3 Rezepte für Weihnachtskekse: Mohn-Blüten, Terrassenkekse, Schokospritzgebäck

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Dieses Jahr verbringen wir Weihnachten wieder zu Hause in den Bergen bei Schnee und Kälte. Was durchaus auch etwas Schönes hat. Im Moment ist ja schon eine herrlich weiße Pracht auf Wald und Flur. Vielleicht schaffe ich es dieses Jahr tatsächlich mit dem Schneeschuhwandern anzufangen. Das nehme ich mir schon seit einigen Jahren vor. Aber irgendwie ist es immer beim Vorsatz geblieben und nie wirklich umgesetzt worden. Kennt ihr das auch? Bestimmt Smile. Da ich aber in diesem Jahr wieder viel mehr Sport betrieben habe, ich war Wandern, Rad fahren, Laufen und gehe regelmäßig zum Fitnesstraining, könnte ich meinen inneren Schweinhund in diesem Winter ja tatsächlich austricksen.

Zurück zum eigentlichen Post. Da wir also diesmal Weihnachten also wieder zu Hause verbringen, gehören natürlich auch Kekse auf den Tisch. Kekse backen macht mir aber nur Spaß wenn ich es nicht alleine machen muss. Zum Glück gibt es da ja Tochterkind 2, die liebt Kekse backen. Zusammen haben wir uns heute also in das Vergnügen gestürzt. Keine große Menge, aber sieben verschiedene Sorten sind es auch geworden.

IMG_20171211_193208Inspirieren ließ ich mich dieses Mal wieder aus dem Magazin Frisch Gekocht. Vanillekipferl, natürlich müssen sein. Die liebe ich, schon als Kind gehörten sie zu meinen liebsten Weihnachtskekse. Dann noch Spritzgebäck, Mohnblüten und Haselnuss-Terrassenkekse. Einen Bleck-Lebkuchen und Eierlikörkekse und aus dem überschüssigen Eiweiß Amaretti. Zwar ohne Amaretto, aber trotzdem lecker Smile. Wir rührten unsere Teige mit dem Thermomix an. Die Mürbteige kann man aber natürlich auch mit guter alter Muskelkraft zubereiten!

Backt ihr auch Weihnachtskekse selber, oder lasst ihr backen. Selbstgebackene Kekse geschenkt bekommen ist doch auch was schönes wie ich finde.

Hier noch drei etwas abgeänderte Rezepte aus dem Magazin

Mohnblüten Zutaten für ca. 35 Stück:
  • 100 g blanchierte Mandeln
  • 20 g Mohn
  • 200 g Mehl
  • 1 TL gemahlener Zimt
  • 1 Prise Salz
  • 150 g weiche Butter
  • 1 Ei
  • 100 g Feinkristallzucker
  • 180 g Marillenmarmelade
Zubereitung im Thermomix:
  • Mandeln und Mohn in den Mixtopf geben und auf St 10 mahlen bis die Mandeln ganz fein sind ca. 15 sec.
  • Mehl, Zimt und Salz hinzugeben und kurz auf St 2 miteinander verrühren.
  • Butter in Stücken, Ei und Zucker dazugeben und auf St 5/30 sec zu einem glatten Teig kneten. In Frischhaltefolie wickeln und ca. 3 Stunden kalt stellen.
  • Backrohr auf 160 ° Umluft vorheizen. Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 3 mm dick ausrollen und Blüten ausstechen und ca. 10 bis 12 min. backen. (die Kekse mit Loch sind schneller gebacken!). Darauf achten, dass gleich viele Blüten mit und ohne Loch vorhanden sind. Kekse nach dem Backen 15 min. auskühlen lassen.
  • Marillenmarmelade erwärmen und evtl. durch ein Sieb streichen. Mit einem Kaffeelöffel kleine Kleckse Marmelade auf die Blüten ohne Loch geben und jeweils ein Lochkeks darauf setzen und etwas festdrücken.

