis nach Wien zieht. Dort hat die junge Anwältin Evelyn Meyers gerade ihren ersten eigenen Fall als Strafverteidigerin übernommen. Es geht um einen brutalen Frauenmord – und eine fatale Fehleinschätzung lässt Evelyn um ein Haar selbst zum nächsten Opfer werden …

Mein Eindruck:

Wenn ein Sachse ermittelt, dann aber gründlich. In “Racheherbst” schickt Andreas Gruber seinen einfühlsamen Ermittler Walter Pulaski auf Mörderjagd. Zeitgleich stellt Evelyn Meyers, erfolgreiche Anwältin in Wien, Nachforschungen über ihren neuen Klienten und dessen Umfeld an.

Nachdem Natalies Mutter Mikaela ihre Tochter identifiziert hat, stellt sich Pulaski ein neues Problem. Mama Mikaela sucht auf eigenes Faust den Mörder ihrer Tochter. Außerdem ist sie davon überzeugt, dass dieser ihre andere Tochter entführt hat. Da der Fall von LKA als Mord an einer Prostituierten ad acta gelegt wurde, ermittelt Pulaski in eigener Sache zusammen mit Mikaela. Von Leipzig führt die Spur über Prag nach Passau und weiter nach Wien. Keiner der Beiden weiß, auf welch gefährliches Individuum sie bald treffen werden ….

Zur selben Zeit wird in Wien eine mumifizierte Leiche gefunden. Die Polizei hat schon einen Verdächtigen. Dieser bittet Evelyn Meyers sein Mandat zu übernehmen. Der gut situierte Dr. Konstantin kann die junge Anwältin von sich und seiner Geschichte überzeugen. Außerdem mag es Evelyn überhaupt nicht, wenn ihr von anderen gesagt wird, was sie tun oder lassen soll. Auch wenn Vertrauen und Wahrheit für sie oberste Priorität bei einem Mandat hat, übernimmt sie die Verteidigung stellt aber auch Erkundigungen über den Arzt an….

Andreas Gruber ist wieder einmal eine gute Mischung aus Krimi und Thriller gelungen. Sein Ermittler Polaski ist ein sympathischer Zeitgenosse, der gerne tief gräbt, wenn ein Fall für ihn nicht eindeutig ist. So auch  bei Natalie. Zusammen mit der energischen Mikaela begibt er sich in die Sümpfe der Drogenszene Leipzigs. Das bedrückende dieses sozialen Umfelds und der beteiligten Personen ist unfassbar spürbar dargestellt. Polaski selber macht ab und an gegenüber Mikaela einen etwas naiven Eindruck, weil er sie immer wieder aus einer brenzligen Situation holt. Doch ergibt sich daraus allmählich ein gutes Ganzes. Auch Evelyn und ihre Ermittlungen kann man sehr gut folgen. Eine unterschwellige Spannung ist durch beide Handlungsstränge spürbar. Es wird nie langweilig, driftet auch nie in Absurditäten oder nicht nachvollziehbare Situationen ab. Rückblicke vom Mörder bringen Abwechslung und zusätzlich kribbeln in das Geschehen.

Auch wenn man als Leser sich ziemlich rasch des Täters sicher ist, schafft es Andreas Gruber doch Zweifel aufkommen zu lassen. Nicht immer ist man sich seiner Meinung sicher.  Die Charaktere sind gut durchdacht und Abwechslungsreich. Man bekommt einen düsteren Einblick in die Seele des Täters und bedrückende Einsicht in das Drogenmilieu. Erhält aber auch schön bildlich dargestellte Schauplätze aus verschiedenen europäischen Städten.

“Racheherbst” ist der Folgeroman von “Rachesommer”. Man muss den erste Roman nicht unbedingt kennen, die beteiligten Hauptpersonen lernt man auch in Buch Nr. 2 ganz gut kennen. Man erfährt einiges über ihr Privatleben, Hauptaugenmerk ist aber der Mordfall und die Ermittlungen in diesem. Die zwei Handlungsstränge bewegen sich immer mehr auf sich zu um schließlich in einem gut durchdachten Showdown zu enden.

Andreas Gruber ist mir persönlich durch seinen genialen Ermittler Marten S. Sneijder bekannt. Diese Reihe besteht bisher aus zwei Bänden, und ich fand sie genial. Der dritte Roman der Serie erscheint im Sommer 2016.

Das Cover ist einfach gehalten mit einer leicht erhabenen Oberfläche. Wie der Titel “Rachherbst” erahnen lässt, spielt die Erzählung in dieser Jahreszeit. Die Tage sind deutlich kürzer und Nebel und Regen sorgen für zusätzliche Kälte in der Handlung.

Mein Fazit:

Eine gut durchdachte Mischung aus Krimi und Thriller, durchzogen mit unterschwelliger Spannung und abwechslungsreichen Typen. Der Handlung ist gut zu folgen und sorgt für ein befriedigendes Leseerlebnis.

Von mir gibt es dafür  Rote RoseRote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Herzlichen Dank an Goldmann.

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