Rezension: Robert Bryndza-Das Mädchen im Eis

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Robert Bryndza – Das Mädchen im Eis

Kriminalroman

431 Seiten

Preis: € 10,00 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:
Ein bitterkalter Wintertag hüllt London in Schnee und Schweigen. Das Klingeln eines Handys durchbricht die gespenstische Stille eines zugefrorenen Sees. Doch niemand antwortet. Nur wenige Zentimeter daneben ragen Finger aus dem Eis …

Acht Monate sind vergangen seit Detective Erika Fosters letztem Einsatz, der in einer Katastrophe endete und ihrem Mann das Leben kostete. Doch es ist an der Zeit, nach vorn zu blicken. Die Tochter einer der mächtigsten Familien Londons wurde ermordet, und Erika setzt alles daran, den Schuldigen zu finden. Während sie noch gegen die Dämonen der Vergangenheit kämpft, rückt sie ins Visier eines gnadenlosen Killers.


Mein Eindruck:

Mit DCI Erika Foster ist eine neue Ermittlerin in der literarischen Krimiwelt aufgetaucht. In ihrem ersten Fall ermittelt sie in den höchsten Kreisen Londons. Die Tote, eine junge Frau, gehört zu einer der mächtigsten Familien der Stadt. Umso wichtiger ist es, dass Erika sich behutsam an die Hinterbliebenen herantastet. Leider eckt sie gleich zu Beginn ihrer Ermittlungen an und ein Vorankommen in dem Fall ist fast unmöglich. Auch im Revier läuft so manche Situation nicht nach Erikas Wünschen. Was durchaus auch an ihr als Person liegt. Sie ist nicht wirklich jemand, der sich gerne was sagen oder gefallen lässt, ist impulsiv und denkt des Öfteren nicht nach, welche Konsequenzen ihr Handeln haben könnte. Sir Simon lässt sie auch bald seine Macht spüren, denn was er gar nicht dulden kann, ist eine Beamtin, die zu sehr im privaten Umfeld seiner Familie herumschnüffelt. Vom Dienst suspendiert ermittelt Erika auf eigene Faust, denn jetzt ist erst Recht ihre Neugier erwacht. Mit Hilfe ihrer Kollegen kommt sie dem Täter auf die Spur, ohne zu ahnen, wie Nahe er dieser bereits gekommen ist …

Erika ist für mich nicht wirklich eine Sympathieträgerin. Aber das war in diesem ersten Fall der Ermittlerin eigentlich niemand. Der Krimi ist recht gut geschrieben, mit einigen wenigen, aber guten Spannungsmomenten. Der Täter wird zwar irgendwann auch mit seinen Gedanken und Handlungen sichtbar, doch tappt man lange im Dunkeln. Am Ende ging es dann Schlag auf Schlag. Diese Tempoerhöhung kam mir dann doch zu unerwartet.

Mein Fazit:

Insgesamt ein solider Krimi, mit allem was man dazu braucht: einer Ermittlerin, die selber so manches Päckchen zu tragen hat, mindestens einen neidischen Kollegen, Vorgesetzte, die einen Fallen lassen, wenn’s mal brennt und wieder zurückholen wenn das Feuer nicht zu löschen ist, und natürlich noch ein paar reiche und allmächtige Menschen, die meinen nur mit dem Finger zu schnippen und alles löst sich für sie in Wohlgefallen auf. Wer solche Krimis mag, der hat mit DIC Erika Foster sicherlich Freude! Persönlich fehlte mir der spannende Kick.


Von mir bekommt der Kriminalroman Red roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an den Penguin Verlag für das persönliche Leseexemplar!




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Rezension: Sylvain Tesson-Auf versunkenen Wegen

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Sylvain Tesson – Auf versunkenen Wegen

Sachbuch

186 Seiten

Preis: € 20,00 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:
Auf alten Wegen: 1000 Kilometer zu Fuß durch Frankreich

Mitten in Europa existiert es noch: unberührtes, verzaubertes Land. Sylvain Tesson macht sich auf und durchwandert vier Monate lang Frankreich. Seine Sehnsucht nach Stille und Abgeschiedenheit führt ihn durch verlassene Dörfer und Landschaften, auf vergessenen Pfaden und alten Wegen, die keiner mehr benutzt. Vielleicht nur die Wölfe.