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Haselnuss-Terrassenkekse Zutaten für ca 40 Stück:
  • 200 g weiche Butter
  • 100 g Feinkristallzucker
  • 1 TL echter Vanillezucker oder Mark 1/2 Vanilleschote
  • 2 Eidotter
  • 200 g Mehl
  • 100 g gemahlene Haselnüsse
  • 1 Prise Salz
  • 20  Haselnusskerne
  • 200 g Nougatcreme
  • 120 g Zartbitterkuvertüre
Zubereitung im Thermomix:
  1. Butter, Zucker, Vanillezucker, Dotter, Mehl, gemahlene Haselnüsse und Salz auf St 5/30 sec zu einen glatten Teig verkneten. In Folie 3 Stunden kalt stellen.
  2. Backrohr auf 160 ° Umluft vorheizen. Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 3 mm dick ausrollen. Mit zwei unterschiedlich großen Ausstechförmchen (ich nahm Herzen) jeweils gleichviele Kekse ausstechen. Auf mittlerer Schiene ca. 8 – 10 min backen (Achtung: die kleineren Kekse sind schneller fertiggebacken!). Anschließend 15 min. auskühlen lassen.
  3. Die Haselnüsse halbieren. Die Nougatcreme im Wasserbad erhitzen. Die Kuvertüre nach Packungsangabe im Wasserbad schmelzen. Jeweils auf ein größeres Keks einen Kleks Nougatcreme geben und ein kleineres Keks darauf setzen und etwas andrücken. Die Kekse mit der geschmolzenen Kuvertüre verzieren. Auf jedes Keks eine halbe Haselnuss setzten.
Schokospritzgebäck Zutaten für ca. 24 Stück:
  • 250 g Mehl
  • 30 g Kakaopulver
  • 1 Prise Salz
  • 125 g Butter
  • 125 g Feinkristallzucker
  • 1 Ei
  • 50 ml Milch
  • 120 g dunkle Kuvertüre
Zubereitung im Thermomix:
  1. Backrohr auf 160 ° Umluft vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  2. Butter mit Zucker und Ei auf St 4/1 min. cremig-hell aufschlagen (evtl. noch etwas nachschlagen). Mehl mit Kakaopulver uns Salz mischen. Zusammen mit der Milch in den Mixtopf geben und auf St 5/30 sec unterrühren.
  3. Teig in einen Spritzbeutel mit großer Sterntülle füllen und Streifen von etwa 4/5 cm auf das Blech spritzen. Auf mittlerer Schiene 12 bis 15 min backen. 30 min. auskühlen lassen.
  4. Kuvertüre nach Packungsangabe schmelzen und Spritzgebäck auf einer Seite darin eintauchen, abtropfen lassen und auf Backpapier vor dem Verpacken ca. 30 min. trocknen lassen.

Alle Kekse sind Luftdicht verschlossen ca. 3 – 4 Wochen haltbar. Aber will schon nach Weihnachten noch Kekse futtern. Da ist man dann doch schon wieder im Abspeckmodus Smile.


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Rezension: Claire Hajaj–Der Wasserdieb

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Claire Hajaj – Der Wasserdieb

Roman

512 Seiten

Preis: € 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:

Nach dem Tod seines Vaters, eines Arztes, der ihn stets ermahnte, etwas Sinnvolles zu tun, geht der englische Ingenieur Nick nach Afrika, um dort ein Kinderkrankenhaus zu bauen. Doch nach kurzer Euphorie gerät er zwischen alle Fronten. Er verliebt sich in Margaret, die Frau seines Gastgebers. Ihre Affäre droht nicht nur, das Glück einer ganzen Familie zu zerstören – sondern auch die Zukunft des jungen JoJo, der zu Nick wie zu einem Helden aufschaut. Darüber hinaus erkennt Nick, dass sein Arbeitgeber, der Gouverneur, korrupt ist. Er will aber nicht mehr tatenlos zusehen, wie die Bevölkerung von teuren Wasserlieferungen abhängig ist, obwohl ein einfacher Brunnen alle retten könnte. Er entwendet Geld und macht sich an die Arbeit. Eine wohlgemeinte Tat, die schwerwiegende Folgen für ihn hat – und für alle, die er liebt …


