Kurze Auszeit Teil 1: Bologna

Heute möchte ich auch über meine drei wunderschönen Tage Auszeit vom Alltag in Bologna berichten. Dort habe ich meine Jüngste besucht. Sie macht da ein Sommerpraktikum und zusammen sind wir dann losgezogen und haben uns auch Ferrara und Florenz angesehen.

Bologna ist eine Stadt dessen historischen Kern man sehr gut zu Fuß erkunden kann. An jeder Ecke tut sich ein neues Gässchen auf, in dem man auch mal alleine unterwegs ist. Besonders Vormittags ist die Stadt noch sehr ruhig und man hat sie fast für sich allein. Empfehlen kann ich auch eine Hop-on/Hop-off Tour oder das Ausleihen eines Fahrrads.

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Nicht vermissen sollte man den Torre de Angelsini. Über ca. 500 Stufen erreicht man diesen höchsten Punkt des historischen Bologna und hat einen tollen Ausblick über die roten Dächer und Fassenden der Stadt. Tickets dafür bekommt man im Tourist Office. Ich war gleich in der Früh oben, da war es noch ruhig und vor allem nicht ganz so heiß!

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Bologna ist zwar nicht sehr überlaufen, doch gibt es natürlich auch dort zentrale Punkte wo viel los ist. In den breiten Einkaufsstraßen, mit den vielen bekannten Marken, ist immer viel los. In den kleinen Gassen mit den bolognesischen Köstlichkeiten und Trattorien erlebt man das Flair der Stadt besonders gut. Käse, Nudeln und Schinken bekommt man hier in bester italienischer Qualität. Pizzerien, Trattorien und Osterien gibt es in der Stadt sowieso reichlich. Man hat die Qual der Wahl. Einen typischen italienischen Aperitivo  in einer der zahlreichen Bars sollte man sich vorab unbedingt auch mal gönnen. Und ein köstliches Dolce nach dem Essen nicht vergessen!

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Bekannt ist die Stadt natürlich auch für ihre vielen Arkaden. Der längste davon führt hinauf nach San Luca. Die Basilika thront auf einem Hügel über der Stadt und ist weithin sichtbar. Der Arkadenweg führt von Bologna entlang der Zufahrtsstraße hinauf zu diesem Gotteshaus. Die Basilika ist übrigens nur eine von vielen. Neben den vielen Arkaden ist die Stadt auch bekannt für ihre zahlreichen Kirchen.

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Rezension: Silke Ziegler–Im Angesicht der Wahrheit

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Silke Ziegler – Im Angesicht der Wahrheit

Rückkehr ins Roussillon

Kriminalroman

507 Seiten

Preis: € 13,00 [D] / 13,40 [A]

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:

Nach einem tragischen Ereignis ließ sie ihr gesamtes Leben hinter sich.
Nun kehrt sie an den Ort des Geschehens zurück.
Und sinnt auf Vergeltung.

Nach einem traumatischen Erlebnis vor achtzehn Jahren hat die Französin Estelle Miroux ihrer Heimat den Rücken gekehrt und ein neues Leben in Deutschland begonnen. Da erreicht sie die Nachricht vom Tod ihrer Großmutter. Die alte Dame hat Estelle ihr kleines Hotel hinterlassen. Kurz entschlossen kehrt die junge Frau gemeinsam mit ihrem Ziehsohn Noah nach Südfrankreich zurück, um die Auberge zu neuem Leben zu erwecken.
Schnell treffen die ersten Gäste ein, Noah findet Anschluss und ihr attraktiver Nachbar Tom Bauvall geht Estelle zur Hand, wo er kann. Eigentlich könnte alles perfekt sein. Doch dann wird Argelès-sur-Mer von einer Mordserie heimgesucht und die junge Frau gerät unter Tatverdacht. Denn den Opfern wurde ein Datum in die Stirn geritzt – das Datum der schlimmsten Nacht in Estelles Leben.


