Rezension: Renee Knight–Dead Line


9783442314065_CoverRenee Knight – Dead Line

Psychologischer Spannungsroman

346 Seiten

Preis: € 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 17,90

Buchinfo Verlagsseite

Verlagstext:

So schockierend und spannend, dass es einem den Atem nimmt.

Diesen einen Tag vor zwanzig Jahren wird Catherine nie vergessen. Was damals geschah, sollte für immer ein Geheimnis bleiben, bis zum Ende ihres Lebens. Doch dann hält sie plötzlich diesen Roman in den Händen, in dem ihre geheime Geschichte bis ins Detail erzählt wird. Bestürzt blättert sie eine Seite nach der anderen um. Wer kann so genau von den damaligen Ereignissen wissen, und was will der mysteriöse Verfasser des Buches von ihr? Als sie die letzte Seite aufschlägt, findet sie die grausame Antwort: Die Geschichte endet mit ihrem gewaltsamen Tod. Catherine gerät in Panik – und das ist genau das, was Stephen Brigstocke gewollt hat. Er kennt Catherine nicht, aber er weiß von ihrem Geheimnis. Und er hat sich geschworen – sie soll büßen für das, was sie getan hat, bis zu ihrem letzten Atemzug …

Mein Eindruck:

Ist es möglich, dass eine Geschichte einem Menschen soviel Angst einjagen kann, dass man um sein Leben fürchten muss? Anscheinend ist es möglich. So zumindest in Renee Knights Debütroman Dead Line. Als Catherine den Roman, der ihr auf mysteriöse Weise zugeschanzt wurde, beendet hat, ist sie zutiefst verängstigt und verwirrt. Denn die Geschichte handelt von ihr und den Ereignissen 20 Jahre zuvor, die sie für alle Zeit aus ihrem Gedächtnis streichen wollte und die ihr Mann und ihr Sohn nie erfahren sollten. Doch die Vergangenheit holt sie ein und Catherine kann sich nicht erklären, wie der Autor an diese Informationen gekommen ist. Denn es ist unmöglich, dass außer ihr noch jemand von der Geschichte weiß, ist doch die zweite Person um die sich die Handlung dreht tot – gestorben vor 20 Jahren……

Schon der Klappentext machte mich neugierig auf diesen Psychologischen Spannungsroman. Was ist da geschehen vor 20 Jahren? Und welche Rolle spielt Catherine dabei? Schuldig oder Unschuldig? Das waren meine drei Hauptfragen, die ich mir während des Lesens immer wieder stellte. Bis ich auf die Antworten ein rundes Bild bekam, sollte es noch längere Zeit dauern. Was durchaus positiv zu betrachten ist! Mag ich es als Leser eigentlich nicht so gerne, wenn ich schon bald selber auf des Rätsels Lösung komme!

Der Roman ist über mehrere Zeitebenen angesiedelt und aus zwei unterschiedlichen Sichtweisen geschrieben. Zu Catherines Part bekommt man als Leser etwas Abstand, da dieser in der dritten Person geschrieben ist. Lange Zeit war ich mir nicht sicher, was ich von ihr halten soll oder ob ich sie überhaupt mag. In ihrer Mutterrolle schien sie mir total versagt zu haben. Liebe zu ihrem einzigen Kind war nicht zu spüren, ihren Mann hingegen liebte sie abgöttisch. Erst allmählich lichtete sich alles, erst neigte sich die negative Kurve deutlich in Catherines Richtung. Allerdings konnte ich nicht wirklich alles Glauben, was man durch Stephen Brigstocke – den Autor in dem Roman – über sie und ihren Charakter erfahren hat. Seine Sichtweise wird in der Ich-Form erzählt und als Leser kommt man ihm und seinen Gedanken dadurch schon sehr nahe. Als Person mochte ich ihn nicht, er tat mir aber leid. Als seine Frau starb, hat er das Liebste verloren in seinem Leben. Aber erst sieben Jahre später begann für ihn der tiefe Fall. Im Nachlass seiner Frau findet er Fotos. Diese zeigen Catherine und seinen toten Sohn Jonathan. Hass treibt ihn also an sich an ihr zu rächen, denn seine Frau war überzeugt, dass sie am Tod von Jonathan schuld ist. Man merkt recht bald, dass er nicht mehr ganz klar im Kopf ist. Er spricht und sieht seine tote Frau und lebt quasi nur noch dafür, Catherines Leben ebenso zugrunde zurichten wie sie scheinbar das Leben seiner Familie zugrunde gerichtet hat.

Richtig viel Psychologische Spannung findet man in dem Buch nicht, höchstens ein doppeltes Familiendrama. Abschnittsweise ist der Roman ganz gut. Einiges ergab für mich einfach keinen Sinn, anderes war wiederum gut nachvollziehbar. Spannend wurde es für mich erst, als Catherine mit der Wahrheit herausrückte, was damals wirklich geschah. Das war schon überraschend. Als richtigen Reißer empfand ich den Roman aber nicht. Er verfügt aber über einige abwechslungsreiche Charaktere.

Das Cover ist speziell. Streicht man mit den Fingern darüber fühlt es sich an wie Sand. Die Überschrift sieht auch so aus, wie in nassen Strandsand gezeichnet. Und es ist passend zur Geschichte gewählt. Hat man das Buch gelesen, ergibt die farblose Darstellung der zwei Menschen und des Himmels auch Sinn.

Mein Fazit:

Schwachstelle dieses Romans ist für mich eindeutig Stephen Brigstockes Teil der Handlung. Durch seine Darstellung erfährt man einfach schon zu viel und hat Spannungsmäßig keine Kurve nach oben. Die Geschichte hätte in dieser Hinsicht durchaus noch Potenzial gehabt. Eingefleischte Thriller Leser kommen nicht auf ihre Kosten, für Einsteiger in das Genre ist das Buch aber durchaus etwas.

Von mir gibt es für “Dead Line” Rote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Herzlichen Dank an Goldmann!

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