Rezension: Melanie Raabe–Die Wahrheit

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Melanie Raabe – Die Wahrheit

Thriller

448 Seiten

Preis: € 16,00 [D] | € 16,50 [A] | CHF 21,50

Buchinfo Verlagseite

Verlagstext:

Der neue Thriller der internationalen Erfolgsautorin
Melanie Raabe

Vor sieben Jahren ist der reiche und zurückgezogen lebende Geschäftsmann Philipp Petersen während einer Südamerikareise spurlos verschwunden. Seither zieht seine Frau Sarah (37) den gemeinsamen Sohn alleine groß. Doch dann erhält Sarah wie aus heiterem Himmel die Nachricht, dass Philipp am Leben ist. Die Rückkehr des vermeintlichen Entführungsopfers löst ein gewaltiges Medieninteresse aus. Sarah hat zwiespältige Gefühle, nach all der Zeit verständlich. Sie hat eine harte Zeit hinter sich. Gerade war sie dabei, sich von der Vergangenheit zu lösen. Ihr Ehemann taucht, wenn man so will, zur Unzeit auf. Was wird werden? Gibt es eine gemeinsame Zukunft? Sie ist auf alles vorbereitet, nur auf das eine nicht: Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht der, als der er sich ausgibt. Es ist nicht ihr Ehemann. Es ist ein Fremder – und er droht Sarah: Wenn sie ihn jetzt bloßstelle, werde sie alles verlieren: ihren Mann, ihr Kind, ihr ganzes scheinbar so perfektes Leben …

Mein Eindruck:

Wie fühlt man sich, wenn man sieben Jahre im Ungewissen lebt? Sieben Jahre voller Hoffnung, bis man dann an dem Punkt angekommen ist, an dem man der Wahrheit ins Augen schauen muss und einen Schlussstrich ziehen muss um einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen? Und was passiert mit einem, wenn man ganz unerwartet die Nachricht bekommt, dass der vermisste Mann gefunden wurde und bald zurück kommt? Und wie geht man damit um, wenn der Mann, der da aus dem Flugzeug steigt, ein vollkommen Fremder ist?

In Sarah konnte ich mich, ob dieser Fragen, sehr gut hineinfühlen. Seit ihr Mann Philipp sieben Jahre vorher während einer Geschäftsreise in Südamerika spurlos verschwand, meistert sie ihr Leben und das ihres Sohnes alleine. Sieben Jahre hofft sie täglich auf ein Lebenszeichen ihres Mannes, sieben Jahre lässt sie keinen anderen Mann an sich heran. Einen Tag bevor Sarah Phillip offiziell für tot erklären lässt, bekommt sie dann den Anruf auf den sie so lange voller Hoffnung gewartet hat. Phillip wurde gefunden, er lebt und kommt zurück nach Hause.

Doch der Mann, welcher einige Tage später aus dem Flugzeug steigt ist nicht ihr Mann. Das ist nicht Phillip! Wer ist dieser Mann und was will er von Sarah? Will er an das Vermögen ihres Mannes oder welchen perfiden Plan verfolgt er? Er weiß etwas über Sarah, etwas das sie vor vielen vielen Jahren getan hat, dass ihr und ihrem Sohn sehr schaden kann.

Ein grandioses Leseerlebnis lieferte mir „Die Wahrheit“ von Melanie Raabe. Ihr Schreib- und Erzählstil ist literarisch anspruchsvoll, ihre Charaktere gut durchdacht und lebensecht. Der Roman kommt mit wenigen Protagonisten aus, punktet auch mit seinen detailliert gut dargestellten Schauplätzen. Gleich zu Beginn hat mich die Geschichte fasziniert. Der mystische Moment der Sonnenfinsternis, wenn das Singen der Vögel plötzlich verstummt, war regelrecht spürbar.

Aus abwechselnden Perspektiven erlebt man als Leser die Geschehnisse aus Sarahs Sicht und in kürzeren Abschnitten jene des Fremden. Es ist ein grandioses Verwirrspiel dem man sich als Leser nicht entziehen kann. Wer ist der Fremder und was will er? Welche Rolle spielt Philipps väterlicher Freund bei dem Ganzen? Und was hat Sarah getan und vor allem, woher weiß der Fremde soviel über Sarah? Die Wogen gehen hoch und die Emotionen steigern sich stetig. Als Leser war ich oftmals gefesselt und konnte mich nicht  mehr aufhören zu lesen. Ein spannungsgeladener Moment löst den anderen ab. Als Leser tappt man lange im Dunkeln. Die Lösung?  Ein Knaller!