Mein Eindruck:

Silvain Tesson ist für mich durch sein Buch “In den Wäldern Sibiriens” kein unbekannter. Darin lebt er weit abgeschieden von der Zivilisation 6 Monate in einer einfachen Blockhütte ohne jeglichen Komfort zusammen mit zwei Hunden. Man kann also sagen, er ist ein Mann der Extreme. Er sucht die Einsamkeit ohne sich jetzt von den Menschen abzuwenden. Er liebt die Ruhe und die Einfachheit die in unserer Welt der Hektik, Eile und Bequemlichkeit nicht immer leicht zu finden sind.

In “Auf versunkenen Wegen” macht er sich auf, um das ursprüngliche Frankreich zu erkunden. Auf geheimnisvollen Pfaden durchstreift er sein Heimatland von der Provence im Süden bis zum entlegensten Zipfel der Normandie im Norden. Nicht immer gelingt es ihm, dem Pfad zu folgen. Private Grundstücke, Verbotsschilder, Straßen oder Sperrzonen behindern sein Fortkommen auf Wegen, denen Mensch und Tier zu früheren Zeiten wie selbstverständlich gefolgt sind. Aber wie kam es zu diesem Unterfangen? Tesson hatte einen schweren Unfall, der ihn beinahe das Leben gekostet hätte und an dessen Folgen er lange Zeit zu kämpfen hatte. Anstatt seine Genesung in einem Reha-Zentrum voranzutreiben, beschloss er sich über längst vergessene Wege und Pfade zurück ins Leben zu arbeiten.

Seine Tagbucheinträge sind gespickt mit Eindrücken von Land und Leuten, seinen eigenen Gedanken und Philosophien. Es ist sehr gut zu lesen, doch hatte ich mir irgendwie doch etwas anderes vorgestellt. Einzelne Passagen der Region und der Wege kann man sich zwar gut vorstellen, doch ist der Bericht eher tiefsinnig und es geht einfach um ihn selber. Er macht keinen Hehl daraus, dass er vor dem Unfall dem Alkohol nicht abgeneigt war und so manchen Rausch zu verbuchen hatte. Was auch zu seinem Unfall führte. In seiner Wanderung verarbeitet er einige persönliche Dramen.

Mein Fazit:

Das Buch ist kein Reisebericht und natürlich auch kein Wanderführer. Tesson erzählt zwar von seinen Eindrücken über Land und Leute, doch mehr erfährt man was ihn antreibt, welche Gedanken ihn beschäftigen, während er durch Frankreich streift. Ein mitunter recht philosophisches Buch mit wunderschönen Fotos vorne und hinten in der Klappe. Es beweist, dass man auch bei uns noch abgeschiedene Orte und Ruhe finden kann. Das es Möglichkeiten und Wege gibt, mit viel Willen und Hartnäckigkeit zu genesen.


Von mir bekommt das Buch Red roseRed roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an den Knaus Verlag für dieses persönliche Leseexemplar!

Rezension: Diane Chamberlain-Der Tag, an dem wir dich vergaßen

Der Tag, an dem wir dich vergaßen

Diane Chamberlain – Der Tag, an dem wir dich vergaßen

Roman

480 Seiten

Preis: € 12,00 [D] / 12,40 [A]

Buchinfo Verlagsseite

Verlagstext:

Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Riley MacPherson nach North Carolina zurück. Jahrelang hat sie diesen Ort gemieden – zu zerrüttet war ihre Familie seit dem Selbstmord ihrer Schwester vor über 20 Jahren. Als Riley ihr Elternhaus ausräumt, findet sie eine Schachtel mit alten Zeitungsartikeln und macht eine schockierende Entdeckung: Lebt ihre totgeglaubte Schwester etwa noch? Was ist damals geschehen? Doch bei ihren Nachforschungen stößt Riley auf eine undurchdringliche Mauer des Schweigens …

