Rezension: Kevin Maher-Nichts für Anfänger


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Kevin Maher

Nichts für Anfänger

Roman

480 Seiten

Preis: € 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90

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Verlagstext:

Unschuldig und unbarmherzig zugleich: die tragische, komische, verrückte Geschichte von einem, der sich nicht unterkriegen lässt

Der halbwüchsige Jim Finnegan aus Dublin unterscheidet sich kaum von den anderen Jungs in seinem Alter: Er schielt den Mädchen hinterher, liefert sich mit seinen Freunden halsbrecherische Fahrradrennen und trinkt nachts im Park heimlich Dosenbier. Bis er bei einer Party der Nachbarn mit seiner Singstimme nicht nur Saidhbh, für die er schon lange schwärmt, beeindruckt, sondern auch den zwielichtigen Pfarrer Luke O’Culigeen. Saidhbh wird Jims Freundin, und O’Culigeen nimmt ihn unter seine Fittiche – und von da an gerät Jims Leben völlig außer Kontrolle.

Mein Eindruck:

“Nichts für Anfänger” wird aus der Sicht der Hauptfigur Jim Finnegan erzählt.

Die Geschichte beginnt mit seinen Kindheitserinnerungen in denen sich lustige und skurrile Ereignisse abspielten. Er erzählt  wie es ist, als jüngster und einziger Sohn neben fünf Schwestern in einer katholischen irischen Familie aufzuwachsen. Er verliebt sich in die Freundin eines Freundes und lebt das typische Leben eines Jugendlichen. Bis zu jenem Tag als er Ministrant bei Vater O’Culigeen wird und das unbeschwerte Jugendleben für Jim Finnegan vorüber ist.

Kevin Maher hat seinen Debütroman in einer Zeit angesiedelt in der Kindererziehung noch mit Schlägen verbunden war und die katholische Kirche in Irland noch über allem stand. Man ging noch regelmäßig in die Kirche und zur Beichte und der Pfarrer kam ins Haus, wenn es private Probleme gab. Man spürt die Lebensfreude der Heranwachsenden mit all seinen Fassetten. Die Sprache  ist recht einfach, sehr jugendlich und derb gehalten, manchmal auch gossenhaft. Die Geschichte ist in drei Teile aufgeteilt. Als Leser begleitet man Jim beim Heranwachsen. Begleitet ihn durch seine Höhen und Tiefen in der Jugend und erlebt seinen schlimmsten Albtraum in all seiner Perversion.  Es wird nichts verschönt! Schockierend empfand ich anschließend den kaltschnäuzigen Übergang von Jim zur Tagesordnung. So ist zumindest der Eindruck. Erst allmählich vertraut er sich wage jemanden an. Die Handlungen daraufhin sind mitunter abartig und mit viel schwarzem Humor gespickt, dass man als Leser nicht genau sagen kann, wie Ernst die Geschichte zu nehmen ist. Der Autor schickte seine Hauptfigur nicht nur durch einen Missbrauch, auch packte er noch Abtreibung und Krebs als Negativerfahrung und zu meisternde Herausforderung in das junge Leben von Jim. Den letzten Teil empfand ich persönlich mehr als  Absurdum, denn als Vergnügen, mit dem hinzugekommenen Esoterikzeug konnte ich mich partout nicht anfreunden. Doch dann kam ich zum letzten Absatz und alles klärte sich und mir als Leser ging ein Licht auf: “Nichts für Anfänger”  – der Titel ist Programm, und ich hab es mal wieder bis zur letzten Seite nicht geschnallt!

Mein Fazit:

Der Roman verursacht jetzt keine Begeisterungsstürme in mir. Zeigt aber den Mut ein Thema anzusprechen und zu behandeln, welches lange tabuisiert wurde: den sexuellen Missbrauch durch katholische Geistliche. Die Geschichte wird auf ein ganz eigene Art erzählt. Mit der teils vulgären, obszönen Sprache konnte ich mich aber nicht wirklich anfreunden.

Von mir bekommt der Roman Rote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Herzlichen Dank an den Heyne Verlag.

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