Mein Eindruck:

An den Debütroman “Ismaels Orangen” kann ich mich noch gut erinnern. Dieses Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen und Religionen und wie die Menschen damit umgehen im positiven wie im negativen Sinne. Die Autorin wuchs auch zwischen zwei Kulturen auf. Ihr Vater ist Palästinenser,  ihre Mutter Jüdin. Auch in  “Der Wasserdieb” hat sie unterschiedliche Kulturen und Religionen eingebaut.

Nicholas gehört für mich zu dem Menschenschlag, der mit sich noch nicht recht im Reinen ist. Mit seinen knapp 30 Jahren ist er dafür auch noch etwas zu jung. Er ist erfolgreich in seinem Beruf als Ingenieur, will sich aber in Afrika beweisen. Für sich oder doch mehr für seinen verstorbenen Vater, das konnte ich nicht hundert Prozentig herauslesen. Ein bisschen von beidem wahrscheinlich. Mit Land und Leuten scheint er sich im Vorfeld nicht wirklich befasst zu haben. Sein Gastgeber Dr. Ahmed und seine Familie empfangen ihn mit offenen Armen. Das Margret, die junge schöne Frau, die Ehefrau des alten Arztes ist, scheint ihn regelrecht zu schockieren. Anders als gedacht, ist ihre Ehe aber nicht arrangiert. Dr. Ahmed hat Margret vielmehr gerettet um ihr ein freies Leben zu ermöglichen. Für ihn hat sie die Religion gewechselt. Trotzdem muss sie kein unterwürfiges Leben leben, ist frei in ihrem Tun und ihren Taten. Jojo, der Sohn, ist von Nick begeistert. Auch Nick schließt den Jungen gleich in sein Herz,  nimmt ihn unter seine Fittiche und bringt ihm viel bei. Entfacht aber auch ein Feuer in dem Kind, das durch sein unüberlegtes und egoistisches Handeln ausgelöst wurde.  Nicks Taten kann man durchaus nachvollziehen, er will einfach nur helfen. Ist aber auch sehr naiv was die Menschen, besonders jene die die Macht haben, anbelangt. Er glaubt tatsächlich daran, dass sich alles zum Guten wenden wird, obwohl die Zeichen schon deutlich anders stehen.

 Mein Fazit:

Als Leser taucht man bereits zu Beginn in das Ende der Geschichte ein. Es liegt eine flirrende Spannung in dieser Szene, die man sich gut vor Augen führen kann. Nach und nach werden die Geschehnisse aus Nicks und aus Jojos Sicht über mehrere Monate geschildert. Es beginnt recht ruhig, vieles ist vorhersehbar, besonders die Entwicklung von Nick und Margret zueinander. Dr. Ahmed mit seiner Gelassenheit und seinen Lebensweisheiten fand ich als Ruhepol wunderbar dargestellt.

Auch wenn die Geschichte eher ruhig begann und der Verlauf vorhersehbar war, machte die Spannung am Ende alles wieder wett. Definitiv kein Page Turner, aber doch ganz passabel am Schluss. Eine Geschichte über Liebe, über Macht und Manipulation, über gute Taten, über falsche Entscheidungen und welche Steine damit ins Rollen gebracht werden können.


Von mir gibt es für den Roman Red roseRed roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an den Blanvalet Verlag für dieses persönliche Leseexemplar!

Rezension: Malin Persson Giolito-Im Traum kannst du nicht lügen

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Malin Persson Giolito – Im Traum kannst du nicht lügen

Roman

460 Seiten

Preis: € 16,00 [D] /16,50 [A]

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:

Stockholm: Nach einem Blutbad an einem Gymnasium steht die achtzehnjährige Maja vor Gericht. Sie hat geschossen, und unter den Toten sind ihre beste Freundin Amanda, ihr Freund Sebastian und der Lehrer Christer. Wie konnte es dazu kommen, dass dieses einstmals so beliebte Mädchen zur meistgehassten Person Schwedens wurde? Und ist sie überhaupt eine Mörderin?