Mein Fazit:

Kein Thriller im klassischen Stil, eher ein psychologischer Spannungsroman in meinen Augen. Aber grandios gemacht! Literarisch ein Genuss zu lesen. Raten, grübeln, mitfiebern bis zum verhältnismäßig schlechten Ende. Also für mich.  Zu romantisch und “Hach ja, wie schön!” Aber ok, ist ja Geschmackssache. Nichts desto trotz lieferte mir „Die Wahrheit“ einen fantastischen Lesegenuss. Gerne in Zukunft mehr von Melanie Raabe!

Von mir bekommt der Roman Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Herzlichen Dank an den  btb Verlag!

Ich liebe Brotbacken ….

Brot selber backen habe ich auch früher schon des Öfteren gemacht, allerdings nicht so oft und regelmäßig wie in letzter Zeit. Das lag vor allem daran, dass mir das Ergebnis in den meisten Fällen nicht zugesagt hat. Bekam ich mal ein richtig köstliches selbstgemachtes Bauernbrot war ich meistens hin und weg, und stürzte mich dann auch gleich selber wieder in das Brotbackabenteuer. Aber hinbekommen habe ich es dann doch nie so, wie ich es erwartet hatte. Immer war etwas anders. Entweder schmeckte man die Hefe zu stark heraus, trotz dass ich mich an das vorgegebene Rezept hielt oder die Kruste war nicht so geworden wie gewünscht oder die Krume war zu bröselig oder oder oder.

Jetzt bin ich beim Surfen in der großen weiten Welt auf eine Seite gestoßen, auf der sind Brotrezepte ganz nach meinem Geschmack und mit wenig Hefe gelistet. Ein Traum kann ich nur sagen. Auf Hefe und Mehr stöbere ich mich nun schon seit einiger IMG_20160829_192347Zeit durch und bin restlos begeistert. Es gibt einfach Brot- und Brötchenrezepte bis hin zu etwas anspruchsvolleren, selbst für Brotbackanfänger ist eine schöne Sammlung dabei. Von der Pike auf sozusagen wird man in das Mysterium Brot eingeführt. Auch wenn ich nicht zu den Brotbackanfängern zähle, habe ich erst mal mit einem einfachen Buttermilch-Laib angefangen. Schon der erste Versuch ist gelungen.

Das Brot hat eine schöne Kruste und eine wunderbar fluffige Krume. Hielt ich mich bei den ersten VersIMG_20160923_161640uchen genau an die Rezeptur, bin ich inzwischen dazu übergegangen etwas mit den Mehlsorten zu experimentieren. Letztens nahm ich Dinkelvollkornmehl, Roggen und einen kleinen Prozentsatz Schwarzroggen. Auch dieses Ergebnis war überzeugend. Durch den hohen Vollkornanteil wird das Brot gehaltvoller, ist aber trotzdem schön saftig.

Heute wagte ich mich dann an meine ersten Sauerteigbrote. Etwas Vorarbeit ist da zu leisten, denn der Sauerteig ist selbstgemacht. Die Anleitung dazu findet sich auch auf der Seite und ist Kinderleicht. Ich hab erst einmal mit dem Roggensauerteig angefangen. Gestern war er dann soweit und ich hab abends meine Vorbereitungen für den Brotbacktag heute getroffen. Auch hab ich dann noch auf dem Plötzblog ein leckeres Rezept für Sauerteigbrot gefunden und mich spontan dazu entschlossen dieses und eines von Stefanies Broten zu backen. Herausgekommen sind dabei diese Exemplare – keine Schönheiten, aber oberlecker!

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Ganz linkst ist das Doppelgebackene Bauernbrot von Stefanie, wobei ich es nicht doppelt gebacken habe, ich hab es ein paar Minuten länger im Ofen gelassen bis es schön hohl klang wenn man drauf klopf. Es hat eine schöne knusprige Kruste und eine weiche saftige Krume und schmeckt angenehm mild. Ich hab eine Mischung aus Roggen, Weizen und Dinkel genommen. Der Teig war dadurch zwar etwas weicher, zerlief auch beim auf das Blech legen etwas, kam dann doch noch in die Gänge und wurde noch  kompakt.