Mein Eindruck:

Bei diesem Roman ist mir erst mal das Cover positiv aufgefallen. Passend für die sommerlichen Leseattacke, so mein Gedanke. Noch dazu ein Kriminalroman angesiedelt an der Küste Frankreichs. Der Titel versprach Spannung, ebenso der Klappentext. Beim Einlesen merkte ich aber recht bald, dass die Geschichte doch eher ein Liebesroman mit etwas einer dramatischen Geschichte sein wird, denn ein wirklich spannender Krimi.

Nachdem Estelle zurückgekehrt um in ihrer früheren Heimatstadt das geerbte Hotel ihrer Großmutter zu führen, steht sie vor der Eröffnung noch vor einigen Hindernissen. Wie gut, dass sich ihr Nachbar handwerklich begabt ist und sich anbietet einige Ausbesserungsarbeiten zu übernehmen. Natürlich sieht der Mann auch noch gut aus und lässt Estelles Herz höher schlagen. Aber er ist verheiratet. Eigentlich für Estelle kein Hindernis, denn sie mag Beziehungen ohne Verpflichtungen. Aber zu Toms Familie gehören auch noch zwei Jungs, und die Frau arbeitet bei der Polizei. Keine guten Voraussetzungen für Estelle, denn sie will nicht, dass ihre Nachbarin in ihrer Vergangenheit zu graben anfängt. Sie hat ihre eigenen Pläne um das Unrecht, welches ihr zwanzig Jahre früher angetan wurde, zu rächen ….

Zu der Haupthandlung um Estelles Geschichte in der man nach und nach erfährt welches schlimme Ereignis in ihrer Jugend dazu führte, dass sie ihre Heimat so überstürzt verlassen hat, ist auch eine Nebenhandlung eingebaut. In dieser erzählt Estelles Großmutter ihrerseits ihre Geschichte. Was ich durchaus als nett zu lesen empfand, aber auf mich zu ausschweifend wirkte. Auch wenn diese Nebenhandlung als mögliche Erklärung für das später Geschehene in der Geschichte bezeichnet wird, nahm ich es eher als zu ausschweifend war. Der Stil der Autorin wirkt auf mich aber auch sehr ausschweifend. Sie zeichnet ein sehr genaues Bild von dem was gerade geschieht, welche Gedanken die Protagonisten gerade verfolgen. Das liest sich zwar sehr gut, mag ich persönlich aber nicht so gerne. Auch wiederholen sich so immer wieder einige Szenen. Solch detailgenauen Schilderungen sind zwar manchmal recht angenehm, doch brauche ich solche Ausführlichkeiten nicht in jedem Satz. Das Krimifeeling kam für meinen Geschmack zu wenig durch. War der erste Mord noch überraschend, so konnte man die nächsten Taten doch recht bald erahnen. Zum Grübeln hatte man aber durchaus.

Mein Fazit:

Alles in allem ist der Roman ein gut zu lesende (Liebes)Geschichte, welche genau passt für entspannte Lesemomente. Für einen Kriminalroman kommen mir aber die entscheidenden Krimisegmente eindeutig zu kurz. Als leidenschaftliche Krimi und Thriller Leserin konnte mich die Handlung diesbezüglich leider nur am Rande überzeugen. Aber wer gerne Liebesgeschichten mit ein bisschen Drama und Geheimnisse liest, dem sei dieses Buch durchaus ans Herz zu legen.


Von mir bekommt das Buch Red roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an den Grafit Verlag und
für dieses kostenlose Leseexemplar!