Mein Eindruck:

Ein Amoklauf an einer Schule. Das dahinter oft mehr steckt als “nur” der Hass auf seine Mitmenschen, oder der Wille jemanden zu töten, davon hat bereits Jody Picould in ihrem Roman “19 Minuten” geschrieben. Diese Geschichte war so spannend erzählt, da war ich doch sehr neugierig, wie Malin Persson Giolito ihre Erzählung gestaltet. Immerhin gewann die Autorin mit “Im Traum kannst du nicht lügen” den Nordischen Krimpreis 2017. Da sind die Erwartungen für mich als Leser schon recht hoch!IMG_20171203_165440

Die Geschichte wird nach hinten aufgearbeitet. Das Blutbad ist schon geschehen und Maja steht vor Gericht. Sie macht es einem nicht leicht, sich nicht gleich ein negatives Bild von ihr zu zeichnen. Sie wirkt so teilnahmslos, alles scheint ihr egal zu sein. Gedanklich ist sie oft woanders, drehen sich auf abwertende Weise um die Verteidigerin oder ähnliches. Nur wenn sie an ihre kleine Schwester denkt, kommt da ein ganz anderes Mädchen zu tagen, eines das liebevoll ist, das sich sorgt. Zwischen den Verhandlungstagen erfährt man Majas Geschichte, bis man zum Kern vordringt, der Auslöser der unfassbaren Tat, vergehen noch viele Seiten. Zwischendurch ist das etwas langatmig, doch die Aufarbeitung, in der man alles über Maja, ihren Freund Sebastian und den Rest der Clique erfährt, lohnt sich durchzuhalten!

Mein Fazit:

Für mich eher Drama als ein Krimi, spannend und gut durchdacht. Die Jugendlichen kommen Großteils aus wohlhabenden Familien. Können alles haben. Doch Geld allein macht nicht Glücklich. Party, Drogen, Alkohol und ein Vater, bei dem nur Leistung steht und für dem Liebe offenbar ein Fremdwort ist, führen von einem Extrem zum Anderen. Bis jemand nur noch einen Ausweg sieht! Tatsächlich hab ich zwischendurch auch ein paar Tränen vergossen, so emotional fand ich Majas Schilderung ihrer Beziehung zu Sebastian.


Von mir bekommt der Roman Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an Bastei Lübbe für dieses persönliche Leseexemplar!


Rezension: Jean E. Pendziwol–Das Licht der Insel

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Jean E. Pendziwol – Das Licht der Insel

Roman

412 Seiten

Preis: € 10,00 [D ] / 10,30 [A] / 13,90 [sFr]

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:

Elizabeth und ihre Zwillingsschwester Emily wachsen in der rauen Einsamkeit des Lake Superior auf. Ihr Vater ist Leuchtturmwärter auf Porphyry Island, einer kleinen, sturmumtosten Insel. Die beiden Mädchen sind unzertrennlich, obwohl Emily nicht spricht – doch sie hat ein bemerkenswertes Gespür für Tiere, und sie malt wunderschöne Pflanzenbilder. Ihr Bruder Charles fühlt sich für die Schwestern verantwortlich. Doch dann setzt ein schreckliches Ereignis der Idylle für immer ein Ende …
Siebzig Jahre hat Elizabeth nicht mit ihrem Bruder gesprochen, als am Ufer des Sees Charles‘ Boot angespült wird. Von ihm fehlt jede Spur, doch sie weiß, dass es nur einen Ort gibt, zu dem er unterwegs gewesen sein kann. Nur was hat ihn nach all den Jahren dazu gebracht, nach Porphyry zurückzukehren?


