Rezension: Andreas Föhr–Eisenberg

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Andreas Föhr – Eisenberg

Kriminalroman / 509 Seiten

Erscheinungstermin: 01. Juni 2016

Preis: € 14,99 [D] / 15,50 [A]

Buchinfo Verlagsseite

Verlagstext:

Er weiß, wovon er schreibt: Andreas Föhr, Jahrgang 1958, hat Jura studiert und in München promoviert. Jahrelang war er als Anwalt tätig, bevor er sich mit dem Schreiben von Drehbüchern einen Namen machte. Jetzt hat der SPIEGEL-Bestsellerautor eine Figur geschaffen, die nicht nur sein juristisches Fachwissen teilt, sondern auch seinen Glauben daran, dass jeder, ob schuldig oder nicht, einen Verteidiger verdient, der ganz auf seiner Seite steht: Dr. Rachel Eisenberg. Rachel ist Mitinhaberin einer angesehenen Münchner Kanzlei, frisch getrennt und Mutter einer 13-jährigen Tochter. Ihr neuer Fall soll eigentlich nur ein bisschen Medienpräsenz bringen – ein Obdachloser, der eines äußerst gewalttätigen Mordes verdächtigt wird –, doch als sie ihrem Mandanten zum ersten Mal gegenübersitzt, ist Rachel sprachlos: Sie kennt den Mann – oder glaubte das zumindest …

Mein Eindruck:

„Eisenberg” ist wohl der Auftaktroman einer neuen Serie von Andreas Föhr. Der Autor ist mir bisher nur dem Namen nach aufgefallen. Der Kriminalroman hat mich aber durchaus positiv überrascht, sodass ich nicht abgeneigt bin, weitere Geschichten rund um Frau Dr. Eisenberg zu lesen.

Die Heldin dieses Krimis ist also Frau Dr. Eisenberg. Als sie ihrem neuen Mandanten gegenüber sitz, kann sie es erst mal nicht glauben. Es handelt sich um ihre erste große Liebe Prof. Heiko Gerlach. Er wird beschuldigt in München eine junge Frau grausam ermordet und verstümmelt zu haben. So ein Verbrechen traut Rachel Eisenberg Heiko nicht zu und so recherchiert sie zusammen mit ihrem Team im  persönlichen Umfeld der Toten und im Obdachlosenmilieu. Denn Heiko hat die letzten Jahre auf der Straße gelebt. Persönliche Umstände haben ihn dermaßen aus der Bahn geworfen, dass er dort gelandet ist. Während ihrer Ermittlungen gerät nicht nur Rachel in höchste Gefahr. Es gibt weitere Tote und Verletzte…..

Der Ablauf der Handlung ist genial chronologisch Gegliedert. Läuft im Prolog alles Rückwärts ab – die Geschichte beginnt quasi mit dem Ende – so hüpft man im Hauptteil immer wieder ins hier und jetzt und in zeitlich etwas zurückliegende Geschehnisse. Die Vergangenheit ist erst mal ein Rätsel. Man weiß nicht, welche Rolle diese in dem aktuellen Mordfall hat. Nach und nach führen die verschlungenen Pfade aber dann zusammen. Mit durchaus überraschenden Wendungen und einem richten “Ach du Sch….” Gefühl trumpft der Autor besonders vor den letzten Kapiteln. Der Schluss hatte zwar auch noch spannende Momente, die Umsetzung hat mich persönlich aber nicht so überzeugen können. Zu gewollt komisch und voraussehbar die eine Aktion, zu stümperhaft die nächste Aktion der beteiligten Personen.

Sprachlich gefällt mir der Roman sehr. Auch Rachel Eisenberg als Ermittlerin verfügt über einen guten Wortwitz und Charme. Schade fand ich, dass einige Personen irgendwann komplett untergingen. Von denen hörte man erst am Ende noch mal kurz. Eine Szene empfand ich auch nicht als wirklich Abgeschlossen.