Rezension: José Eudardo Agualusa-Eine allgemeine Theorie des Vergessens

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José Eduardo Agualusa – Eine allgemeine Theorie des Vergessens

Roman

197 Seiten

Preis: €19,95 [D] / 20,60 [A]

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:

Es ist eine fantastische und doch ganz und gar wahre Geschichte: Am Vorabend der angolanischen Revolution mauert sich Ludovica, nachdem sie einen Einbrecher in Notwehr erschossen und auf der Dachterrasse begraben hat, für dreißig Jahre in ihrer Wohnung in einem Hochhaus in Luanda ein. Sie lebt von Gemüse, gefangenen Tauben und von einer Hühnerzucht, die sie auf der Dachterrasse wie durch Zauber beginnt, und bekritzelt die Wände in ihrer ausgedehnten Wohnung mit Tagebuchnotaten und Gedichten. Allmählich setzt sich aus Stimmen, Radioschnipseln und flüchtigen Eindrücken zusammen, was im Land geschieht. In den Jahrzehnten, die Ludovica verborgen verbringt, kreuzen sich die Wege von Opfern und Tätern, den Beteiligten an der Revolution, ihren Profiteuren und Feinden. Bis sie alle eines Tages erneut vor der Mauer in dem wieder glanzvollen Apartmenthaus stehen. José Eduardo Agualusa hat mit seinem wunderbaren, dicht und spannend gewobenen Roman, der das Fantastische der Wirklichkeit und eine Art höhere Gerechtigkeit beschwört, unvergessliche Szenen geschaffen, tragisch, komisch, grotesk. Dieser Roman feiert die Kunst des Erzählens selbst.


Meine Meinung:

José Eduardo Agualusa’s Roman “Eine allgemeine Theorie des Vergessens” ist eine vielschichtige Erzählung. Trotz seiner nicht mal 200 Seiten packt er einiges an unterschiedlichen Handlungen und Sichtweisen in diese Geschichte. Ludovica ist zwar die Hauptfigur, doch es erscheinen auch zahlreiche Nebenfiguren auf. Bei der Kürze des Romans möchte man meinen das sei nicht sehr stimmig. Doch weit gefehlt! Die einzelnen Komponenten verweben sich wunderbar miteinander. Denkt man erst, was hat Ludovia nun mit all dem zu schaffen, so verwebt sich die Geschichte Seite um Seite und fügt sich am Ende zu einem wunderbaren Großen und Ganzen zusammen.

Ludovica scheint Zeit ihres Lebens menschenscheu und zurückgezogen gelebt zu haben. Natürlich stellt man sich da als erstes die Frage Warum? Warum scheut Ludovica die Menschen, geht nie vor die Tür, kapselt sich ab?  Am Tag vor der Revolution hat sie dann auch noch dieses einschneidende Erlebnis mit dem Einbrecher, der sie dazu treibt sich in ihren vier Wänden einzumauern. Nur ein treuer vierbeiniger Gefährte steht ihr in den nächsten Jahren zur Seite. Ihr einziges Zugeständnis an die Freiheit ist die Dachterrasse. Von dort blickt sie in den nächsten Jahren hinab auf die Stadt. Sieht die Veränderung in den Straßen und die Veränderung der Menschen. Sie sieht viel von dort oben, die Leute unten sehen sie nicht. Als Nahrung dient ihr selbstgezogenes Gemüse, eine kleine Hühnerzucht und Tauben, die ihr in die Falle gehen. So vergehen die Jahre und für Ludovica ist es nicht immer leicht. Der Hunger quält sie, und um die Einsamkeit zu vergessen schreibt sie die Wände in ihrer Wohnung voll. Als sie eine alte Frau ist, meint sie schon still und heimlich zu sterben, ohne dass sie jemals wieder von einem menschlichen Wesen gesehen wird. Doch dann ändert ein Unfall plötzlich alles….

Über 30 Jahre begleitet man Ludovica so durch ihr einsames Exil. Erlebt ihre Verzweiflung, ihre Neugier und ihren Mut. Erlebt ihre jagt nach Nahrung und  die Auswirkung dazu im Verlauf der Geschichte. Alles beginnt mit Ludovica. Sie ist Dreh und Angelpunkt mit dem was nach und nach in der Geschichte passiert. Auch wenn sie nur als Anstoß dafür zu gelten hat. Jede Begegnung und Tat der Nebencharaktere wäre aber nicht möglich, hätte es diesen Beginn durch Ludovica nicht gegeben. Das ist etwas knifflig, denn die Zusammenhänge erschließen sich dem Leser nicht sofort. Erst nach und nach eröffnen sich einem die Verbindungen untereinander. Ein Land in der Revolution, das ist aufwühlend, da gibt es viele Täter und noch mehr Opfer. Auch dieses Zusammenspiel ist Teil der Geschichte und fügt sich in den Nebencharakteren in die Handlung mit ein.

