Rezension: Christiane Sadlo-Wilde Wellen


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Christiane Sadlo – Wilde Wellen

Roman

479 Seiten

Preis: € 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90

Buchinfo Verlagsseite

Verlagstext:

Der Zufall führte sie zusammen. Und nur das Schicksal kennt ihren Weg …

In Paris erschießt die Polizistin Marie Lamare in Notwehr einen Amokläufer. Selbst getroffen, wird sie von dem jungen Archäologen Paul Racine gerettet und überlebt nur knapp. Dieser Vorfall verändert ihr Leben für immer und führt sie zurück zu ihren Wurzeln, die in der Bretagne liegen. An der rauen, zerklüfteten Küste des Atlantiks laufen alle Fäden zusammen: Das Schicksal zweier Familien ist durch Liebe, Hass, Eifersucht und Gier auf ewig verbunden.

Mein Eindruck:

Während des Lesens war ich schon öfter unschlüssig ob ich den Roman für gut oder schlecht halten soll. Ich war richtig hin und her gerissen. Dieses Gefühl hielt bis zum Schluss als ich das Buch vor einigen Tagen beendet hatte. Heute nach einigen Tagen überleg Zeit, kann ich ruhigen Gewissens sagen, dass die Geschichte an sich nicht schlecht ist, allerdings auch viele Lücken enthält. Diese “Leerräume” sind es auch, die dem Roman schaden, denn als Leser kann man sie auch nicht mit seiner Phantasie füllen. Denn da ist nichts da mit denen man sie füllen könnte.

Hauptfigur ist Marie Lamare, die Polizistin. Sie wurde bei einem Einsatz angeschossen. Sie überlebte schwer verletzt, ihr Partner ist gestorben. Als sie im Krankenhaus aufwacht kann sie sich an nichts erinnern. Was ja an und für sich ok ist. Allerdings, und da fängt das Problem der Lückenhaftigkeit an: es wurden von Seiten der Polizei keine Ermittlungen durchgeführt – unlogisch deshalb, weil der Täter lt. Handlung eindeutig Belastungsmaterial mit sich führte und weil ein Mann tot ist. Marie wird von ihrem Vater, den sie seit ihrer frühesten Kindheit nicht mehr gesehen hat, ohne weitere Probleme und ohne seine Person zu hinterfragen, mit in die Bretagne genommen. Dort begegnet sie Paul wieder, der ihr das Leben gerettet hat und beginnt sich wieder zu erinnern. Sie kehrt zurück nach Paris um ihr altes Leben wieder aufzunehmen – mit ihrem Verlobten und mit der Polizei. Immer noch Lückenhaft – keine Ermittlungen, nichts, nada. Irgendwann in der Geschichte verlieben sich Marie und Paul ineinander, und sie kehrt zurück in die Bretagne. Beide sind zu der Zeit noch in einer Beziehung, deren Partner tauchen zwar auch wieder mal auf, beendet werden diese Verbindungen aber weder von ihr noch von ihm. Das empfand ich als sehr oberflächlich und nicht abgeschlossen. Marie machte zu Beginn der Handlung noch einen guten Eindruck auf mich. Ihrer Rolle als Polizistin schien sie gewachsen zu sein. Allerdings verflüchtigte sich dieser Eindruck immer mehr. Ihrer Ermittlungsarbeiten waren stümperhaft und – ganz ehrlich – sie versteht ihr Handwerk nicht. Es ist zu einfach sie an der Nase herum zu führen und zu manipulieren. Man weiß wohin das Geschehen führt. Auch die anderen Charaktere sind leicht zu deuten, manche auch recht naiv und alle leicht zu manipulieren.

Die Geschichte selber ist leicht zu lesen und leicht zu verstehen. Als Leser weiß man ziemlich oft schon im Vorhinein, in welche Richtung sich das Ganze bewegt. Wären nicht diese unlogischen Lücken, hätte ich das Lesen richtig genießen können. Denn von der Idee her ist dieses Familien-Gesellschaftsdrama eigentlich gut. Die landschaftliche Darstellung ist schön gemacht, die Menschen sind mir aber zu wenig Bretonisch und zu naiv. Da fehlt mir dieses gewisse wilde urtümliche.

Christiane Sadlo arbeitete als Regie- und Dramaturgieassistentin und schreibt auch Drehbücher. Inzwischen weiß ich, dass der Roman im Anschluss zu einem Fernseh-Mehrteiler herausgegeben wurde. Das bestätigt meinen Eindruck, hatte ich doch so manches mal das Gefühl ein Drehbuch zu lesen. Ob der Film besser oder schlechter als das Buch ist, kann ich nicht beurteilen.

Das Cover finde ich gut gewählt und passend. Es zeigt die zerklüftete Küstenlandschaft. Die düsteren Wolken lassen auf eine spannende Geschichte hoffen.

Mein Fazit:

Eine Geschichte a la Rosamunde Pilcher angesiedelt in der wunderschönen Bretagne. Leider mit unlogischen Lücken, die anderweitig mit zu vielen absehbaren Handlungen abgegolten wurden. Das hätte die Autorin doch besser hinbekommen können.

Von mir bekomm der Roman gutgemeinte Rote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Herzlichen Dank an Blanvalet.

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