Mein Eindruck:

Porphyry Island, mitten in dem riesigen See in Nordamerika, ist die Heimat von Elizabeth und ihrer Zwillingsschwester Emily. Dort verbringen sie zusammen mit ihren Eltern und ihrem Bruder Charles eine unbeschwerte Kindheit. Scheinbar nichts kann diese Unbeschwertheit trüben, bis zu jenem Tag, als etwas unfassbares passiert und die Schwestern die Insel überstürzt verlassen. Siebzig Jahre danach verbringt Elizabeth ihren Lebensabend in einem Altenwohnheim an dem See ihrer Kindheit. Hier lernt sie die junge Morgan kennen. Sie wurde zu einer gemeinnützigen Arbeit in der Einrichtung verdonnert. Als Elizabeth die verschollenen geglaubten Tagebücher ihres Vaters überreicht bekommt, bittet sie die junge Frau ihr diese vorzulesen. Vieles ist nicht neu für die alte Dame, denn ihr Vater berichtet vor allem von seiner Arbeit. Doch ein entscheidendes Tagebuch fehlt, es ist genau jenes von dem sich Elizabeth Klarheit erhofft, warum ihr Bruder Charles vor all den Jahren so böse auf ihre Zwillingsschwester Emily war. Nun wird dies wohl für immer ein Geheimnis bleiben, denn der Bruder ist tot. Ertrunken in dem großen See auf seiner letzten Fahrt zu Porphyry Island, der Heimat ihrer Kindheit ….

Die Geschichte hat mich wirklich sehr berührt, obwohl ich sie zu Beginn einen etwas langweiligen Eindruck machte. Seite um Seite wurde es aber dann doch spannender. Die Tagebucheinträge und besonders am Ende Elizabeths eigene Erzählungen zu den Ereignissen auf der Insel, gestalteten sich immer spannender. Die Autorin schaffte es mit ihrem Schreibstil ein deutliches Bild der Insel, der Gegend, der Menschen und dem Leben in jener Zeit zu zeichnen. Irgendwann war ich regelrecht gefangen, besonders von jener entbehrungsreichen Zeit, als es noch keine Elektrizität und andere moderne Errungenschaften gab. Die Geschichte entpuppt sich nach und nach als Drama. Man ahnt schon bald, dass sich in der Kindheit der Schwester etwas schlimmes zugetragen haben muss, doch das ganze Ausmaß ist erschütternd.

Das Cover passt zu der Geschichte. Es wirkt sehr idyllisch, doch ist diese Idylle trügerisch. Nicht nur die harten Wintermonate verlangen den Menschen alles ab, auch schleicht sich das Böse unbemerkt auf die Insel.

Mein Fazit:

Ein wirklich gut durchdachter Roman, der mir nach den etwas zähen Anfang dann wirklich gut gefallen hat. Die abwechselnden Erzählstränge aus Elizabeths und Morgans Sicht und das Zurückblicken in die Vergangenheit machen aus diesem Drama ein gelungenes Leseerlebnis das mir in schöner Erinnerung bleibt!


Von mir bekommt der Roman Red roseRed roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an den Penguin Verlag für dieses persönliche Leseexemplar!

Rezension: Abigail Tucker-Der Tiger in der Guten Stube

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Abigail Tucker – Der Tiger in der Guten Stube

Wie die Katzen erst uns und dann die Welt eroberten

Sachbuch

304 Seiten

Preis: € 19,95 [D] / 21,60 [A]

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:

Katzen sind unsere liebsten Haustiere. Im Laufe ihrer gemeinsamen Geschichte mit uns wurden sie zu einer der erfolgreichsten Tierarten auf diesem Planeten. Und heute herrschen sie über Hinterhöfe, ferne antarktische Inseln und unsere Wohnzimmer … und einige sind zu Stars des Internets geworden, die höhere Klickzahlen erreichen als so manche Hollywood-Größe.
Aber wie haben Katzen diese Dominanz erreicht? Anders als Hunde haben sie für uns keinen praktischen Nutzen. Sie sind miserable Rattenjäger und gleichzeitig eine Bedrohung für viele Ökosysteme. Und doch lieben wir sie. Um unsere Hausgenossen besser zu verstehen, macht sich Abigail Tucker auf die Reise zu Züchtern, Umweltaktivisten und Wissenschaftlern. Profund und unterhaltend erzählt sie, wie diese kleinen Kreaturen ihre Beziehung zu uns Menschen genutzt haben, um zu einer der einflussreichsten Spezies der Erde zu werden.
Nach der Lektüre werden Sie unsere pelzigen Begleiter mit anderen Augen sehen und sich selbst womöglich auch.