Rechts oben ist das Roggenmischbrot vom Plötzblog. Für den Sauerteig hab ich eine Mischung aus IMG_20160928_150443Roggen und einen kleinen Prozentsatz Schwarzroggen genommen, da ich keinen Alpenroggen mein Eigen nenne. Das Brot ist deutlich dunkler als das andere Roggenmischbrot und kräftiger im Geschmack durch den Schwarzroggen. Die Kruste ist aber auch schön resch und die Krume wunderbar saftig und weich.

Natürlich musste ich die beiden Brote auch gleich Verkosten! Ein einfaches Marmeladenbrot passt zur Jause und schmeckt mir immer. IMG_20160928_150906

Das Dunklere der beiden Brote ist, wie erwartet, etwas kräftiger und deftiger im Geschmack. Die Schwarze Ribisel(Johannisbeer)-Marmelade passte da vorzüglich dazu. Auch kann ich mir vorstellen, dass das Brot mit einem gut ausgereiften Tiroler Speck und Almkäse gut harmoniert.

Das hellere Bauernbrot ist etwas milder im Geschmack. Der Dirndl(Kornelkirschen)-Aufstrich passte da mit seiner angenehmen Säure auch ganz gut. Ein milder Weichkäse und Schinken harmoniert sicherlich auch gut mit dem Brot.

Ich bin wirklich total begeistert. Nicht nur von den Rezepten auf Hefe und Mehr, sondern auch vom Plötzblog. Auf letzterem muss ich mich aber erst mal durcharbeiten, denn von den Rezepten sind viele doch zeitintensiver.

Ich mach auf jeden Fall weiter. Brotbacken wird jetzt mein neues Hobby. Nach dem Lesen natürlich. Meine Familie ist natürlich auch ganz angetan wenn Mama jetzt immer mit köstlichen Brotneuheiten aufwartet Smiley

Rezension: Kristin Hannah-Die Nachtigall

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Kristin Hannah – Die Nachtigall

Roman

607 Seiten

Preis: € 19,99 [D] / 20,60 [A]

Buchinfo Verlagsseite

Verlagstext:

Zwei Schwestern. Die eine kämpft für die Freiheit. Die andere für die Liebe.

Zwei Schwestern im von den Deutschen besetzten Frankreich: Während Vianne ums Überleben ihrer Familie kämpft, schließt sich die jüngere Isabelle der Résistance an und sucht die Freiheit auf dem Pfad der Nachtigall, einem geheimen Fluchtweg über die Pyrenäen. Doch wie weit darf man gehen, um zu überleben? Und wie kann man die schützen, die man liebt?
In diesem epischen, kraftvollen und zutiefst berührenden Roman erzählt Kristin Hannah die Geschichte zweier Frauen, die ihr Schicksal auf ganz eigene Weise meistern.

Meine Meinung:

Mein letztes Buch der Autorin liegt schon Ewigkeiten zurück, in einer Zeit als Liebesromane noch zu meinen bevorzugten Genres gehörten. Irgendwann war mir das zu viel an Liebe und Romantik. Neugierig auf diesen Roman hat mich dann das wunderschöne Cover zusammen mit der Leseprobe und dem Klappentext gemacht. Und was soll ich sagen – ich wurde nicht endtäuscht! Klar, es ist auch eine Liebesgeschichte in die Handlung eingebaut, doch steht sie nicht im Fokus. Vielmehr ist es die tragische Geschichte der zwei Schwestern, die unterschiedlich in ihrem Charakter sind, am Ende aber doch beide Mut in einer Zeit beweisen, als man am besten Unsichtbar war und Gehorchen oberstes Gebot.

Selten hat mich ein Buch emotional so mitgenommen wie dieses. Die dramatische Geschichte um die zwei Schwestern, die im besetzten Frankreich den Nazis trotzen und Menschen helfen ist so großartig dargestellt. Der Stil der Autorin liefert so klare Bilder der einzelnen Szenen, sie setzten sich im Kopf regelrecht fest, sorgen für Gänsehaut und Entsetzten. Der Taschentuchverbrauch stieg enorm in die Höhe. Und auch jetzt, Tage nach dem Ende der Geschichte, lässt sie mich nicht los. So soll ein Buch sein – nachhallen und immer wieder durch den Kopf geistern!