Mein Eindruck:

Ein Prolog ist ja so eine Sache. Oft sind diese ersten Seiten so spannend geschrieben, dass man sich als Leser natürlich wünscht, diese Spannung und dieses Niveau während der ganzen Lektüre zu spüren. Bei „Der Tag, an dem wir dich vergaßen“ war dies jedenfalls für mich so. Bereits auf den ersten Seiten empfand ich die Geschichte als sehr fesselnd und ließ mich hineingleiten in das Buch in der Hoffnung am Ende ein vollkommenes Leseerlebnis für mich verbuchen zu können. Leider konnte die Handlung diese anfängliche Spannung nicht halten.
Riley organisiert nach dem Tod ihres Vaters die Haushaltsauflösung dabei viel ihr ein Karton in die Arme. Darin enthalten: alte Zeitungsausschnitte. Sie handelten alle von ihrer Schwester Lisa, die sich vor 20 Jahren das Leben nahm. Riley war damals noch ein Kleinkind und kann sich kaum an ihre Schwester erinnern. Den Berichten nach, soll Lisa jemanden umgebracht haben und gar nicht tot sein. Das schockiert die junge Frau sehr, denn weder ihre Eltern noch ihr großer Bruder, haben jemals derartiges über Lisa erwähnt. Es wurde immer behauptet Lisa hätte Selbstmord begangen. Trotz der Jahre die inzwischen vergangen sind, hat Riley aber immer eine Sehnsucht nach ihrer Schwester verspürt, die sie sich nicht erklären konnte. Ihr Bruder ist ihr keine Hilfe, denn auch er hält an der Selbstmordgeschichte fest. Als aber auch noch das ominöse Pärchen, welches als Dauerbewohner den Campingplatz ihres Vaters besiedeln, behaupten Lisa würde noch leben macht sich Riley auf die Suche nach der Wahrheit. Lebt ihre Schwester wirklich noch, oder ist alles nur ein Irrtum?
Die Geschichte ist auf drei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil erzählt Riley aus ihrer Sicht das Geschehen. Hauptsächlich dreht sich darin alles um die Haushaltsauflösung, ihre Zusammentreffen mit dem Bruder und dem Campingpärchen. Eigentlich ist Riley eine sehr nette junge Frau, aber sie hat auch kein Durchsetzungsvermögen. Manches mal war ich regelrecht generv von ihrem unvermögen mal auf den Tisch zu hauen und tacheles zu reden. Ich konnte nicht wirklich verstehen, warum sich Riley sovieles gefallen ließ. Aber im Laufe der Geschichte merkte man dann schon, dass Riley einfach mit der Situation überforder war und sie es mehr oder weniger – auch von anderen – über sich ergehen ließ. Zumindes abschnittsweise hatte sie auch wieder Momente, in denen sie sich gut durchsetzten und behaupten konnte.
Leider war die Geschichte aber doch recht vorhersehbar und man konnte als Leser doch schon viel erahnen was Riley und Lisa betraf. Manchmal schaffte es die Autorin zwar noch, mir als Leser Zweifel an meiner Theorie zu streuen, im Endeffekt kam aber genau das zu Tage, was ich mir schon ziemlich früh gedacht hatte. Das ist an und für sich zwar kein Grund mit einer Geschichte unzufrieden zu sein, doch leider wurde auch die anfängliche Spannung nicht hochgehalten. Die Handlung hatte zwar ein gutes Tempo, wiederholte sich aber doch auf die ein oder andere Art zu sehr. Was mich aber am Ende doch am meisten gewundert hat, wie Lisa 20 Jahre unentdeckt bleiben konnt. Irgendwie war das doch zu einfach!