Sprachlich hat mir der Roman sehr gefallen. Kurze Kapitel wechseln sich mit Tagebucheinträgen, Versen und Rückblicken ab. Das Cover versprüht durch seine kräftigen Farben Lebensfreude. Welche man den Nebencharaktere trotz der harten Zeit die sie durchwandern durchaus anmerkt.

Mein Fazit:

Ein literarisch gelungenes Werk, welches mir wunderschöne Lesemomente beschert hat. Immer mal wieder, muss man über gelesenes nachdenken, es verarbeiten,  um sich dann wieder ganz in der Geschichte zu verlieren!


Von mir bekommt der Roman Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an den C.H. Beck Verlag und lb-logo für dieses Leseexemplar!

Rezension: Nora Elias–Antonias Tochter

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Nora Elias – Antonias Tochter

Roman

448 Seiten

Preis: € 10,00 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:

Köln 1945: Kurz vor Kriegsende flieht Antonia von Brelow von ihrem Landgut in Preußen ins einstmals prachtvolle Stadthaus der Familie in Köln. Um Geld zu verdienen, sieht sie sich gezwungen, Zimmer des Hauses zu vermieten. So bildet sie schließlich eine Gemeinschaft mit der Tänzerin Elisabeth, der Krankenschwester Katharina, dem Arzt Georg und ihrem intriganten Schwager Richard. Alle Bewohner des Hauses haben eine Vergangenheit, von der sie niemandem erzählen. Doch das größte Geheimnis hütet Antonia selbst: die Identität des Vaters ihrer kleinen Tochter Marie. Gemeinsam mit Georg, zu dem sie sich immer stärker hingezogen fühlt, tritt Antonia schließlich eine Reise zum dunkelsten Punkt in ihrem Leben an …


Mein Eindruck:

Antonias Tochter erzählt die Geschichte von 5 Menschen unterschiedlicher Herkunft. Jeder auf unterschiedliche Art gezeichnet von den Kriegsjahren, versuchen sie irgendwie zu überleben.

Geflüchtet aus Preußen kehrt Antonia in die Stadtvilla ihres verschollenen Mannes zurück, nur um festzustellen, dass sich dort ihr Schwager Richard breit gemacht hat. Zusammen mit seiner Mutter tut er alles um Antonia das Leben noch schwerer zu machen, als es schon ist. Ein Grund dafür ist Marie, Antonias Tochter. Um sich etwas dazu zu verdienen vermietet Antonia die freien Zimmer. Zu der ungewöhnlichen Wohngemeinschaft gehören bald neben Antonia, Marie und Richard auch Katharina, Georg und Elisabeth. Katharina ist Krankenschwester und ebenfalls, wie Antonia und Richard, aus adeligem Haus. Georg ist Arzt und sucht in Köln nach seiner Vergangenheit. Und Elisabeth ist einem britischen Soldaten in die Stadt gefolgt und sucht hier ihr Glück. Alle 5 hüten Geheimnisse, welche im Laufe der Geschichte aufgedeckt werden, manches tragisch, manches erschütternd, das ein oder andere aber auch eher banal. 