Das es auch in Frankreich Verfolgung und Mord durch die Nazis gab, war mir durchaus bekannt, welche Rolle das Vichy Regime spielte wusste ich bisher nicht. Die Autorin hat bezüglich der historischen Gegebenheiten sehr gut recherchiert und dies in die Geschichte eingebaut.

Das Cover sehe ich mir immer noch sehr gerne an. Die Nachtigall, durch die die Pariser Szene schimmert und die sich auf dem groben weißen Einband schemenhaft fortsetzt. Wirklich gelungen!

Mein Fazit:

Ein Roman, wie ich ihn schon lange nicht mehr gelesen habe. Drama, reale unfassbar tragische traurige Realitäten und glaubhafte Charaktere. Ganz große klasse!

Von mir bekommt das Buch Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Herzlichen Dank an den Aufbauverlag und lb-logo!

Rezension: Andreas Eschbach–Teufelsgold

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Andreas Eschbach – Teufelsgold

Thriller

Preis: € 22,90 [D] / 23,60 [A]

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Verlagstext:

Auf der Jagd nach dem Stein der Weisen – Wer sind die Alchemisten unserer heutigen Zeit?
Nach dem Ende der Kreuzzüge taucht er das erste mal auf: der Stein der Weisen, mit dem man Gold machen kann – gefährliches Gold, radioaktives Gold nämlich. Der Stein erscheint, als ein Alchemist Gott verflucht, und er zieht eine Spur der Verwüstung durch Europa. Die Deutschordensritter erklären es zu ihrer geheimen neuen Aufgabe, ihn zu finden und sicher zu verwahren. Für alle Ewigkeit.
Doch in unserer Zeit kommen zwei Brüder, die unterschiedlicher kaum sein könnten, dem wahren Geheimnis des Steins auf die Spur: Er ist ein Schlüssel – ein Schlüssel, der unser aller Leben zum Guten hin verändern könnte.
Oder öffnet er die Pforten der Hölle?

Mein Eindruck:

Nach den ersten Seiten war ich schon angetan von der Geschichte. Der Aufbau der Handlung vermittelte mir zu Beginn das Gefühl, es mit einem Roman zu tun zu haben, der sich auf mehreren Zeitebenen (Neuzeit/Mittelalter) abspielt. Solche Geschichten lese ich sehr gerne. Der Übergang von der Gegenwart zur mittelalterlichen Perspektive am Anfang der Erzählung ließ mich dies zumindest erahnen.

Hendrik, die Hauptfigur in Teufelsgold, verdient sein Geld als Investmentbanker bevor er sich mit der Idee Seminare rund um das Thema Aktien selbstständig macht. Seinen Traum von Erfolg und Reichtum möchte er mit Hilfe dieses Geschäftsmodels verwirklichen und auch anderen zu Geld und Wohlstand verhelfen. Die Geschäfte laufen auch gut. Als ihm ein wohlhabender Herr einen Handel vorschlägt, ist er gleich Feuer und Flamme. Doch Hendrik will immer mehr, bis er eines Tages alles verliert und von dem wohlhabenden Herrn in sein Lebensgeheimnis eingeweiht wird. Hendrik, gefangen in seiner Gier nach Reichtum, stürzt sich ohne nachzudenken in diese ihm neu gegebene Chance ….

Der Roman entwickelt sich total anders, als ich es mir gedacht habe. Es sind keine zeitlich unterschiedliche Ebenen, es sind Ausschnitte aus Büchern, deren Geschichte sich im Mittelalter zuträgt und die auf alle Protagonisten einen entscheidenden Einfluss haben. Wirklich sympathisch war mir keiner der Darsteller, auch emotional fühlte ich mich mit keinem von ihnen verbunden. Doch waren sie alle gut durchdacht und ihre charakterlichen Entwicklungen gut dargestellt. Für einen Thriller war der Roman für mich zu Tempo arm, abschnittsweise regelrecht langatmig und viel zu ausführlich.

Mein Fazit:

Die Richtung in das Fantastische, die die Handlung am Ende einschlug,  entspricht einfach nicht meinen Vorstellungen eines guten Thrillers. Die einzelnen Thematiken waren zwar gut recherchiert, war mir aber doch zu ausführlich. Eschbach Kenner und Leser die ausführliche Informationen mögen, werden den Roman aber sicherlich mögen.