Mein Fazit:

Eine gute solide Geschichte aus der man durchaus mehr machen hätte können. Ich fand den Spannungsbogen nach dem grandiosen Beginn einfach zu flach gehalten. Insgesammt war die  Handlung auch zu überschaubar und vorhersehbar. Die Charaktere waren ganz ok, bleiben aber nicht wirklich in langer Erinnerung.

Von mir bekommt das Buch 🌹🌹🌹von 🌹🌹🌹🌹🌹

Herzlichen Dank an den HarperColins Verlag für dieses persönliche Leseexemplar!

Rezension: Patrick Gry/Justin Skeesuck-I’ll Push you

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Patrick Gray/Justin Skeesuck – I’ll Push You

Der Jakobsweg, zwei beste Freunde und ein Rollstuhl

320 Seiten

Preis: € 18,99 [A/D] / 27,00 [sFr]

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:

Mehr als nur ziemlich beste Freunde…

Mit 16 erleidet Justin einen Verkehrsunfall, der ihn fast tötet und eine langsam voranschreitende Autoimmunerkrankung auslöst. Er kann seine Arme und Beine nicht mehr bewegen, ist auf den Rollstuhl angewiesen. Sein Traum: den Jakobsweg gehen. Als er seinem Freund Patrick davon erzählt, zögert dieser nicht, sich mit ihm zusammen auf das Abenteuer einzulassen. Sechs Wochen sind die beiden unterwegs, die Reise bringt beide an ihre Grenzen, doch gemeinsam bewältigen sie die 800 Kilometer über Stock und Stein durch Nordspanien. Ein ungewöhnliches Zeugnis von Mut, Glauben und wahrer Freundschaft, das dazu anregt, das eigene Leben infrage zu stellen und Dinge zu wagen, die man bisher nie für möglich hielt.


Über die Autoren:

Justin Skeesuck und Patrick Gray, beide geboren 1975 in Ontario an der Grenze zu Idaho, besuchten dieselbe Schule und spielten im selben Football-Team. Auch als sie nach Schulabschluss auf verschiedenen Universitäten studierten, blieb ihre Freundschaft erhalten. Skeesuck war ein begabter Grafikdesigner, bis er seine Arme aufgrund der schweren Erkrankung nicht mehr benutzen konnte. Mehr Informationen zum Buch und zu den Autoren unter illpushyou.com.


Mein Eindruck:

Im Rollstuhl den Jakobsweg zu gehen – welch eine Herausforderung! Als Justin Skeesuck eine Reisedokumentation über den Spanischen Jakobsweg im TV sah, war er ganz begeistert von der wunderschönen Landschaft und in ihm wuchs der Wunsch, diese Reise zu bewältigen. Er erzählte seinem besten Freund Patrick davon. Die beiden sind seit Kindertagen beste Freunde. Trotz der Entfernung, die beide privat voneinander trennt und die schwere Krankheit, die Justin mittlerweile an den Rollstuhl fesselt und er auf Rundumbetreuung angewiesen ist, hat der Freundschaft keinen Bruch verursacht. Im Gegenteil. Patrick ist immer für Justin da. Die Familien verbringen ihre Urlaube miteinander und Patrick reist so oft es ihm möglich ist nach Kalifornien um sich um seinen Freund zu kümmern und dessen Frau ein paar Tage Erholung zu geben. Als Justin nun über seinen Wunsch den Jakobsweg im Rollstuhl zu bereisen äußerte, stand für Patrick fest, dass er ihn bei diesem Vorhaben nicht nur unterstütz, sondern ihn auch begleiten wird. „I’ll push you – ich schiebe dich!“ waren einfach seine Worte dazu.