Das Cover ziert ein Bild eines Gerichtsgebäudes. Das passt hervorragend zu der Geschichte. Neben der Suche nach dem Täter, spielt sich vieles der Handlung im Gerichtssaal ab. Die Arbeit der Justiz und der Anwälte ist gut dargestellt. Andreas Föhr war ja auch jahrelang als Jurist tätig. Diese Einblicke sorgen für einen erweiterten Blickwinkel auf die Handlung.

Mein Fazit:

Auch wenn ich persönlich nicht ganz zufrieden mit dem Schlussakt bin und ein paar kleine Schwachstellen in der Handlung empfand, hat mir der Roman gefallen. In “Eisenberg” spielt nicht nur der Tod eine Rolle, auch Witz, Charme und zarte Gefühle kommen darin vor.

Von mir bekommt der Krimi Rote RoseRote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Das Buch habe ich bei Droemer Knaur im Rahmen einer Testleseraktion gewonnen. Herzlichen Dank dafür an den Verlag!

Hörbuchrezension: Mary Simses-Der Sommer der Sternschnuppen

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Mary Simses – Der Sommer der Sternschnuppen

Gelesen von Elena Wilms

5 CDs; Laufzeit ca. 6 h 13 min; Gekürzte Lesung

Preis: € 14,99 [D] | € 16,90 [A] | CHF 21,90

Buchinfo Verlagsseite

Verlagstext:

Manchmal liegt der Weg zum Glück in der Vergangenheit.

Grace, die Ordnung über alles liebt, verliert ihren Job als Korrekturleserin. Um herauszufinden, wie es weitergehen soll, kehrt sie in ihren Heimatort Dorset in Connecticut zurück. Doch bald holt sie ein, was sie für immer vergessen wollte: Ein nie verwundener Verlust — und Peter Brooks, den sie einen Sommer lang liebte. Als Grace erfährt, dass auch er zurück in der Stadt ist, ist es mit der Ruhe vorbei …
Einfach abtauchen — in Elena Wilms wunderbar gefühlvoller Lesung

Mein Eindruck:

Mary Simses schreibt Romane in denen es um die Liebe geht. Wie bereits in “Der Sommer der Blaubeeren” ist auch in diesem aktuellen Roman eine junge Frau, die von einem Mann enttäuscht und auch beruflich nicht gerade vom Glück verfolgt wird, die Hauptfigur. Endtäuscht und in der Hoffnung sich wieder etwas aufzurichten, kehrt Grace für einige Zeit in ihr Elternhaus zurück. Natürlich dauert es nicht lange bis ihr der erste Verehrer in die Handlung eintaucht. Doch bleibt es nicht bei diesem einen. Grace ist hin und her gerissen. Und dann tritt auch noch eine Konkurrentin in Erscheinung. Grace führt sich in diesen Phasen der Handlung regelrecht kindisch auf. Persönlich hatte ich den Eindruck einen seichten Teenager Roman anzuhören. Die Handlung und der Ablauf ist im Ganzen recht überschaubar und man hat recht schnell Ahnung, was als nächstes passiert.

Die Charaktere selber sind recht oberflächlich. Besonders Grace macht durch ihr Gehabe ab und an einen recht kindischen Eindruck. Albernheiten finde ich ja noch ganz lustig, doch das kindische Zickengehabe passt nicht  einer Ü30 Persönlichkeit. Ähnlichkeiten zu “Der Sommer der Blaubeeren” sind doch spürbar und die Geschichte liefert nicht wirklich etwas Neues.

Elena Wilms als Sprecherin passt ganz gut zu der Geschichte. Ihre Tonfarbe ist angenehm und man konnte die unterschiedlichen Charaktere gut auseinanderhalten.