Mein Eindruck:

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Süß, wie einen dieses kleine Kätzchen schon auf dem Cover ansieht! Es ähnelt unserem Wollknäuel in seinen ersten Lebensmonaten sehr. Inzwischen hat er eine absolute Veränderung hingelegt, gerade so als ob er ein Wechselbalg wäre. Aus langhaarigem Tigermuster wurde ein Riese in Rot durchzogen mit dunkleren und helleren Strähnen. Dieses Phänomen, meine unbändige Liebe zu diesen Tieren und auch das süße Cover hat mich neugierig auf dieses Sachbuch gemacht.

Der Einstieg gestaltet sich schon mal recht amüsant mit der Geschichte des “Löwen von Essex” oder “Wie eine zu groß geratene Hauskatze ein ganzes Dorf in Angst und Schrecken versetzt”. Ja, ja, die lieben Mietzekatzen können einen schon ganz schön in Panik versetzten Smile. Im Hauptteil erfuhr man dann sehr viel über den Werdegang der Katzen, vom Wildtier zum Haustier sozusagen. Welche Kulturen die Katzen vor tausenden Jahren schon verehrten und wie sich diese Verehrung in Zeiten von Internet viral weiterentwickelt.

Das Buch war über lange Strecken leider zu wissenschaftlich, eher mehr Fachbuch als Sachbuch für meinen Geschmack. Auch bezieht sich sehr viel vom Katzenhype auf die USA.

Mein Fazit:

Es war interessant zu lesen, wie sich die Katzen ihren Platz bei den Menschen erobert haben. Wirklich hilfreich für Katzenhalter empfand ich das Buch nicht. Wie bereits erwähnt eher wissenschaftlich mit vielen Quellenangaben, deren Anmerkungen man ganz hinten im Buch findet.


Von mir bekommt das Buch Red roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

“Der Tiger in der Guten Stube” wurde mir als Rezensionsexemplar angeboten.

Mein Dank geht an den Theiss Verlag für dieses persönliche Leseexemplar!

Rezension: Sabri Louatah-Die WildeEN: Eine französische Hochzeit

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Sabri Louatha – Die WildEN: Eine französische Hochzeit

Trilogie / Band 1

701 Seiten

Preis: € 18,00 [D] / 18,50 [A] / 24,50 [sFr]

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:

Am Vorabend der französischen Präsidentschaftswahlen erschüttert ein Attentat die Nation. Opfer ist Idder Chaouch, der erste Kandidat arabischer Herkunft, ein charismatischer und weltgewandter Politiker, der die Menschen mitreißt und der politischen Landschaft neues Leben einhaucht. Ins Fadenkreuz der Ermittlungen gerät die weitverzweigte Familie Nerrouche, algerische Einwanderer in dritter Generation, die voller Stolz auf ihren Kandidaten sind und ihn mit aller Kraft unterstützen. Doch innerhalb von 24 Stunden wendet sich das Blatt und die Familie gerät unter Verdacht, die Sicherheit des Staates zu gefährden. Das Schicksal der Familie wird zum Sinnbild einer zerrissenen Nation.