Erst mal ging noch einige Zeit ins Land bis das Vorhaben konkretisiert wurde. Dann standen die beiden Freunde vor dem Problem der Finanzierung. Ein geländetauglicher Rollstuhl musste her, der kostet ein kleines Vermögen. Doch mit Hilfe von Sponsoren und Spenden konnte dieses unabkömmliche Teil angefordert werden. Patrick begann zu trainieren. Kraft und Ausdauer waren gefragt, wollte er Justin über den 800 km langen Jakobsweg bringen. Bei jedem Wetter war er unterwegs. Als dann der Rollstuhl geliefert wurde, nahm auch Justin an dem „Fitnessprogramm“ teil. Patrick merkte schon bald, wo seine Grenzen liegen könnten. Ohne eine zusätzliche Person würde es wohl schwierig für ihn werden, Justin über den ganzen Weg zu bringen. Als sich ein Freund der beiden anbot, sie in den ersten Wochen zu begleiten, kehrte der Optimismus wieder zu den beiden Freunden zurück.

Als es endlich los ging für Justin und Patrick, merkten sie schon am Flughafen, dass es ganz schön hart werden könnte. Welche Hürden sie noch hinter sich bringen mussten, bevor sie überhaupt mit dem Jakobsweg beginnen konnten, ahnten die beiden zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Am Ausgangspunkt stieß Ted zu ihnen und die drei machten sich auf zu ihrer ersten Etappe. Schon auf den ersten Kilometern stießen sie vor fast unüberwindbare Hürden. Mit aller Kraft, die Ted und Patrick aufbringen konnten, schafften sie es über diesen Tag. Dies war aber nur der Anfang und es sollten noch zahlreiche weitere schier unüberwindbare Hindernisse auf die Freunde zukommen. Patrick gibt nicht auf, auch als Ted die beiden Freunde verlassen muss, und schafft es Justin mit der Hilfe von anderen Pilgern bis nach Santiago de Compostela zu bringen ….

Unfassbar, was die zwei Freunde geleistet haben. Aus einer Idee, wurde Wirklichkeit. Justin zeigt unglaublichen Lebenswillen. Er strotz nur so vor Lebensfreude. Das spürt man während des Lesens sehr stark. Auch Patrick ist bewundernswert. Mit welcher Selbstverständlichkeit er sich um Justin kümmert, immer schon, nicht nur als der Wunsch den Jakobsweg zu begehen bei seinem Freund aufkommt. Wie beharrlich die beiden es angehen, damit dieses Abenteuer überhaupt stattfinden kann. Während der Reise auf dem Pilgerweg zeigt sich aber auch, wie sehr die Menschen zusammenhalten können. Egal welcher Nation sie angehören, es wird geholfen, ohne zu fragen, ohne zu bitten. Es wird angepackt und die Menschen freuen sich, zusammen mit Patrick und Justin unmögliches möglich zu machen. Ein rundum gelungenes Abenteuer, bei dem wildfremde Menschen zu Freunden wurden, ohne etwas zu verlangen oder zu fordern. Einfach schön!

Mein Fazit:

Eine außergewöhnlich mutiger Reise von zwei Freunden, die auszogen um 800 km den Jakobsweg zu begehen. Obwohl es oft wohl eher einem Bezwingen gleich kam, spürte man stellenweise die Zufriedenheit und das „In-Sich-Gehen“ während dieser Wanderung bei beiden. Ihre Erfahrung, ihre Gedanken und ihre Erkenntnisse haben sie in dem Buch auch sehr genau und detailliert dargestellt. Schade nur, dass in dem Buch keine Fotos über die Vorbereitung und über die Reise abgelichtet sind. Patrick und Justin wurden zwar von einem Filmteam begleitet, welches ihre Reise dokumentierte, doch hätten auch in dem Buch ein paar Fotos abgelichtet werden können!


Von mir bekommt das Buch Red roseRed roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an den Benvento Buchverlag für dieses persönliche Leseexemplar!

