Buchrezension: Theresa Prammer–Wiener Totenlieder


 

9783547712094_cover

Theresa Prammer – Wiener Totenlieder

Kriminalroman

378 Seiten

Preis: 16,99 € [D] / 17,50 € [A] / 23,90 [sFr]

 

Die Geschichte:

In der Wiener Staatsoper fällt ein Tenor während der Vorstellung in den Orchestergraben. Eine Spiegelscherbe seines Kostüms steckt in seinem Rücken und schnell wird klar es war Mord. Bereits einige Zeit vorher kam eine Sängerin unter mysteriösen Umständen in der Oper ums Leben. Die Wiener Polizei beschließt einen Undercover Einsatz und schleust Charlotta “Lotta” Fiore und Konrad Fürst in das Traditionshaus ein. Sie sollen als Statisten die Künstler und Angestellten durchleuchten und dem Mörder auf die Spur kommen, denn eines ist klar: der Mörder kommt aus dem Umfeld der Oper. Nur das Motiv ist völlig unklar. Ist es ein persönlicher Racheakt oder will der Täter mehr Aufmerksamkeit für die Oper? Es beginnt eine mörderische Suche nach dem Täter….

Mein Eindruck:

Bereits der Prolog hatte einen schwarz humorigen Stil, der mir sehr gut gefiel. Mit Lotta Fiore und Konrad Fürst schickt die Autorin dann auch ein kurioses Pärchen auf Mörderjagd. Beide sind in gewisser Weise gescheiterte Persönlichkeiten. Sie hat einen Drang zum Alkohol, dem sie auch allzu gerne nachgibt, er ist durch eine persönliche Tragödie in seinem Leben gezeichnet. Dass es sich also um keinen herkömmlichen Krimi handelt, ist schon auf Grund diese beiden Ermittler klar. Die Dialoge der beiden sind oft spritzig bissig und machten Spaß zu lesen. Auf witzige Weise zog sich dieser spitzzüngige, leicht beißende Stil durch einen Großteil der Handlung. In der Erzählung kommen sehr viele Charaktere vor, einig. Besonders die immer wieder kehrenden sind eher oberflächlich dargestellt. Die Ermittlerarbeiten litten auch an dieser Ungenauigkeit. Das liegt vielleicht daran, dass neben den Morden in der Oper im privaten Umfeld der beiden Hauptpersonen noch einiges am Laufen ist. Da hatte ich den Eindruck die Autorin war sich noch nicht ganz sicher zu welchem Genre der Roman denn gehören sollte – einerseits schwarz humorige Krimigeschichte, andererseits spannungsgeladener Thriller. Was durchaus zusammenpasst, wenn es gut durchdacht gemacht ist. Für mich war das in den einzelnen Handlungen nicht der Fall. Das Eine hatte mit dem Anderen eigentlich nichts zu tun. Das war für mich nicht sehr stimmig. Der fulminante Showdown war gut gemacht, versöhnte mich aber nicht ganz. Fragen sind noch offen. Man weiß zwar wer der Täter war und hat auch ein Motiv, die Tötungen sind aber zu speziell, dass ich mir nicht vorstellen konnte wie gerade diese Täterperson das so gemacht hat. Auch wenn man die Handlung nicht wirklich ernst nehmen darf – welches Opernhaus würde eine Aufführung mit Minimalbesetzung bei solchen Mordfällen machen Zwinkerndes Smiley – sind für mich zum Schluss doch noch einige entscheidende Fragen offen.

Mein Fazit:

Mit Wiener Totenlieder ist Theresa Prammer ein recht amüsantes Kriminaldebüt mit einigen Hochs und Tiefs geglückt. Persönlich waren mir zu viele seichte Charaktertypen in die Handlung eingebaut. Zu viele Drehungen und Wendungen, eine Art Bäumchen wechsle dich. Als Leser stellte sich mir schon des Öfteren die Frage: “War das jetzt wirklich nötig?”, eine eindeutige Antwort konnte ich bis zum Ende nicht finden. Gefallen fand ich vor allem an den beißenden höhnischen Dialogen.

Von mir gibt es für diesen Kriminalroman Rote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Herzlichen Dank an den Ullstein Verlag und logo vorablesen Variante, dass ich das Buch vorab lesen durfte!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s