Das Cover ist sehr schön, passt aber nicht wirklich zu der Geschichte. Der englische Titel “The Rules of Love and Gramar” passt eindeutig besser zu der Geschichte als der deutsche, da jedes Kapitel mit einer Grammatik-Regel eingeleitet wird.

Mein Fazit:

Eine leichte Liebesgeschichte mit wenig Nachhall: nett für zwischendurch, aber ohne viel Erinnerungswert.

Von mir gibt es für das Hörbuch Rote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Herzlichen Dank an Random House Audio!

Rezension: Celeste Ng–Was ich euch nicht erzählte

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Celeste Ng – Was ich euch nicht erzählte

Roman

288 Seiten

Preis: € 19,90 [D] / 20,50 [A]

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Verlagstext:

Von den Verheerungen, die wir einander zufügen

„Lydia ist tot.“ Der erste Satz, ein Schlag, eine Katastrophe. Am Morgen des 3. Mai 1977 erscheint sie nicht zum Frühstück. Am folgenden Tag findet die Polizei Lydias Leiche. Mord oder Selbstmord?

Die Lieblingstochter von James und Marilyn Lee war ein ruhiges, strebsames und intelligentes Mädchen. Für den älteren Bruder Nathan steht fest, dass der gutaussehende Jack an Lydias Tod Schuld hat. Marilyn, die ehrgeizige Mutter, geht manisch auf Spurensuche. James, Sohn chinesischer Einwanderer, bricht vor Trauer um die Tochter das Herz. Allein die stille Hannah ahnt etwas von den Problemen der großen Schwester. Was bedeutet es, sein Leben in die Hand zu nehmen? Welche Kraft hat all das Ungesagte, das Menschen oft in einem privaten Abgrund gefangen hält? Nur der Leser erfährt am Ende, was sich in jener Nacht wirklich ereignet hat.

Mein Eindruck:

“Lydia ist tot.”. Mit diesem ersten Satz beginnt dieser Roman der dem Genre Literatur zuzuordnen ist. Ein Drama sondergleichen. Schockierend, ehrlich, menschlich und so voller Tragik. Als Leser kann man sich zu Beginn gar nicht vorstellen, welch familiäre Tragödie sich in dieser Erzählung abspielen wird. Tiefsinnig und grandios umgesetzt, in einer ruhigen Sprachen und einem wunderbarem Stil.

James wünschte sich als Sohn chinesischer Einwanderer nur eines: er wollte dazugehören. Akzeptiert werden in einer Gesellschaft, wo nur Weiße privilegiert waren. Er tat alles dafür. Nicht nur lernte er fleißiger als jeder anderer, er verweigerte die Sprache seiner Eltern, begab sich nie außerhalb Amerikas. Harvard schaffte er mit Bravur. Doch sein größter Traum an dieser Uni als Professor zu unterrichten wurde ihm vereitelt.

Marilyn, Tochter einer weißen Amerikanerin, wollte immer ausbrechen aus diesem System. Sie wollte keine von diesen Frauen werden, die nach der Uni heiraten, Kinder bekommen und ihre Zeit als Hausfrau und Mutter verbringen. Ihr Traum war es Ärztin zu werden. Keine Schikane der männlichen Mitstudenten konnten sie von ihrem Vorhaben abbringen.

In Harvard begegneten sich James und Marilyn und verliebten sich ineinander. Marilyn wurde bald schwanger und die Beiden heirateten. Ihr Studium legte sie erst mal auf Eis. Später wollte sie wieder einsteigen. Für eine Frau, gerade in dieser Zeit, kommt es natürlich anders als gedacht. Nach Sohn Nathan kam Tochter Lydia. Als Marilyns Mutter starb, brach sie aus ihrem Mutter und Hausfrauendasein aus. Wollte ganz allein noch einmal durchstarten. Lies James mit den Kindern einfach hinter sich. Doch wieder machte ihr eine Schwangerschaft einen Strich durch die Rechnung.