Nachtrag:

Vom Verlag zur Verfügung gestellte Fotos

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Rezension: Karen White/Beatriz Williams/Lauren Willig-Das saphirblaue Zimmer

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Karen White/Beatriz Williams/Lauren Willig – Das saphirblaue Zimmer

Roman

480 Seiten

Preis: € 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:
Drei Frauen in bewegten Zeiten und ein Schicksal, das sie alle verbindet …

Manhattan 1945: Die junge Ärztin Kate Schuyler und ihr Patient, der verletzte Soldat Cooper Ravenal, fühlen sich sofort zueinander hingezogen. Doch wer ist die Frau auf dem Bild in Coopers Amulett, die wie Kate aussieht? Als sich die beiden langsam näher kommen, finden sie heraus, dass ihre Familien seit Generationen durch ein tragisches Schicksal verbunden sind, das vor allem das Leben der Schuyler-Frauen bestimmt und seinen Anfang im »saphirblauen Zimmer« nahm. Dieses besondere Zimmer soll sich in einem großbürgerlichen Haus an der Upper East Side befinden und könnte auch Kate und Cooper vor ungeahnte Entscheidungen stellen …


Mein Eindruck:

Ich hab mir gedacht, es wird wieder einmal Zeit für eine entspannte Lektüre mit etwas Drama und einer guten Portion Liebe. Da fiel mir dieser Titel genau zur rechten Zeit auf. Das Cover ist schön gemacht mit einem Hauch Nostalgie. Passend zur Geschichte, die ja auch in der Zeit etwas zurück liegt.

Als Kate den verletzten Cooper behandelt, nennt er sie Victorine und behauptet sie schon sein Leben lang zu kennen. Erst schiebt die junge Ärztin dies auf den Fieberwahn, den der Patient durchläuft. Als er ihr aber nach seiner Genesung ein Bild von “Victorine” zeigt, ist Kates Neugierde geweckt und sie macht sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Frau, die ihr wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Sie entdeckt, dass das Bild mit ihrer Großmutter zu tun hat, von der sie eigentlich überhaupt nichts wusste. Und auch über ihre Mutter erfährt sie im Laufe ihrer Recherchen einiges. Aber auch Cooper lässt sie nicht kalt und sie kommen sich bald näher, doch er ist nicht frei ……

Die Geschichte ist auf drei Handlungsstränge aufgebaut, wobei Kate ihren Part aus der Ich-Perspektive erzählt. So wie die Kapitel sich abwechseln, so wechselt man auch zwischen den drei Hauptfiguren in der Geschichte. Man lernt Kates Großmutter und Mutter kennen und erfährt aus deren Leben und deren Liebe zu Männern, die sie dann aufgegeben haben. Der Grund für dieses Opfer, sollte wohl in der Zeit zu suchen sein, in der die Frauen lebten und der Gesellschaftsschicht der sie angehörten. Ganz nachvollziehbar war das für mich nicht, doch sollte es wohl als für die Opferrolle der Frauen reichen. Auch Kates Geschichte verläuft im Laufe der Handlung ähnlich. Sie ist als Ärztin in einer Zeit tätig, in der Frauen in diesem Beruf eher nicht akzeptiert werden. Entsprechend hat auch sie mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Auch sie neigt dazu ihre Liebe zu Gunsten ihrer Tätigkeit zu Opfern.

“Das saphierblaue Zimmer” ist ein recht netter Gesellschaftsroman für zwischendurch. Die Geschichten von Großmutter, Mutter und Tochter ähneln sich aber doch sehr und es gibt kaum Überraschungen. Vieles ist leicht zu erahnen und zu erraten. Nicht einmal das Zimmer ist recht geheimnisvoll. Warum es als saphierblau bezeichnet wird, ist mir aber doch schleierhaft. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass diese Farbe je erwähnt wurde.

Mein Fazit:

Eine nette kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch, die für entspannte Lesemomente sorgt aber nicht wirklich überrascht!


Von mir bekommt der Roman Red roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an Blanvale für dieses persönliche Leseexemplar!t

Hörbuchrezension: Leïla Slimani-Dann schlaf auch du

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Leïla Slimani-Dann schlaf auch du

Gelesen von Conzanze Becker

Ungekürzte Lesung

5 CDs ; Laufzeit: 326 min.

Preis: € 19,99 [D] | € 22,50 [A] | CHF 28,50

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:
Das Baby ist tot. Die Mörderin ist die Kinderfrau.

