Rezension: Anwander & Vierich- Praterglück / Eine Krimi Groteske


 

Balthasar und Paul, zwei ungleiche Halbbrüder, die sich erst in späten Jahren kennen gelernt haben, führen zusammen den Imbissstand ihrer Tante in Wien. Sie können sich auf den Tod nicht ausstehen, sehen sich nur in absoluten Notfällen und Kommunizieren nur schriftlich miteinander. Als vor ihrem Würstelstand ein Mord geschieht geraten sie in das Fadenkreuz der Polizei, einer Osteuropäischen Bande und die Tante macht auch noch Druck. Jetzt heißt es klug sein und die richtigen Entscheidungen zu treffen…

Eine Krimigroteske? Nun ja, eine Groteske ist die Geschichte allemal. Als Leser muss man sich auf diese ganz spezielle Art der Erzählung – die Brüder verständigen sich nur schriftlich auf Post-its, via Mail, Computer oder SMS – einlassen . Es ist in etwa so als ob man ein Theaterstück lesen würde – einmal ist diese Person am Zug, einmal die Andere. Wie in einem Theaterstück erhält man auf der ersten Seite erst mal auch eine Zusammenfassung der Geschichte.

Erwartet man im Praterglück den typischen Wiener Schmäh wird man aber endtäusch, lernt man doch eher den Wiener Grant mit seiner ach so ordinären Fäkalsprache kennen. Die Berliner Schnauze konnte ich nur am Rande in den kurzen Texten ausmachen, ansonsten erkennt man den typischen Bewohner der deutschen Hauptstadt aber nicht, zumindest war das mein Eindruck.

Als Leser erfährt man die Vorkommnisse in der Geschichte nur aus den geschriebenen Dialogen zwischen den beiden Protagonisten. Wobei mir die kurzen und knackigen, teils bissigen aber doch lustigen Auseinandersetzungen besser gefielen, als die längeren. Da passierte es mir schon mal, dass meine Gedanken während des Lesens abdrifteten oder – ganz schlimm –, dass mir einfach die Augen zu vielen wie in einem ermüdendem Theaterstück. Amüsant war die Befragung bei der Polizei. Die Fragen wurden natürlich nicht sehend gestellt, die Antworten fand ich aber sehr witzig.

Auf die Krimigroteske muss man sich als Leser in seiner ganz speziellen Art schon einlassen um über die bescheidene Länge von 175 Seiten durchzuhalten. Vom Stil her ist die Erzählung mal ganz was Anderes, mich konnte sie aber nicht wirklich überzeugen.

Dem Praterglück geben ich Rote RoseRote RoseRote Rosevon Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Herzlichen Dank an logo vorablesen Variante und an den Hoffman und Campe Verlag.

Prater Glück – Eine Krimi-Groteske:  Anwander & Vierich, 176 Seiten, € 9,99 (D), € 10,30 (A)

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