Die menschlichen Entbehrungen und Geschehnisse schildern auf bedrückende Weise wie es der Stadtbevölkerung nach dem Krieg erging. Hunger, Krankheit und Tod sind an der Tagesordnung. Dabei geht es den fünf Protagonisten noch recht gut, haben sie doch ein Dach über dem Kopf und Leben in einem Haus, das nicht zerbombt wurde. Schrecklich zu lesen und ein bedrückendes Gefühl hat man trotzdem, sind die Darstellungen doch recht detailliert und bildlich beschrieben. Die Entbehrungen, welche die Menschen in jener Zeit zu meistern hatten und mit allen Mitteln versuchten am Leben festzuhalten. Die Ereignisse in der Villa Brelow konnte man sich auch gut vorstellen. Es war nicht immer alles Ernst. So manche Situation hatte schon auch einen etwas Makaberes an sich. Die einzelnen Personen waren gut auf die Handlung abgestimmt, auch wenn dieses Leben bestimmt noch um einiges leichter verlief, als es zu jener Zeit tatsächlich der Fall gewesen ist.

Mein Fazit:

Eine gute Geschichte, welche die Nachkriegszeit, die Entbehrungen, den Überlebenswillen und den  Wiederaufbau einer zerstörten Stadt  gut miteinander vereint. Freundschaft und Vertrauen, Liebe und Offenheit und die damit verbundenen Verletzungen, sorgen für eine interessante Mischung und am Ende hat man eine gute Geschichte erzählt bekommen.


Von mir bekommt der Roman Red roseRed roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an den Goldmann Verlag für dieses persönliche Leseexemplar!




Rezension: Hideko Yamashita–DAN-SHA-Ri

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Hideko YamashitaDAN-SHA-RI

Das Leben entrümpeln, die Seele befreien

Sachbuch – Ratgeber

192 Seiten

€ 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 17,90

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:

Warum weniger mehr ist oder wie Entrümpeln uns bereichert

Verabschieden Sie sich von allem überflüssigen Gerümpel, schaffen Sie endlich wieder Platz in Ihrem Leben! Mit der japanischen Erfolgsmethode Dan-Sha-Ri wird konsequent entsorgt, was man nicht mehr braucht oder noch nie gebraucht hat. In drei einfachen Schritten lernen Sie, neben materiellem auch seelischen Ballast loszulassen und Ihre Beziehung zu allem, was Sie besitzen, grundlegend zu hinterfragen. Am Ende fühlen Sie sich befreiter, leichter und glücklicher – und aufwändiges Aufräumen können Sie sich in Zukunft sparen.


Mein Eindruck:

Jeder Mensch kennt das wohl, dass man sich Dinge anschafft die einem gefallen, die man aber nicht wirklich braucht. Oder, dass man Dinge irgendwo zwischenlagert, weil man könnte sie ja irgendwann brauchen. Dann kommt man auch unweigerlich einmal an den Punkt, wo ausmisten, sich von alten unnötigen Dingen trennen nötig ist. Das fällt nicht immer leicht. Mir ging es auch des Öfteren so, dass ich z. B. Kleidung, welche ich nur selten anhatte und die entsprechend neu aussah, gerne mal im Schrank einfach weiter nach hinten schob. Angezogen wurden die Sachen danach aber auch nie mehr wieder. Dieses und auch andere „Aufräumprobleme“ greift Dan-Sha-Ri auf und soll/kann helfen, sich von solchen Dingen, von materiellem Ballast zu befreien. Das Buch gibt gute Beispiele und Möglichkeiten, wie man sich von unnötigen Sachen leicht trennt. Auch wenn mir das Geschriebene ab und an zu theoretisch war und mir die Graphiken das Gefühl gaben im Kurs zu sitzen, weckte es doch den Wunsch in mir, einiges in meinem Leben zu entrümpeln und aufzuräumen.

Auf das Buch aufmerksam geworden bin ich durch das wunderschöne, ansprechende Cover und den Titel. Das Leben entrümpeln und die Seele frei machen bezog ich allerdings nicht auf das Thema, mit dem sich Frau Yamashita beschäftig. Doch hat mich die Lektüre dann durchaus angetrieben mich von Dingen zu trennen, die ich dachte wären mir wichtig und im Endeffekt nahmen sie nur unnötig Raum in meinen vier Wänden weg. Das Dan-Sha-Ri wurde von der japanischen Autorin konzipiert und bedient sich an der Yogalehre. Mit ihren Kursen zum Dan-Sha-Ri ist sie in Japan sehr erfolgreich.

