Rezension: Susan Abulhawa-Während die Welt schlief


 

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Susan Abulhawa – Während die Welt schlief

Roman

447 Seiten

Preis: € 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90

Buchinfo Verlagsseite

Verlagstext:

Jenin im Blumenmonat April: Frühmorgens, bevor die Welt um sie herum erwacht, liest Amals Vater ihr aus den Werken großer Dichter vor. Es sind Momente des Friedens und der Hoffnung, die Amal ihr Leben lang im Herzen trägt — ein Leben, das im Flüchtlingslager beginnt, nach Amerika führt und dennoch stets geprägt ist vom scheinbar ausweglosen Konflikt zwischen Israel und Palästina. Über vier Generationen erzählt Susan Abulhawa die bittere Geschichte Palästinas im Verlauf des 20. Jahrhunderts — eine Geschichte über den Verlust der Heimat, eine zerrissene Familie und die immerwährende Hoffnung auf Versöhnung.

Mein Eindruck:

Ich möchte mal vorweg nehmen, dass es sich bei dem Buch um kein Sachbuch handelt, das den Konflikt zwischen Juden und Palästinensern in seiner reinen Form schildert. Es ist ein Roman mit fiktiven Personen, mit Ereignissen die sich so oder so ähnlich zugetragen haben können und ausschließlich aus  Sicht der Autorin, die in einem palästinensischem Flüchtlingslager aufgewachsen ist, geschildert werden. Auch wenn im Nachwort diverse Quellen genannt werden, ist mir die Historie zu den Ereignissen nur aus den Medien bekannt . Politisch und geschichtlich bin ich zu wenig mit den beiden Völkern vertraut um mich diesbezüglich zu äußern. Ich Urteile weder über die eine noch über die andere Seite. Mir geht es rein um meinen persönlichen Leseeindruck über den Roman, bzw. um den Schreibstil und die darin vorkommenden Personen!

Geschildert wird ein Völkerdrama in dem eine fiktive palästinensische Familie die Hauptrolle spielt. Zu beginn, in den 1940er Jahren,  durchlebt man als Leser die scheinbar unbeschwerten Jahre einer Dorfgemeinschaft in der Nähe von Jerusalem. Hasan und Ari, ein arabischer und ein jüdischer Junge, verbindet eine tiefe Freundschaft. Die Familien lebten in Frieden und Eintracht zusammen. Die politische Situation spitzte sich immer mehr zu. Schließlich marschierte die Israelische Armee in das Gebiet ein und Hasan, seine Familie und alle Dorfbewohner wurden aus ihren Häusern vertrieben. Jenin, das Flüchtlingslager, wurde ihr neues Zuhause. Dort kam 1955 Amal zur Welt und verbrachte auch ihre Jugend in dem Lager. 1967 eskaliert die Situation mit den Israelis und Amal verliert ihre Eltern. Sie kommt in ein Waisenhaus in Jerusalem und erhält später ein Stipendium für Amerika. Dort versucht sie ein neues Leben anzufangen. Yussuf, ihr Bruder, macht sie in den USA ausfindig und sie begibt sich nach Beirut. Dort lernt sie ihre große Liebe Majid kennen. Sie heiraten und erwarten bald ihr ersten Kind. Sie wünschen sich ein friedliches Leben als Familie und planen ihre gemeinsame Zukunft in den USA. Doch das Schicksal hat andere Pläne……

Die zeitliche Spanne in dem Roman ist auf 60 Jahre aufgeteilt. In mehrere Teile und zeitlich eingegrenzte Kapitel erfährt man die Geschichte von Amal und ihrer Familie. In Amal konnte ich mich gut hinein versetzten. Ihre Gefühle, Ängste und Sorgen waren so greifbar. Die Sprache ist klar und deutlich, ohne Dinge zu verschönen. Der Schreibstil ist sehr bildhaft. Ich erhielt ein scharfes Bild der Landschaft, ebenso aber auch das grausame Bild des Krieges und des Todes. Ich lachte und weinte mit Amal, war aber auch bedrückt, schockiert und entsetzt. Eine Geschichte die mich gefesselt und bis zum Ende nicht mehr los gelassen hat!

Mein Fazit:

Auch wenn die Handlung nur aus palästinensischer Sicht dargestellt ist, hat mich der Roman in seiner Dramatik von Beginn an mit sich gezogen. Der Konflikt zwischen den beiden Völkern ist real, dies als Leser mitzuerleben ist erschreckend und in gewisser Weise auch surreal. Das Ende des Romans ist grausam, aber auch ein klein bisschen versöhnlich. Trotz all seiner realen Thematik ist der Roman für mich nur eine Geschichte. Eine Geschichte über den Krieg, die Freundschaft und die Liebe. Diese konnte mich  fesseln bis zum Ende. Und das ist für mich das Wichtigste an diesem Drama!

Von mir gibt es für den Roman Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Herzlichen Dank an den Diana Verlag.

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