Rezension: Veltnina D’Urbano–Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung


Hallo ihr Lieben,

über erhielt ich dieses Buch.

018

Valentina D’Urbano

Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung

Roman

274 Seiten

Erschienen im Deutscher Taschenbuch Verlag

Die Geschichte:

Beatrice und Alfredo wachsen in einem runtergekommenem Viertel eine Stadt irgendwo in Italien auf. Während Bea’s Kindheit mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder recht harmonisch verläuft ist Alfredo’s Alltag und der seiner zwei Brüder durch regelmäßige Prügel durch seinen alkoholkranken Vater geprägt. Als dieser ihn eines Tages halbtot schlägt, greifen Bea’s Eltern ein, ab diesem Tag an gehört Alfredo zur Familie. Bea und Alfredo werden beste Freunde, gehen zusammen zur Schule und verbringen die meiste Freizeit miteinander. Als “die Zwillinge” sind sie im ganzen Viertel bekannt, weil kaum einer ohne den anderen zu sehen ist.

In der Pubertät verändern sich Bea’s Gefühle für Alfredo, sie kann damit aber gar nicht umgehen. Auch Alfredo geht es ähnlich. Sie entwickeln eine regelrechte Hassliebe aufeinander – keiner kann mit aber auch nicht ohne den Anderen sein. So vergehen die Jahre. Als Alfredo’s Vater grausam ermordet wird überschlagen sich die Ereignisse und Bea’s Leben gerät immer mehr aus den Fugen…….

Mein Eindruck:

Mit zwanzig hat man kein Kleid für eine Beerdigung ist ein total überraschender Roman, lässt die Handlung doch sehr tief in das menschliche Sein blicken. Ein trauriger Beginn, ist es doch die Beerdigung von Alfredo. Man spürt, dass Bea völlig neben sich ist und nicht verstehen kann warum Alfredo – “der Idiot” (ihre Gedanken) – nicht mehr am Leben sein kann. Hier beginne ich schon zu überlegen, warum ist Alfredo tot und warum bezeichnet sie ihn als Idiot? Erst im Laufe der Geschichte kommt man der traurig tragischen Wahrheit auf die Schliche. Nichts überraschendes, aber doch traurig und tragisch.

Der Rückblick in Bea’s und Alfredos Kindheit ist sehr gut gemacht. Es schildert den Alltag und die Verzweiflung, die die Protagonisten während der Jahre oft haben sehr gut. Die Sprache ist einfach zu verstehen auch wenn sie oft schlampig ist, so wie man sich Sprache vorstellt wenn man in einem “Ghetto” aufwächst – “Was’n los?”, “Was soll’n das?”. Auch mit Brutalität spart die Autorin nicht. Mir kamen während des Lesens manchmal die Tränen und ich hatte großes Mitleid mit den Kindern, die in so einer Umgebung aufwachsen müssen.

Valentina D’Urbano schafft es mit ihrer Art zu schreiben, diese Gefühle in mir hervorzubringen. Obwohl man heutzutage doch oft mit häuslicher Gewalt und Armut in Verbindung gebracht wird, geht mir diese Geschichte doch sehr nahe, wird doch von einem ganzen Leben erzählt. Mit dem Roman bewarb sich die junge Schriftstellerin bei einem Schreibwettbewerb (Lo Scrittore), dessen erster Preis eine Buchveröffentlichung war. Ein wirklich gelungenes Debüt!

Mein Fazit:

Obwohl ich das Buch eigentlich nicht haben wollte (sollte eigentlich ein anderes – Thriller – bekommen), wurde ich doch absolut positiv überrascht. Der Roman zweigt wie schwer und brutal das Leben ist, wenn man im falschen Viertel der Stadt aufwächst, wenn man nur wenig vom Leben zu erwarten hat und trotz aller Trostlosigkeit versucht eine unbekümmerte Kindheit und eine besser Zukunft zu haben – die Einen schaffen es…..die Anderen nicht.

Für Lesen von Gesellschaftsromanen, die eine gewisse Poesie in der Sprache mögen!

Vielen Dank an und an den Deutscher Taschenbuch Verlag, dass ich das Buch vorab lesen durfte!

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