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Mein Eindruck:

“Eine französische Hochzeit” ist der erste Band einer vielschichtigen, aufwühlenden Trilogie rund um die Familie Nerrouche. Eine Großfamilie algerischer Herkunft, welche bereits in dritter Generation in Frankreich lebt. Eine Familie, die sich, trotz aller Widrigkeiten denen sie als Fremde ausgesetzt waren,  gut integriert hat und als Franzosen sehen. Die Frauen verhüllen sich nicht, wenn sie in die Öffentlichkeit treten, sie rauchen, mischen sich in “Männer”-Unterhaltungen ein. Bildung ist der Familie Nerrouche sehr wichtig. Denn sie wissen, dass eine gute Schulausbildung bessere Chancen bietet. Als Migranten kennen sie aber auch die negativen Seiten der Gesellschaft. Besonders auf politischer Ebene. Große Hoffnung setzten auch sie in den Präsidentschaftskandidaten Idder Chaouch. Soll er es doch schaffen, die Grande Nation und ihre Menschen zu einen.

Den Einstieg in dieses Familienepos beginnt mit den Hochzeitsvorbereitungen von Dounias jüngstem Sohn Slim. Die ganze Familie kommt am Vorabend der Präsidentschaftswahl zusammen um zu feiern. Einzig Nazir, der älteste Sohn Dounias, fehlt. Es sind recht viele Namen, welche einem da bereits zu Beginn über den Weg laufen. Die Familie ist wirklich groß und jedem einzelnen wird am Anfang eine gewisse Bedeutung beigemessen. Man merkt recht bald, dass sich da etwas großes zusammenbraut und dass Krim, der Sohn von Rabia, eine entscheidende Rolle haben wird. Er ist derjenige, der diese Unzufriedenheit, Perspektivlosigkeit seiner Altersklasse verkörpert. Der, anders als seine Verwandten, keine guten Noten in der Schule hat, sich durchquält und Geld mit dubiosen Geschäften macht. Er ist aber auch der Naive, der manipuliert wird, der nicht merkt in welch dramatische Richtung sein Tun ihn bringen wird. 

Erst waren mir diese ersten Kapitel fast zu ausschweifend. Doch im Nachhinein gesehen, war es gut und richtig, einen so tiefen Einblick in die Familie zu bekommen. Es sah sich keiner vorgefertigten Meinung gegenüber. Der Autor fertigte ein anschauliches Konstrukt, so betrachtet man die Familie und die Geschehnisse nicht in schwarz-weiß. Es steckt oft viel mehr dahinter, als man es sich vorstellen kann. Der Roman wird mit jeder Seite spannender. Aus dem anfänglichen Familienepos entwickelt sich ein rasanter Politthriller, dessen Ausmaße von Seite zu Seite zunehmen.

Sabri Louatah ist in Saint-Etienne geboren und aufgewachsen in einer algerisch-stämmigen Großfamilie. Die Unruhen 2005 im Pariser Banlieu inspirierten ihn für diesen Roman.

Mein Fazit:

Ich muss zugeben, dass ich an die Unruhen 2005 in Banlieu wenig Erinnerungen hatte. Da war mal etwas. Während der Lektüre hab ich da recherchiert. Inzwischen hat sich in Europa so viel zugetragen, dass dieser Roman wohl aktueller denn je ist. Ich mach mir mehr Gedanken über solche Vorfälle als früher, sehe sie aber auch kritischer. “Die WildEN” hat mich darin bestätigt, dass viel mehr hinter solchen Taten steckt, als man vermuten würde. Mich hat der Roman absolut überzeugt, mit seinen Charakteren und mit seinen verzweigten Wegen, die er einschlug. Absolute Leseempfehlung!

“Die WildEN – Eine französische Hochzeit” ist Band 1 einer Trilogie. Leider kommen die Folgebände erst im September 2018 und 2019 auf den deutschsprachigen Markt. Das ist doch eine recht lange Spannen, die da abzuwarten ist. Bis dahin werde ich Band 1 wohl noch einmal lesen müssen, um wieder in den Fall eintauchen zu können!


Von mir bekommt Band 1 Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an  den Heyne  Verlag für dieses persönliche Leseexemplar!