Nathan und Lydia waren zu diesem Zeitpunkt noch sehr klein. Besonders das Mädchen litt unter der Abwesenheit der Mutter. Sie schwor sich alles dafür zu geben, wenn nur ihre Mutter wieder zu ihnen zurück kommen würde. Und genau dieser Schwur wurde dem Mädchen zum Verhängnis. Natürlich wusste die Mutter davon nichts. Doch Marilyn wollte ihre nicht verwirklichten Träume bei Lydia erfüllt sehen. Wollte, dass das Mädchen an ihrer statt eine erfolgreiche Ärztin wird. Und das Mädchen tat alles was die Mutter sich wünschte, denn sie hat es ja geschworen. Der Vater wünschte sich nichts sehnlicher als Freunde für seine Tochter. Denn Freunde sind wicht, sie bereichern einen. Nathans Wünsche und Träume wurden kaum beachtet oder als Humbug abgetan. Und Hannah das Nesthäkchen war für alle unsichtbar.

Der Roman ist eine Zeitreise. Der Beginn ist der tragische Tod Lydias. Gekonnt schickt einen die Autorin an den Anfang der Geschichte, zu James und Marilyn. Erfährt wie sie wurden, was sie sind. Kommt wieder zurück, um die Familie gefangen in ihrer Trauer zu erleben. Jeden einzelnen auf seine eigene Art. Fühlt mit ihnen, ist verzweifelt, denn keiner findet die richten Worte oder einen Weg aus dieser Tragödie. Als Leser erfährt man was Ehrgeiz und das”unbedingte  dazugehören wollen” aus Menschen machen kann. Die Eltern mit ihren Scheuklappen vor den Augen und der Meinung so ihren Kindern das Richtige mitzugeben für ihr Leben. Besonders für Lydia, denn sie ist das Kind mit den blauen mandelförmigen Augen. Der Beweis, dass nicht nur Weiße etwas Besonderes sind. Lydia findet keinen Weg aus dieser elterlichen Schiene. Sie verzweifelt an ihrem eigenen Schwur und  dann hat sie diese Eingebung wie ihr ihr Entkommen gelingt. Dieses Entkommen ist tragisch, schockierend und traurig. Und nur der Leser weiß am Ende was wirklich geschah!

Die Familienmitglieder sind so real dargestellt. Die Zeit in der sich diese Tragödie abspielt, eine Zeit in der die gesellschaftliche Position eines Menschen durch Herkunft und Geschlecht noch klar strukturiert war. Weiße waren privilegiert, Frauen fanden ihren Platz in der Gesellschaft als Hausfrau und Mutter. Kinder aus Misch-Ehen hatten es besonders schwer. Die Autorin hat diese schwierigen sozialen Bedingungen, mit all ihren fatalen Folgen, ganz gekonnt in die Handlung integriert.

Das Hardcover ist einfach aber ansprechend. Man Blickt in einen grelles Licht, umgeben von einem Zaun aus Schilf.

“Was ich euch nicht erzählte” ist das Romandebut von Celeste Ng (sprich: Ing). Sie schrieb schon einige Erzählungen und Essays, die in verschiedenen literarischen Magazinen erschienen sind und mit dem Hopwood Award und dem Pushcard Preis ausgezeichnet wurden. Der Roman wurde in 20 Sprachen übersetzt, vielfach prämiert und wird auch verfilmt.

Mein Fazit:

Ein wirklich gelungener Roman über eine Familie, deren gesellschaftliche Position sie hadern lässt, in der Anders sein nicht geduldet war, man ausgegrenzt wurde und man doch alles dafür tun würde um dazu zu gehören oder Erfolgreich zu sein. Sprachgewaltig und fesselnd. Auch für Einsteiger in die gehobene Literatur.

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Herzlichen Dank an dtv und Vorablesen, dass ich das Buch vorab lesen durfte!

