Rezension: Sharon Balton-Böse Lügen


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Sharon Balton – Böse Lügen

Thriller

464 Seiten

Preis: € 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 20,50

Buchinfo Verlagsseite

Verlagstext:

In einer kleinen Gemeinschaft wie der auf den Falklands gehen keine Kinder verloren. Und wenn doch, so kann es sich nur um einen tragischen Unfall handeln, schließlich sind die rauen Küsten der Inselgruppe nicht ungefährlich. Doch als zum dritten Mal ein kleiner Junge verschwindet, glaubt kaum noch jemand an einen Zufall. Die Bewohner müssen befürchten, dass einer von ihnen ein Mörder ist. Auch Catrin Quinn, die nach dem Tod ihrer beiden Söhne ein zurückgezogenes Leben führt, wird in die Suche hineingezogen. Mit jeder Stunde steigen Misstrauen und Hysterie, bis eine regelrechte Hexenjagd beginnt. In ihrem Zentrum stehen Catrin selbst; Rachel, ihre beste Freundin aus Kindertagen; und Catrins ehemaliger Liebhaber Callum. Alle drei hüten Geheimnisse, die sie bis in ihre Träume verfolgen. Und sie vertrauen niemandem – nicht einmal sich selbst. Schließlich wären sie zu allem fähig …

Mein Eindruck:

Drei Menschen, jeder hütet ein Geheimnis, eine verzweifelte Suche nach einem vermissten Kind und ein Gemeinschaft die zu einem gefährlichen Mob wird. Angesiedelt ist die Geschichte in der kargen Region der Falkland Inseln. Die dürre Landschaft, das wilde Meer und das Tierleben auf den Inseln und im Wasser sorgen für unterschwelligen Nervenkitzel.

Achtung Spoiler! Während der Suche nach dem vermissten Archi stranden Wale in einer Bucht. Catrin Quinn, die Meeresbiologin, bekommt den Auftrag so  viele Tiere wie möglich zu retten. Einheimische, Touristen, das Militär und ihr Ex-Freund Callum tuen ihr möglichstes, doch alles kommt anders. Die Rettungsaktion scheitert und Catrin muss eine Entscheidung treffen, die auf wenig Verständnis stößt. Völlig fertig und ausgelaugt von der Waloperation finden sie und Callum später zufällig den vermissten Jungen. Als Tage später der Sohn von Rachel verschwindet und Catrin in der Nähe des Hauses gesehen wurde, steht für die Inselbewohner fest, dass nur sie den Jungen mitgenommen haben kann, denn Catrin hat ein Motiv: Rachel, ihre ehemals beste Freundin, ist schuld am Tod ihrer Söhne. Und Catrin sinnt auf Rache, nur dafür lebt sie noch ….

Aufgebaut ist der Roman echt genial, keine rasende Geschwindigkeit, aber doch mit einem gewissen Tempo. Die Suche nach dem ersten vermissten Kind sorgt schon dafür, dass man sich so seine Gedanken über alle Beteiligten macht. Catrin wird von den Geistern ihrer Söhne heimgesucht, ist abgestumpft und fristet ihre Tage so dahin. Sie such mit, ist aber emotional nicht dabei. Verständlich, wenn man so nach und nach ihre Geschichte erfährt. Auch Callum kämpft mit seinen Dämonen. Er war im Falkland Krieg und hat schlimme Sache erlebt und getan. Seine Erlebnisse kommen immer wieder hoch und seine Aussetzer werden immer Schlimmer, doch nur seine Therapeutin weis davon. Und Rachel versucht ihre Schuld am Tod der Jungs und an dem Verlust ihrer besten Freundin bei Alkohol und Tabletten zu suchen. Denn sie fühlt sich doppelt Schuldig an ihrer Freundin, nicht nur wegen der Jungs, sondern auch wegen dem Geheimnis das sie vor Catrin all die Jahre hatte und immer noch hat. Während der paar Tage, in der die Geschichte handelt, erfährt man so nach und nach die Lebensgeschichte der drei Hauptpersonen. Jeweils aus der Ich-Perspektive erzählen Catrin, Callum und Rachel ihre Part. Spannend gemacht, man taucht tief in die Psychen und Gedankengänge des jeweiligen Erzählers ein. Ein Schnitt am Ende der jeweiligen Sicht, lässt Fragen offen und man ist erst mal sauer, weil der entscheidende Moment fehlt. Doch in der dritten Sicht, Rachels Geschichte, fügt sich alles zu einem Ganzen zusammen. Man ist hin und her gerissen, glaubt die Wahrheit zu kennen und wird immer wieder mit etwas Neuem konfrontiert. Und am Ende ist alles Anders, als man denkt – genial, aber übertrieben und auch beängstigend.

Sharon Bolton hat schon einige Thriller veröffentlicht, darunter auch eine Serie. Böse Lügen ist eigentlich ein in sich abgeschlossener Roman, hat aber so ein Ende, dass man glauben könnte, da kommt noch mal was nach.

Das Cover ist ganz nett, zeigt aber leider nicht die Düsternis und Kargheit der Inseln.

Mein Fazit:

Ein gelungener Spannungsroman in dem nicht alles so scheint wie es einem erscheint, ein genialer Irrweg, dessen Auflösung erschreckend ist. Leider hatte ich am Ende der Geschichte irgendwie ein Deja-vu Erlebnis und das fand ich doch seltsam, denn von der Autorin hab ich meines Wissens nach noch nie etwas gelesen, vielleicht irre ich mich aber auch.

Von mir gibt es für den Roman gut gemeinte  Rote RoseRote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Herzlichen Dank an Manhattan.

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