Rezension: Stefanie Kasper–Das verlorene Dorf


 

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Stefanie Kasper

Das verlorene Dorf

Roman

377 Seiten

Preis: € 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90

Buchinfo Verlagsseite

Verlagstext:

Oberbayern 1843: Als sich die junge Waise Rosalie in den Bauern Romar verliebt, scheint sie ihr Glück gefunden zu haben. Doch die Waisenhausvorsteherin warnt Rosalie vor dieser Ehe und macht sonderbare Andeutungen. Rosalie heiratet Romar dennoch und folgt ihm in sein Heimatdorf, das tief im Wald verborgen liegt. Eines Nachts hört Rosalie ein Neugeborenes weinen, das am nächsten Tag als angebliche Totgeburt begraben wird. Dann kommt eine junge Frau, mit der Rosalie sich angefreundet hat, auf mysteriöse Weise zu Tode. Rosalie wird bald bewusst, dass in Romars Dorf nichts ist, wie es scheint – und dass auch sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt …

Mein Eindruck:

Rosalie kommt mit 19 Jahren in ein Waisenhaus in Oberbayern. Seit ihrer Kindheit wird sie durch ihr äußeres von den Menschen angestarrt oder gemieden. In dem Waldbewohner Romar findet sie das erste mal einen Menschen, der sie wegen ihrer selber liebt. So erscheint es Rosalie, allen Warnungen zum Trotz, das Richtige zu sein ihn zu heiraten und ihm in sein Heimatdorf zu folgen. In Sara, Romars Cousine, findet sie dort bald eine gute Freundin. Auch die Bewohner rund um die Ältesten Willem und Ava begegnen ihr mit Freundlichkeit und Offenherzigkeit. Immer öfter tragen sich aber seltsame Ereignisse in dem abgeschiedenen Ort zu und lassen die junge Frau an der Ehrlichkeit der Bewohner zweifeln. Eines Tages tauchen zwei Frauen in ihrem Haus auf, beide ebenfalls Waise, und berichten ihr ungeheuerliches. Hin und her gerissen zwischen ihrer Liebe und Loyalität zu ihrem Mann und dessen Leuten und den Erzählungen der jungen Frauen versucht Rosalie hinter die Geheimnisse des Dorfes zu kommen….

Stefanie Kasper, die Autorin, wuchs im ländlichen Bayrischen Oberland auf. Ihren Roman hat sie im bäuerlichen Leben Mitte des 19. Jahrhunderts angesiedelt. Durch die Abgeschiedenheit des Ortes hat der Roman schon etwas Mystisches an sich. Das Leben in dem kleinen Dorf und die Menschen werden gut dargestellt und für mich auch authentisch. Rosalie mit ihrem Aussehen und Anderssein war mir als Charakter sehr sympathisch. Für lange Zeit verschloss sie ihre Augen vor der Wahrheit. Aber wer verliebt ist will das lange nicht sehen. Die Autorin hat dieses hin und her gerissen sein, dieses blind sein vor dem Offensichtlichen sehr klar dargestellt. Als Leser konnte ich mich gut in die Person Rosalie hineinversetzten.

Die Handlung selber ist überschaubar mit nur wenig überraschenden Wendungen. Man kann sich schon recht bald denken, was das große Geheimnis in der Geschichte ist und in welche Richtung sich der Roman bewegt. Spannung empfand ich in der Erzählung nur wenig. Die bäuerlichen Sitten und dieses mystische der kalten Jahreszeit haben mir gefallen. Da ich selber auf dem Land aufgewachsen bin und wohne sind mir beide vertraut.

Das Cover gefiel mir vom ersten Moment an sehr gut. Es wird der Dunkelheit der Geschichte gerecht.

Der Schreibstil und die Sprache der Erzählung ist recht flüssig. Zwischen den Kapiteln sind immer wieder Seiten, die mit der Haupthandlung nichts zu tun haben und rätselhaft erscheinen. Der Bezug zum ursprünglichen Geschehen ist mir nicht klar, hatte aber einen gewissen Gruseleffekt.

Mein Fazit:

Ein recht ordentlicher Roman über das bäuerliche Leben, mit einer Geschichte die Abschnittsweise durchaus einen Hauch von Wahrheit in sich hat. Leser von ländlichen Geschichten welche gerne auch mal einen Hauch von Düsternis, die die Erzählzeit enthält, in der Handlung schätzen, werden den Roman mögen.

Für den Roman gibt es von mir wohlgemeinte Rote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Herzlichen Dank an den Goldmann Verlag.

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