Beerige Schnitte

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Diese Adaption eines Naked-Cake kam beim Geburtstag meines Pappas richtig gut an! Ein Naked-Cake wird aus einem einfachen Wiener Boden gemacht, dann noch eine einfache Creme und ganz viel frische Beeren oben drauf. Alles ohne einem Gelatineguss. Auf den sind in meiner Familie eh die wenigsten scharf. So spart man sich die zusätzliche Arbeit, hat einen köstlichen Kuchen und zufriedene Gesichter Smiley.

Hier noch mein Rezept:

Zutaten für 1 Blech:

  • 250 g weiche Butter
  • 6 ganze Eier
  • 150 g Zucker
  • 1 EL Vanilleextrakt
  • 250 g Mehl
  • 2 1/2 gestr. TL. Backpulver
  • 1 gute Prise Salz
  1. Ofen auf 180 ° Umluft vorheizen.
  2. Butter mit Zucker und Vanilleextrakt schön schaumig aufschlagen.
  3. Nach und nach die Eier in die Buttercreme einrühren.
  4. Mehl, Backpulver und Salz vermischen.
  5. Portionsweise unter die Butter-Eiercreme rühren.
  6. Rührteig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech streichen und ca. 20-25 min backen. Stäbchenprobe!

Für die Creme:

  • 500 g Mascarbone
  • 250 g Naturjoghurt
  • Saft und Zesten einer unbehandelten Zitrone
  • 3-4 EL Staubzucker (je nach Geschmack auch mehr)
  • 1 EL Vanilleextrakt
  • 1 Becher Sahne
  • 1 Pkt. Sahnesteif
  1. Sahne mit Sahnesteif sehr fest aufschlagen.  Soll aber kein Butter werden!
  2. Mascarbone, Joghurt, Zitronensaft und –zesten, sowie Staubzucker und Vanilleextrakt cremig verrühren.
  3. Steif geschlagene Sahne locker unterheben.
  4. Creme bis zum Belegen kalt stellen!

Für das Topping:

  • 250 g Erdbeeren gewaschen und das Grün entfernt
  • 1 Becher Heidelbeeren
  • 1 Becher Brombeeren

Fertigstellen:

  1. Kuchenboden mit der Creme überziehen.
  2. Geputzte Beeren auf der Creme verteilen.
  3. Stück für Stück genießen!

Wer eine festere Creme möchte rührt noch Gelatine unter. Alternativ kann man auch 500 g Quimiq verwenden. Dann würde ich die Sahne aber weglassen!

Hörbuchrezension: Mary Higgins Clark-So still in meinen Armen

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Mary Higgins Clark mit Alafair Burke – So still in meinen Armen

Gelesen von Michou Friesz

6 CDs ; Gekürzte Lesung ; Laufzeit 6 h 25 min

Preis: € 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90

Buchinfo Verlagsseite

Verlagstext:

Als sie seine Schritte hörte, war es zu spät

Zwanzig Jahre ist es her, dass die talentierte Jungschauspielerin Susan Dempsey abends zu einem Vorsprechen aufbricht – aber niemals ankommt. Am nächsten Tag wird sie ermordet im Park aufgefunden, meilenweit von ihrem Auto entfernt, mit nur noch einem Schuh an den Füßen. Der »Cinderella-Mord« schlägt hohe Wellen, weil zu den Verdächtigen einflussreiche Geschäftsleute und Hollywoodgrößen gehören. Aber er wird nie aufgeklärt. Bis sich Laurie Moran, die sich als TV-Produzentin auf Cold Cases spezialisiert hat, des Falls annimmt. Damit macht sie sich zur Zielscheibe des Täters, der alles zu tun bereit ist, um weiter unerkannt zu bleiben.