Myriam, Rechtsanwältin und Mutter zweier kleiner Kinder, beschließt, wieder arbeiten zu gehen. Gemeinsam mit ihrem Mann sucht sie nach der perfekten Kinderfrau. Nach langer Suche entscheiden sie sich für Louise, eine zierliche Frau Anfang fünfzig, deren Tochter bereits erwachsen und deren Mann verstorben ist. Louise erobert auf Anhieb die Herzen der Kinder und macht sich schnell unentbehrlich: Sie ist Köchin, Haushaltshilfe, guter Geist. Was sie verheimlicht: ihre Einsamkeit, ihre Geldnot, ihre Verzweiflung. Die gegenseitige Abhängigkeit wird immer größer, bis irgendwann eine Tragödie über die Familie hereinbricht.


Mein Eindruck:

“Das Baby ist tot”, mit dieser schrecklichen Tatsache beginnt der Roman. Nach diesem Gehörten, läuft es einem schon kalt den Rücken hinunter. Der Schrei der verzweifelten Mutter, die Aufregung der Nachbarn, die allarmierten Rettungskräfte und die hinzugezogene Polizei. Die ganze Szene, kann man sich richtig lebhaft vor Augen führen, allein durch diese paar Minuten des Zuhörens. Doch was ist geschehen? Dem geht man auf die Spur. Auf eine recht nüchterne Art, schildert die Autorin die Geschehnisse, krempelt die Geschichte um vom Ende zum Anfang um wieder bis zum Ende vorzurücken.

Die Geschichte scheint erst mal ganz alltäglich zu sein. Viele Familien, suchen sich eine Kinderfrau um es beiden Elternteilen zu ermöglichen, ihrer Arbeit nachzugehen. So auch bei Myriam und Paul, Eltern von zwei kleinen Kindern. In Louise finden sie scheinbar die perfekte Nanny. Die Kinder mögen sie vom ersten Augenblick, und auch Paul und Myriam sind mit ihrer Wahl zufrieden. Louise sorgt nicht nur für die Kinder, sie erledigt auch den Haushalt und kocht für die ganze Familie. Ehrlich gesagt, hatte ich zwischendurch den Eindruck, Louise wird von Myriam und Paul regelrecht ausgenutzt. Was vielleicht auch mitunter der Fall war. Louise scheint nicht immer mit der Situation zufrieden zu sein. Traut sich gegenüber ihren Arbeitgebern nichts zu sagen, denn sie braucht das Geld und irgendwie braucht sie auch dieses „Gebraucht werden”. Denn Louise ist einsam. Was die Massés nicht wissen: Louise hat Schulden. Nicht aus eigenem Verschulden, aber sie sind da. Und Louise versucht sich dieser Realität zu entziehen, auch mit Hilfe der unwissenden Familie. Irgendwann sind alle gegenseitig voneinander abhängig. Die Eltern, die Kinder und auch Kinderfrau, alle sind abhängig voneinander. Es beginnt ein Teufelskreis, denn die Eltern ahnen nichts von Louises kranken Gedanken, die sich immer mehr in das Geschehen einbinden. Aus einem scheinbar perfekten idyllischen Zusammenspiel, wird ein “Spiel” auf Leben und Tod und nur Louise kennt den Ausgang.

Man kann Louise erst einmal gar nicht verurteilen. Wie ich schon oben erwähnte schien es mir erst, dass sie selber auch ausgenutzt wurde von den Eltern. Sie fühlte sich unsichtbar, tat wie ihr geheißen und hatte auch nicht immer eine gute Meinung über das Ehepaar. Später dann, hätte sie durchaus die Gelegenheit erhalten, sich Myriam zu öffnen um ihre Situation klar vorzulegen. Hat es aber aus Scham oder Angst den Job und somit die Kinder zu verlieren nicht getan. Die Abhängigkeit Louises zur Familie war schließlich so stark, dass man ihre Gedanken nur noch als krankhaft, wirr und beängstigend bezeichnen kann. In den Kopf von einem anderen Menschen kann man nicht hineinsehen, so auch nicht in Louises. Sie hält ihre Gedanken gut verschlossen. Myriam und Paul merken zwar irgendwann, dass mit Louise etwas nicht stimmt, doch da ist es bereits zu spät. Als Leser bzw. Zuhörer hat man dieses Wissen und das ist das Grausame an dem Roman, dass man weiß, was wie das Ende aussieht.