Von mir bekommt der Roman Rote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Herzlichen Dank an Bastei Lübbe, dass ich bei der Lesejury mitmachen durfte und an Herrn Eschbach für die Begleitung der selbigen! 

Kleine feine Auszeit

Zusammen mit meinem Mann war ich für zwei Tage im wunderschönen Tannheimertal. Auch wenn es im selben Bundesland liegt, war ich noch nie in diesem Hochtal. Einquartiert haben wir uns im exquisiten Hotel “Der Engel” in Grän. Bereits beim Check-in merkte man, dass hier Tiroler Gastlichkeit nicht einfach nur ein Slogan ist. Wir fühlten uns vom ersten Moment an wohl und angekommen.

Das Tannheimertal liegt von uns aus gesehen ganz am westlichen Ende von Tirol, wir wohnen ganz im Osten. Dank der frühen Stunde und des nicht mehr ganz so intensiven Urlauberverkehrs kamen wir aber doch recht flott durch das Inntal und über das Miminger Plateau bis kurz vor Reutte. Dort hatten wir unser erstes Etappenziel gesteckt: die Highline 179. Sie ist die längste Seilhängebrücke der Welt, darunter führt die B179 – die Fernpassbundesstraße, hindurch.

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Ich wollte wirklich mutig sein und zusammen mit meinem Mann die Brücke überqueren, habe aber dann doch kalte Füße bekommen. Die Höhe war aber nicht das Problem, das war das Schwingen der Brücke und da bin ich sehr empfindlich. Nach wenigen Metern war ich schon regelrecht Seekrank Krankes Smiley, also ließ ich meinem Mann alleine ziehen. Er gab aber dann doch zu, dass es auch für in recht heftig war. Hab ich auch genau gesehen wie er sich links und recht am Geländer abstützen musste Laut lachen.

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Im Hotel konnten wir uns vor dem aufregenden Erlebnis dann aber entspannen. Das urige Zimmer im Tiroler Stil hatte einen schönen Blick auf den Schwimmteich. Auch kulinarisch verwöhnt das Hotel auf höchstem Niveau. Auch wenn ich meinen Zuckerkonsum einschränken möchte, konnte ich während der zwei Tage den Köstlichkeiten aus der Patisserie und aus dem Weinkeller nicht wiederstehen.

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Eigentlich wollten wir die Tannheimer Bergwelt mit unseren Mountainbikes erkunden, doch das schlechte Wetter machte einen Strich durch unsere Pläne. Also fuhren wir am nächsten Tag durch das Tal bis hinüber in das benachbarte Allgäu, Obermaiselstein war unser Ziel, dort befindet sich die Sturmannshöhle. Sie ist die einzige Spalthöhle des Allgäus und auf 300 m länge begehbar. Wie man aus dem Wort Spalt schon ausmachen kann, ist der Höhlengang recht eng. In einer 40 minütigen Führung erfährt man interessantes über die Geschichte und Erschließung der Höhle.

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Gestern ging es dann auf einem anderen Weg zurück nach Hause. Vorbei an dem wunderschönen klaren Plansee – auch bei trüben Wetter spiegeln sich die Berge in dem klaren Wasser – erreichten wir Schloss Linderhof. Es war das Lieblingsschloss von König Ludwig II. Im Vergleich zu Herrenchiemsee oder Schloss Neuschwanstein ist es recht klein und für einen König wohl auch bescheiden, der Prunk entfaltet sich erst im Inneren. Zu dieser Jahreszeit ist es auch nicht so überlaufen und man braucht auf eine Führung nicht lange zu warten.

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Rezension: Matthew J. Arlidge–D.I. Helen Grace In Flammen

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Matthew J. Arlidge –  D.I. Helen Grace In Flammen

Thriller

409 Seiten

Preis: € 9,99 [D] / 10,30 [A]

Buchinfo Verlagsseite

Verlagstext:

Wenn es brennt in den Straßen. Und in den Herzen.
Mitten in der Nacht lodern die Flammen in Southampton, mehrere Brände zerstören Leben. Die Ursache: Kein tragisches Unglück, auch nicht das Werk eines typischen Brandstifters. Sondern viel erschreckender: In jedem der Fälle handelt es sich um sorgfältig geplanten Mord.
Detective Inspector Helen Grace und ihr Team stehen vor zahlreichen Fragen: Warum wurden die Opfer ausgewählt? Was verbindet sie miteinander? Was treibt den Mörder an? Und: Wer wird der Nächste sein? Ein Pulverfass aus Angst und Verdächtigungen scheint geöffnet – und es braucht nur einen Funken, um es zur Explosion zu bringen.