Mein Eindruck:

Mary Higgins Clark ist für mich als Kriminalautorin keine Unbekannte. Einige ihrer Werke brachte sie auch zusammen mit Tochter Clair heraus. In “So still in meinen Armen” ging sie eine Kooperation mit Alafiar Burke ein. Deren Vater ist kein geringerer als James Lee Burke. Seines Zeichens ebenfalls ein grandioser Krimiautor. Da sollte dann doch etwas gutes dabei zustande kommen!

Als Zuhörer ist man den beteiligten Personen immer um einige Schritte voraus, denn man ahnt bereits lange im Vorhinein,  was sich gleich abspielen wird. Die Handlungsabläufe sind zwar gut durchdacht, aber eben auch leicht vorhersehbar. Ab und zu wurden einige Wendungen in die Geschichte eingebaut, mit denen man nicht rechnen konnte. Doch führten sie mich als Zuhörer nicht wirklich lange auf den Holzweg. Richtig spannend macht es diese Art der Erzählung nicht diesen Roman nicht. Schade eigentlich. Von der Autorin ist man doch anderes gewohnt. Es wird zwar versucht andere neue Fährten zu legen, doch werden diese dann auch wieder rasch aufgelöst.

Micou Friesz hat eine wirklich angenehme Erzählstimme. Doch empfand ich sie zu emotionslos und eintönig. Dieser Geschichte hätte mehr Power und Spannung im Erzählstimme nicht geschadet.

Der Originaltitel lautet “The Cinderella Murder”. Kennt man die Handlung passt dieser auf jeden Fall besser als das deutschen Übersetzung.

Mein Fazit:

Ein kurzweiliger Krimi mit überschaubaren Handlungsabläufen und zu viel an vorausahnenden Vorgängen.

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Herzlichen Dank an Random House Audio!

Jean-Paul Didierlaurent-Die Sehnsucht des Vorlesers

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Jean-Paul Didierlaurent – Die Sehnsucht des Vorlesers

Roman / 222 Seiten / Preis: € 14,90 [D] / 15,40 [A]

Verlag: dtv Premium

 

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Verlagstext:

Guylain Vignolles liebt Bücher und hasst seinen Job in einer Papierverwertungsfabrik. Darum liest er jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit im Regionalzug um 6 Uhr 27 laut ein paar Seiten vor, die er am Tag zuvor der Schreddermaschine entrissen hat: sein ganz persönlicher Akt der Rebellion gegen die Vernichtung von Literatur.

Eines Tages entdeckt er im Zug einen USB-Stick, auf dem das Tagebuch einer jungen Frau gespeichert ist. Tief bewegt liest er nun ihre Geschichten vor – und der Zauber springt auch auf die Mitreisenden über. Viel wichtiger aber noch: Die Geschichten verändern Guylains Leben von Grund auf. Er muss diese Frau finden!

Mein Eindruck:

Das Buch kaufte ich mir bereits im letzten Jahr weil mir das Cover so gut gefiel. Es wirkt so bescheiden einfach und doch schön. Aber ich kann es nicht fassen, das ich Monate verstreichen ließ, bevor ich überhaupt zu lesen begann! Obwohl, die Geschichte ist nichts weltbewegendes, und doch war ich vom ersten Moment an verzaubert. Die Charaktere bodenständig, verschroben, skurril und liebenswert. So französisch, wie man es aus so manchen französischen Filmen kennt. Trotzdem ist der Ton der Erzählung ist einfach, ruhig und ohne Hektik. Alles zusammen macht diese Geschichte aus. Man lacht, man ist traurig und man hat etwas zum Nachdenken, ohne ein wirklich unfassbares Ereignis. Eine Geschichte die gut tut. Entschläunigt und zeigt, dass man auch aus einer scheinbar schlechten Situation etwas gutes machen kann.

Auch wenn das Büchlein gerade mal eine Schnapszahl an Seiten aufweisen konnte, lohnte es sich auch mal innezuhalten, das Gelesene Revue passieren zu lassen und seinen eigenen Gedanken nachzuhängen.