Leïla Slimani, eine französische Autorin mit marokkanischen Wurzeln, wurde für “Dann schlaf auch du” mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Dies ist ihr zweites Buch. Die Idee für diesen Roman lieferte ihr ein realer Fall aus den USA. Constanze Becker, mit ihrer angenehmen Stimmer,  erzählt auf eindrückliche Weise dieses Drama.

Mein Fazit:

Der Titel erinnert mich irgendwie an dieses Schlaflied “La le lu” aus meiner Kindheit, gesungen von Heinz Rühmann. Aber die Geschichte ist alles andere als beschaulich und nett. Es ist vielmehr ein erschütterndes Portrait über eine einsame Seele, deren Lebensumstände wohl dafür sorgten, dass sich in ihrem Kopf krankhafte Gedanken festsetzen konnten, die niemand bemerkt hat und die schließlich zu dieser Tragödie führten. Alles in allem eine gute Geschichte, der man als Hörbuch gut folgen kann.


Von mir bekommt das Hörbuch Red roseRed roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an der Hörverlag für dieses persönliche Hörbuchexemplar!



Rezension: Jod Picoult -Das Mädchen mit den roten Schuhen

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Jodi Picoult – Das Mädchen mit den roten Schuhen

eBook (epub)

Kurzgeschichte

Gratis

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:

Die achtjährige Ruth Brooks wurde von einer Eliteschule in New York aufgenommen. Eine seltene Chance, denn sie stammt aus Harlem und lebt mit Mutter und Schwester in bescheidenen Verhältnissen. Und sie setzt alles daran, diese Chance zu nutzen. Je mehr sie sich jedoch bemüht, sich zu integrieren, umso deutlicher wird es, dass manche Menschen nicht beachten, was sie mit anderen verbindet, sondern, was sie unterscheidet. Mit der Zeit wird eine bittere Ahnung Gewissheit: in dieser neuen Umgebung zu sein, heißt noch lange nicht, ein Teil davon zu werden ….


Mein Eindruck:

“Das Mädchen mit den roten Schuhen” ist die Vorgeschichte zum neuen Roman von Jodi Picoult, welcher im Oktober auf den Markt kommt. Wie immer hat sich die Autorin auch diesmal wieder einem bestimmten Thema verschrieben.

In der Kurzgeschichte geht es um die kleine Ruth Brooks. Sie ist ein aufgewecktes, intelligentes Mädchen, deren schulische Leistungen über dem Durchschnitt ihrer Klassenkammeraden stehen. Durch ein Stipendium erhält Ruth die Möglichkeit auf eine private Schule zu wechseln. Sie ist das einzige schwarze Mädchen und bekommt diesen “Makel” auch von einigen Seiten zu spüren ….

Jodi Picoult ist ja eine Meisterin darin, ihren Geschichten noch eine Wendung zu verpassen, mit der man nicht rechnet und die die ganze Erzählung in ein anderes Licht taucht. Das kommt in dieser extrem kurzen Kurzgeschichte noch nicht so recht raus.  Das Ende ist offen, denn Ruths Geschichte geht ja weiter! Als absoluter Fan von Jodi Picoult freue ich mich auf den Roman und bin gespannt wie’s weitergeht!

Mein Fazit:

Eine recht kurze Kurzgeschichte, die mich als Leser schon auf den neuen Roman der Autorin einstimmt. Es gibt sie allerdings nur als e-Book. Mit 34 Seiten hat man sie aber auch recht schnell gelesen!


Von mir bekommt die Kurzgeschichte Red roseRed roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an den C. Bertelsmann Verlag für dieses e-Book!