Mein Fazit:

Auch wenn mir persönlich das Buch nicht meinen Erwartungen entsprochen hat, so ist es doch gut zu lesen und weckt das Bedürfnis nach Aufräumen und Ordnung. Sich von Dingen zu trennen und wegzugeben, klappt nach der Lektüre sehr gut. Ich fühlte mich tatsächlich befreit von einigen Dingen, die mir unbewusst auf der Seele lagen! Es ist wirklich ein erhebendes Gefühl nach getaner Arbeit das Ergebnis zu sehen.


Von mir bekommt das Büchlein Red roseRed roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose

Herzlichen Dank an den Integral Verlag für dieses persönliche Leseexemplar!

Rezension: Anna George–Was ich getan habe

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Anna George – Was ich getan habe

Thriller

315 Seiten

Preis: € 9,99 [D] / 10,30 [A] / 13,90 [sFr]

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:

Davids wunderschöne Frau liegt tot in ihrem gemeinsamen Haus. Sie hatten eine obsessive Ehe, er war so hingerissen von ihrer Schönheit, ihrer Freiheit, ihrer Stärke. Eine leidenschaftliche und intensive Liebe – bis zu dieser Nacht, in der Schreckliches geschehen ist … Wozu kann ein Mensch fähig sein? Dunkel, aufwühlend und schockierend – »Was ich getan habe« ist ein packender Thriller über das tödliche Risiko, das man eingeht, wenn man liebt.


Mein Eindruck:

Mein Name ist David James Forrester. Ich bin Anwalt. Heute Abend um 18 Uhr 10 habe ich meine Frau getötet. Dies ist meine Aussage.

Diese Zeilen stehen auf dem Klappentext. Man kann sich also vorab schon denken, dass es sich nicht um einen herkömmlichen Thriller handelt. Die Erzählung befasst sich mit der Tat an sich. Den Gefühlen und Gedanken Davids, aber auch mit Elles. Während David durch die Straßen von Melbourne irrt, an einer Verteidigungsstrategie arbeitet und man seine Sicht auf die obsessive Liebe zwischen Elle und ihm bekommt, hatt Elle ihre eigene Stimme. Diese ihre Sichtweise, ist außerhalb ihres Körpers platziert. Was zur Folge hat, dass man sich gerade ihr als Opfer sehr nahe fühlt. Der Hintergedanke während des Lesens ist natürlich immer, wie und warum es zu dieser Tat gekommen ist. Allmählich bröckelt dann auch Davids Fassade und man erkennt die Richtung, die der Roman einschlägt. Wie die Eheleute wirklich zu einander standen.

Ein wirklich gut strukturiertes Drama, dessen Ausgang bereits zu beginn klar zu sein scheint. Flüssig im Schreibstil, mit bedrückenden Szenen, einer überraschenden Wendung und einem – ja – passenden Ausgang. Die Geschichte kommt mit wenigen Charakteren daher, die aber jeder für sich eine gute passende Rolle in der Handlung haben.

Mit dem Cover kann ich nicht wirklich was anfangen. Was soll es darstellen, was soll es sein? Der Titel passt dafür sehr gut zur Geschichte.

Mein Fazit:

Ein Thriller der mehr Spannungsroman ist und viel dramatisches aus einem Liebes- und Eheleben zu bieten hat, mit durchaus realen Komponenten. Liebe macht blind, oder ist es doch eher Abhängigkeit? Tja, das muss jeder Leser für sich entscheiden. Ich fand die Geschichte gut.


Von mir bekommt der Thriller Red roseRed roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an btb Verlag für das persönliche Leseexemplar!