Von mir gibt es für die nette Erzählung Rote RoseRote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Rezension: Paula Daly-Herzgift

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Paula Daly – Herzgift

Psychothriller

380 Seiten

Preis: € 14,99 [D] / 15,50 [A] / 20,50 [sFr]

Buchinfo Verlagsseite

Verlagstext:

Eine glückliche Ehe, zwei hinreißende Töchter und ein florierendes kleines Hotel im englischen Lake District: Natty und Sean Wainwright stehen auf der Sonnenseite des Lebens. Das Glück wird getrübt, als die jüngere Tochter auf der Klassenfahrt schwer erkrankt. Natty macht sich sofort auf den Weg nach Frankreich – nur gut, dass ihre beste Freundin Eve gerade zu Besuch ist und Sean in Nattys Abwesenheit unterstützen kann. Doch als Natty nach zwei Wochen zurückkehrt, erwartet sie ein Albtraum: Eve hat ihr den Mann ausgespannt und ihr Zuhause übernommen. Selbst ihre Töchter werden von Eve umgarnt. Natty ist fassungslos. Die einst so enge Frauenfreundschaft wandelt sich in nackten Hass – und ein mörderischer Zweikampf beginnt …

Mein Eindruck:

Erst mal muss ich sagen, dass mir Natty als Mensch von Beginn an unsympathisch war. Ihre ganze Art und ihr Umgang mit den Kindern und mit ihrem Mann, einfach ihr ganzes perfektionistisches Gehabe, dem konnte ich nichts abgewinnen.  Nichts desto trotz tat sie mir doch Leid. Das es Natty regelrecht die Füße unter dem Boden wegzog, ist durchaus verständlich. Keine Frau verdient es so von ihrem Partner hintergangen zu werden. Noch dazu von der scheinbar besten Freundin.

Auch Sean ist mir nicht wirklich sympathisch. Auch wenn das glückliche Zusammenleben der Eheleute eher nach Außen hin mehr Schein als Sein hatte, war er zu schnell bereit sich auf Eve einzulassen. Und Eve hatte natürlich leichtes Spiel. Da brauchte sie gar nicht allzu tief in die weibliche Trickkiste zu greifen. Ein sexy Outfit, etwas Make-up und ein paar nette Worte und voila – sie hatte ihn an der Angel.

Der Ablauf der Geschichte ist gut strukturiert, auch wenn mir die Sinnhaftigkeit einiger Handlungsabläufe nicht ganz klar waren. Die Psychospielchen waren ok, boten aber nicht wirklich Neues. Nattys Zorn und Machtlosigkeit war spürbar und man konnte sich gut in sie hineinversetzen. Doch reagierte sie, die Perfektionistin, die, die alles immer unter Kontrolle hielt mitunter kopflos und überschnell. In diesen Phasen war ihr Eve, auch wenn nur oberflächlich, um einiges überlegen. Als richtig spannend empfand ich die Geschichte nicht. Dafür waren mir die Charaktere zu oberflächlich und die Handlung zu seicht. Zugutehalten muss man der Autorin aber, auch wenn im Ablauf viel vorhersehbar war, sie auch einige Wendungen in die Geschichte brachte, welche für etwas mehr Bewegung und Richtungswechsel sorgten. Grandios fand ich den Schluss. „Liebe Beste Freundin, pass auf wie kaltblütig eine Beste Freundin sein kann, wenn du ihr den Mann ausspannst“, kann ich da nur sagen!

Mein Fazit:

Ein schneller und einfach zu lesender Spannungsroman für zwischendurch. Ein bisschen Sex, ein bisschen Drama, aber wirklich Neues und Tiefgründiges bietet dieser Roman nicht. Für mich ein sogenannter “Ladythriller” den man sich zwischendurch als leichte Lektüre durchaus gönnen kann.

Von mir bekommt der Roman Rote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Herzlichen Dank an Manhattan!