Buchrezension: Anne Hertz-Die Sache mit meiner Schwester


Hallo ihr Lieben,

auf lovelybooks.de konnte ich in diesem Monat bei der Lesechallenge zum neune Roman von Anne Hertz mitmachen.

Anne Hertz Roman kannte ich bisher noch nicht.  Die Leseprobe war aber dermaßen witzig und spritzig, dass ich mich spontan entschloss mich dafür zu bewerben und habe auch tatsächlich ein Exemplar für die Challenge gewonnen. Vor ein paar Tagen erst habe ich mit dem Lesen angefangen. Der Roman ließt sich aber so leicht, dass ich nun schon durch bin.

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Anne Hertz

Die Sache mit meiner Schwester

Roman

331 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag

€ 14,99 [D], 15,50 [A]

Erschienen am 10.03.2014 im Pendo Verlag.

Die Geschichte:

Nele und Heike sind Schwestern wie sie nicht unterschiedlich sein könnten: die Ältere Heike ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in einem noblen Hamburger Vorort; die Jüngere Nele ist Single, hat eine Affäre mit einem verheirateten Mann und kann sich ein Leben abseits der Großstadt nicht vorstellen. Einzig und allein das Schreiben ist den beiden Schwestern gemeinsam.

Unter dem Pseudonym Sanne Gold schreiben sie erfolgreich Romane. Allerdings sind Nele und Heike schon seit Jahren so zerstritten, dass an ein gemeinsames Schreiben nicht mehr zu denken ist. Ein Ghostwriter übernimmt diesen Part für das Schwesternduo. Nur die öffentlichen Termine bestreiten sie noch miteinander und mimen das traute Autorenteam. Bei einem Fernsehauftritt kommt es dann zum Eklat: die betrogene Ehefrau von Neles Affäre stellt diese vor laufender Kamera bloß und lüftet auch das gut gehütete Geheimnis, dass die Schwestern ihre Romane schon seit langer Zeit nicht mehr selber schreiben.

Heike verlässt voller Wut das Studio, stellt ihre jüngere Schwester dann aber zur Rede. Während Nele Heike nach Hause fährt artet der Streit immer mehr aus und es kommt zu einem folgeschweren Unfall. Nele hatte Glück, sie wurde nur leicht verletzt. Heike hat es ziemlich schlimm erwischt und die Ärzte versetzten sie in ein künstliches Koma.

Geschockt und entsetzt über die Ereignisse macht sich Nele daran Antworten zu finden, denn früher verstanden sich die Schwestern immer sehr gut und es ist ihr selber nicht klar wann und wieso sie sich so entzweit hatten.

Mein Eindruck:

Auch wenn es durch die Handlung den Anschein hat, dass es sich bei dem Roman um ein Drama handeln ist das nicht so. Dass Heike im Koma liegt ist anfangs natürlich bedrückend, trotzdem ist die Geschichte und seine Abläufe oft zum Lachen und zum Schmunzeln.

Der Roman wird aus der Sicht von Nele, der jüngeren Schwester, geschildert. Sie ist eine End-30igerin, etwas chaotisch und hat immer einen mehr oder weniger passenden Spruch parat. Eigentlich finde ich sie als Person recht sympathisch, nur in manchen Passagen des Romans war sie mir einfach um einen Deut zu jugendlich. Ich finde es klasse und witzig wenn man eine erwachsene Person auch mal verrückte Sachen machen lässt, aber es sollte doch nicht zu Teeniemäßig sein.

Die Geschichte selber ließt sich sehr gut. Die Handlungen sind locker und unterhaltsam geschildert. Manche Personen nehmen mir persönlich zu viel Raum ein, z. B. Niklas – Neles Affäre – ihn hätte ich schon eher aus der Handlung hinaus gewünscht.

Warum sich die Schwestern so zerkracht haben blieb mir leider bis zum Schluss ein Rätsel und konnte ich auch nicht wirklich nachvollziehen. Soviel sei verraten – Heike wacht natürlich aus dem Koma wieder auf und die Schwestern reden sich aus. Diese Aussprache wird aber in dem Roman nur am Rande erwähnt und man erfährt da nichts genaueres.

Leider hat sich in dem Roman auch der Fehlerteufel eingeschlichen. Neben einigen Druckfehlern auch an mehreren Stellen ein Lektoratsfehler – da sind die Namen etwas durcheinander geraten. Aber nach anfänglicher Verwirrung ist schnell klar wer eigentlich gemeint ist.

Anne Hertz ist selber auch ein Schwestern-Autoren-Duo und es stellt sich natürlich die Frage, wie viel autobiographisches in den Roman eingebaut wurde. Ein bisschen Wahrheit steckt ja bekanntlich in jeder Geschichte und so wird auch in dieser das ein oder andere kleinbisschen davon hineingepackt worden sein – in entschärfter Form gewiss.

Die Art und der Stil wie die beiden Schwestern schreiben gefällt mir ausnehmend gut. Die Handlung ist leicht zu lesen und die Abläufe sind gut strukturiert und einfach nachzuvollziehen.  Eine nette Geschichte für zwischendurch oder für laue Abende, sehr unterhaltsam und amüsant. Für mich wird es definitiv nicht der letzte Anne Hertz Roman gewesen sein!

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