Rezension: Aurélie Silvestre-Wir werden glücklich sein

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Aurélie Silvestre – Wir werden glücklich sein

Erinnerungen

254 Seiten

Preis: € € 17,99 [D] | € 18,50 [A] | CHF 24,50

Buchinfo Verlagstext


Verlagstext:
»Das Einzige, was wir tun können, ist, uns jeden Tag noch mehr zu lieben.«

Am 13. November 2015 nimmt der Terror Aurélie Silvestre ihre große Liebe. Doch Aurélie lebt weiter, denn sie erwartet ihr zweites Kind. In ihrem bewegenden Bericht erzählt sie von der Trauer um Matthieu in jenem Herbst bis hin zur Geburt ihrer Tochter im darauffolgenden Frühjahr. Voller Kraft und Klarheit setzt sie dem Verlust ihren Lebenswillen und ihre Hoffnung entgegen.


Mein Eindruck:

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“Je suis Paris”, wer kann sich nicht an dieser Worte erinnern. An den Terroranschlag im Bataclan, der die ganze Welt einmal mehr erschüttert hat. Der uns gezeigt hat, dass man nirgends sicher ist, dass es jeden treffen kann. Von jetzt auf gleich kann jeder jemanden verlieren der einem Nahe stand, den man gekannt oder geliebt hat, ohne darauf vorbereitet zu sein. Ist schon klar. Das ist grausam, das ist Schicksal. Doch jemanden auf Grund von Hass, der geschürt wurde, der in die Köpfe von meist jugendlichen Männern moslemischen Glaubens eingepflanzt wurde, welche dann hinterhältig möglichst viele Zivilisten zu töten, zu verlieren ist noch um einiges grausamer.

Aurélie Silvestres Erinnerungen stehen für diese unfassbare Gräueltat. In ihnen hat sie den Tod ihres Mannes, ihrer großen Liebe Matthieu verarbeitet. Als er starb, getötet wurde, war sie mit ihrem zweiten gemeinsamen Kind schwanger. Das hat sie nach eigenen Worten gerettet, ließ sie stark sein, für das Ungeborene und auch für den dreijährigen Sohn. Wie erklärt man diesem Kind, dass sein Vater nie mehr kommen wird? Der Vater, der am Abend der Tragödie “bis Morgen” zu ihm gesagt hat? Aurélie Silvestre hat nichts beschönigt in ihren Erinnerungen. Sie war ehrlich zu ihrem Kind. Das mag hart anmuten und kann vielleicht nicht jeder nachvollziehen, doch wollte sie immer ehrlich sein zu den Menschen die sie liebt. Ich fand es gut, wie sie damit umging. Dank ihrer Familie und Freunde, ihrer “Keep-Walking-Crew”, hat sie die schwerste Zeit ihres Lebens gemeistert. Es geht voran. Jeder sollte eine “Keep-Walking-Crew” in schweren Zeiten an seiner Seite haben. Aurélie Silvestre ist dankbar dafür, das kann man den Zeilen entnehmen.

“Wir werden glücklich sein” ist nicht nur ein Buch der Erinnerungen an ihren geliebten Mann Matthieu, der Titel ist auch eine Ansage. Wir werden glücklich sein und lassen dem Hass keinen Platz, bieten ihm keinen Raum, dass er sich ausbreiten kann in den Herzen und Gedanken. Aurélie Silvestres erzählt nicht von solchen Gefühlen, sie erzählt von Schmerz und Verzweiflung aber vor allem von Liebe, von Zuneigung und den schönen Dingen, die sie mit ihrem Mann erlebt hat und die sie für ihre Kinder festhalten will.

Mein Fazit:

Aurélie Silvestre hat den Tod ihres Mannes in diesem Buch verarbeitet. Und auch wenn es ihre Geschichte ist, ist es doch ein Buch das tröstlich sein kann. Vielleicht hat man selber einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen müssen und findet für sich eine Möglichkeit der Verarbeitung. Schön gemacht mit kurzen Kapiteln, Bildern und Gedichten, die Matthieu selbst geschrieben hat.


Von mir bekommt das Buch Red roseRed roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an den Diana Verlag für dieses persönliche Leseexemplar!