Rezension: Elly Griffiths–Engelskinder

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Elly Griffiths – Engelskinder

Kriminalroman

379 Seiten

Preis: € 19,95 [D] / 20,60 [A]

Buchinfo Verlagsseite


Verlagstext:

Die Arme auf dem Rücken gefesselt, ein rostiger Eisenhaken statt der linken Hand, so liegt die Tote in ihrem Grab. Als Dr. Ruth Galloway unter dem Gemäuer einer Burg ein Skelett aus viktorianischer Zeit freilegt, glaubt sie, die Gebeine der berüchtigtsten Mörderin von Norfolk gefunden zu haben. Zahlreiche Schauermärchen ranken sich um “Mother Hook”, die Kinder bei sich aufgenommen und dann getötet haben soll. Doch während der Untersuchung der Knochen kommen der forensische Archäologin Zweifel an ihrer Schuld. Zur gleichen Zeit verschwindet ein Kind aus der Nachbarschaft. Offenbar will jemand mit allen Mitteln ein jahrhundertealtes Geheimnis hüten …..


Mein Eindruck:

Dieser Krimi ist der 6. Fall der forensischen Archäologin Ruth Galloway. Man sollte also, so wie ich, schon mal den ein oder anderen Roman der Serie gelesen haben um sich etwas mit den Charakteren auszukennen. Die privaten Verhältnisse untereinander sind manchmal dermaßen verzwickt und liegen schon etwas zurück, dass selbst ich nicht immer den Durchblick, wer mit wem und wann und wo, wahren konnte.

Die Geschichte selber behandelt eigentlich zwei Fälle unabhängig voneinander. Da ist zum Einen “Mother Hook”, die Tote aus längst vergangener Zeit, deren menschliche Überreste Ruth vor der Burgmauer ausgegraben hat. Ihr Chef möchte diesen Fund unbedingt ins Fernsehen bringen und so findet sich Ruth bald mittendrin in Dreharbeiten zu einer “Wahre Kriminalfälle”-Aufzeichnung. Ihr zur Seite steht der amerikanische Historiker Dr. Frank Barker. Als Alleinerziehende Mutter wird dies für sie bald zu einem regelrechten Spießrutenlauf, denn nicht immer hat Ruth eine Babysitterin zur Hand. Auf der anderen Seite ist dort der Tod eines kleinen David zu klären, der Detektiv Nelson und sein Team beschäftigt. Plötzlicher Kindstod oder Mord? Neben der Mutter und dem Vater, erscheint auch das Kindermädchen höchst verdächtig, doch wirklich nachweisen lässt sich die Tat keinen der Verdächtigen. Als plötzlich ein Kleinkind mitten in der Nacht verschwindet, bekommt die ganze Handlung eine Wendung, die man sich nicht erklären kann. Hat das mit den Ermittlungen der Polizei zu tun oder bezieht es sich auf Ruths Fall und die TV-Sendung? Für mich war es unüberblickbar. Was natürlich auch einen gewissen Reiz beim Lesen ausmacht, in dieser Geschichte aber immer mehr für Verwirrung sorgte. Die Auflösung war überraschend aber ganz gut gemacht.

Wie schon oben erwähnt, ist es nicht immer leicht den Durchblick zwischen den Charakteren zu behalten. Ein Großteil der Handlung spielt sich im und um das Privatleben fast jeden einzelnen Protagonisten ab. Das sorgt nicht gerade für einen guten Lesefluss, denn man muss immer mal wieder nachdenken wie die Verhältnisse zu den Personen steht.

Mein Fazit:

Eigentlich mag ich Ruth Galloway und ihre Fälle. Historische Ausgrabungen und damit verbundene Geheimnisse und deren Aufklärung haben einen gewissen Reiz. Diesmal fehlte mir aber der echte Kick. Zuviel privates von zu vielen Personen sorgten bei mir für Verwirrung und mitunter Verständnislosigkeit.


Von mir bekommt der Kriminalroman Red roseRed roseRed rose von Red roseRed roseRed roseRed roseRed rose.

Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für dieses persönliche Leseexemplar!