Mein Eindruck:

“In Flammen” ist bereits der 4 Fall von Detective Helen Grace. Sie und ihre Truppe sind mir also schon bekannt. Wie bereits bei den Vorgängerbänden entspricht die Handlung genau dem was man bereits aus dem Klappentext erfährt. Daher möchte ich auf die Geschichte an dieser Stelle gar nicht genauer eingehen.

Wie immer beginnt die Handlung superspannend. Die Szenerie am Anfang ist echt bedrückend und auch der weitere Verlauf dieses Abschnitts hat es in sich. Der Autor versteht es wirklich das Geschehen auf  atemberaubende Weise darzustellen. So mag ich es, so soll für mich ein Thriller sein. Ich tu mich immer schwer, wenn bei einem Spannungsroman der Beginn zäh wie Gummi ist. Das ist bei Matthew J. Arlidge definitiv nicht der Fall. In dieser Hinsicht hat er mich bisher noch nicht endtäuscht. Auch die länge der einzelnen Kapitel sind ideal. Als Leser fliegt man regelrecht durch die Seiten. Sein Schreibstil ist klasse, die Dialoge passen auch, der Titel schlängelt sich wie ein roter Faden durch die Handlung. Das passt soweit alles gut zusammen.

Was ich aber doch schade fand ist, dass er seiner Hauptfigur immer noch zu viel Platz für ihre masochistische Seite lässt. Diese detaillierte “Zur Schau Stellung” ist mir allmählich doch zu viel an Aufmerksamkeit zur Person  Helen Grace. Auch ihre – und inzwischen auch meine – alte Bekannte Emilia Garanita, eine ausgekochte Journalistin, finde ich nur noch ätzend. Sie liefert keine Überraschungen mehr für die Geschichte, denn nach zwei Bänden weiß man auch wie sie tickt, und dass sie für eine gute Story alles in ihrer Macht stehende tut. Nicht zu verstehen war für mich auch, dass der Autor, Charlie Brown – eine der bekannten Nebencharaktere – immer wieder alleine losziehen lässt. Sie wurde in Band 1 zusammen mit ihrem Partner entführt und ihre Psyche hat entsprechend darunter gelitten. Daher sind ihre Alleingänge für mich nicht nachvollziehbar und auch nicht glaubwürdig. Am Meisten störten mich die zahlreichen privaten Nebenschauplätze rund um “die Guten”, sprich Helen Grace selber und ihre Kollegen. Mehr gute Ermittlungsarbeit oder auch mehr Einblicke aus Sicht des Täters hätten mir besser gefallen.

“In Flammen” ist der 4 Band des englischen Erfolgsautor Matthew J. Arlidge. Er arbeitete über lange Jahre als Drehbuchautor für die BBC und betreibt eine unabhängige Produktionsfirma, welche vor allem auf Krimiserien spezialisiert ist.

Das Cover passt zum Titel, auch wenn das Rot nicht nach Flammen aussieht sondern eher nach Rauch.

Mein Fazit:

Der Thriller war ok, hat besonders zu Beginn gute Spannung geliefert. Leider entwickelt sich rund um die Hauptdarstellerin und deren Nebencharaktere nichts Neues, der schematische Ablauf ist immer der Selbe. Nichtkenner der Serie werden  sich nicht ganz einfach zurecht finden mit dem Ermittlerteam und der  “speziellen” Marotte von Helen Grace.

Von mir gibt es diesmal Rote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose für D.I. Grace.

Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag!

Rezension: Charlotte Debeugny-Süßer leben ohne Zucker

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Charlotte Debeugny – Süßer leben ohne Zucker

Mit Leichtigkeit zu strahlendem Teint, guter Laune und Traumfigur

128 Seiten

Preis: € 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 17,90

Buchinfo Verlagsseite

Verlagstext:

Zucker ist in fast allen Lebensmitteln enthalten, nicht nur in Süßigkeiten. Charlotte Debeugny zeigt, wo er wichtig und in Maßen zu empfehlen ist, und wo er als unnötiges Gift weggelassen werden sollte. Sie hilft dabei, versteckten Zucker zu erkennen, und erklärt, warum zu viel Zucker nicht nur auf die Figur, sondern auch auf die Stimmung schlägt. Kleine Tipps und Tricks und fantastische Rezepte machen diese Diät einfach umsetzbar und leicht durchzuhalten. Ein Programm zur Entgiftung, so einleuchtend und klar, dass man direkt loslegen will.

Mein Eindruck:

Charlotte Debeugny ist diplomierte Ernährungswissenschaftlerin und vermittelt ihr Wissen um das Thema Zucker in diesem Sachbuch sehr anschaulich und verständlich. Schon das Cover ist sehr schön gestaltet und macht zusammen mit dem Titel neugierig auf den Inhalt. In sechs Rubriken erklärt die Autorin alles zum Thema Zucker, seine Auswirkung auf den Körper, seine Verstecke, die Offensive gegen Zucker, köstliche Rezepte, Hilfe gegen einen Zucker-Rückfall, und sein Verhältnis zu Kindern:

  1. Zucker, Gesundheit und Wohlbefinden
  2. Zucker erkennen und entlarven
  3. Der Angriffsplan
  4. Fantastische Menüs und Rezepte
  5. Rückfällig werden – ausgeschlossen
  6. Kinder und Zucker

Jedes der sechs Hauptthemen ist wiederum in mehrere Unterthemen aufgeteilt. Die Erklärungen sind verständlich. Durch die “zuckersüße” Aufmachung ließt man sich auch gerne durch die Seiten. Kein Thema ist langatmig oder langweilig. Selber verwende ich z. B. in Kuchenrezepte schon seit Jahren nur die Hälfte der angegebenen Zuckermenge, doch war ich auch überrascht wie viel Zucker ich trotzdem noch so zu mir nehme. Klar, bei Schokolade und Keks kein Wunder, doch auch Fruchtsaft hat es in sich! Die Rezepte klingen alle köstlich und sind leicht nach zu kochen. Die Zimtnüsse, Energieballs und das Granolamüsli stehen bei mir hoch im Kurs, aber auch die ein oder andere Hauptmahlzeit wurde schon ausprobiert.

Als Zuckeralternative wird in dem Buch besonders Stevia und Xylit angepriesen. Mir persönlich schmeckt Stevia nicht. Xylit kenne ich zwar nicht, doch habe ich gelesen, dass es auch aus genmanipulierten Pflanzen gewonnen werden kann und dies keine Deklarierung auf dem Etikett erfordert. Da hätte die Autorin in dem Buch vielleicht darauf hinweisen sollen. Das ist aber auch der einzige Negativpunkt den ich dem Buch geben möchte!

Mein Fazit:

Eine Leben mit weniger Zucker steht bei mir nichts im Weg. Ich habe die Vorschläge der Autorin bereits in meinen Alltag eingebaut. Statt weißem Zucker verwende ich nur noch wenig braunen Zucker, Honig oder Kokoszucker. Auch Vanilleextrakt und Zimt kommt noch viel öfter zum Einsatz als bisher.

Das Buch bekommt von mir Rote RoseRote RoseRote RoseRote Rose von Rote RoseRote RoseRote RoseRote RoseRote Rose.

Herzlichen Dank an Heyne!

Hier noch ein köstliches Rezept für Feigen-Energieballs von mir passend zum Thema:

  • 200 g gemischte Nüsse (z. B. Cashew-, Hasel- und Walnüsse) über Nacht eingeweicht
  • 15 getrocknete Feigen über Nacht eingeweicht
  • 1 EL gemischte Kerne (z. B. Sonnenblumen-, Kürbis- und Pinienkeren)
  • 1 TL Zimt, 1 TL Vanilleextrakt
  • 1 EL echten Kakao
  • Teffpops zum Wälzen

Nüsse und Feigen abtropfen lassen, alle Zutaten in einen Mixer geben und so lange mixen bis alles eine teigähnliche Konsistenz hat – die Nüsse können schon noch sichtbar sein. Mit feuchten Händen zu Kugeln formen, in den Pops wälzen und im Kühlschrank aufbewahren.

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